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Der Bienenhonig....



Der Honig, den die Bienen durch ihren unermüdlichen Fleiß in den Monaten April - Juni, manchmal auch noch Oktober eines Jahres erzeugen, ist eines der wertvollsten Produkte, das die Natur uns liefert. Er entsteht in mühevoller Arbeit durch das Zusammenwirken des gesamten Bienenvolkes und dient diesem in erster Linie als Energienahrung. In die Zellen eingelagert, stellt er den nötigen Wintervorrat dar, denn bei niedrigen Temperaturen können die Bienen nicht ausfliegen und sind auf ihre eingetragenen Vorräte angewiesen. Abhängig von den Blüten, die die Bienen befliegen, entsteht jeweils eine ganz bestimmte Sorte des begehrten Stoffes. Befindet sich der Bienensitz z. B. im Wald, der die ursprüngliche Heimat der Bienen ist, werden sie in erster Linie den Nektar der dort wachsenden Wildblüten eintragen. Dazu gehören beispielsweise Weide, Distel, Ahorn, Akazie, Schneebeere, Löwenzahn, Schneeheide, Wildkirsche, Ginster, Schlehe, Faulbaum, Hederich, Klee, Bärenklau, Linde, Waldweidenröschen, Heidekraut, Natternkopf und viele andere mehr. Honig, der aus solchen Blüten entstanden ist, kann unter dem Oberbegriff "Wildblütenhonig" zusammengefaßt werden.

In manchen Jahren "honigt" auch der Wald. Das bedeutet, die Fichtenquirlschildlaus und die Tannenhoniglaus kommen in einer solch großen Population vor, daß es sich für die Bienen lohnt, dieses Trachtangebot zu nutzen, was sie mit Vorliebe vor allen anderen Trachten tun. Besagte Läuse bohren die Siebröhren der Nadeln von Fichte und Tanne an und lassen sich mit dem Siebröhrensaft vollaufen. Ihnen fehlt der Saugreflex, der Saft wird durch den bestehenden Druck in den Siebröhren den Läusen zur Verfügung gestellt. Was sie selbst benötigen, wandert in ihren Magen, der Überschuß wandert daran vorbei und wird direkt wieder ausgeschieden.




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Die Fichtenquirlschildlaus



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Die Tannenhoniglaus




Diese Ausscheidungen nehmen die Bienen auf und stellen daraus den begehrten Waldhonig her. Diese Art der Tracht ist meist sehr ausgiebig und wirft für den Imker die verschiedensten Probleme auf, da der sogenannte Honigtauhonig schnell in den Zellen fest werden kann und dann nicht mehr schleuderbar ist.

Die Eigenschaft der Bienen, blütenstetig zu sein, macht sich der Imker zu Nutze und wandert in bestimmte Trachtgebiete, um mit seinen Bienen eine spezielle Sorte Honig zu ernten. Blütenstetigkeit der Bienen bezeichnet ihre Eigenart, eine ganz bestimmte Trachtquelle anzufliegen, bis sie erschöpft ist. Die Hummel hat diese Eigenart nicht. Das bedeutet, haben die Arbeiterinnen beispielsweise ein Rapsfeld ausgemacht, befliegen sie es so lange, bis sämtlicher Nektar eingetragen ist. Das Ergebnis ist ein sortenreiner Honig. Ist diese Quelle erschöpft, machen die Spurbienen eine neue, möglicherweise eine anderer Art aus und es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der Imker den Honig abernten muß, will er die Sortenreinheit bewahren.

Wandern mit den Bienen bedeutet, der Imker verpackt seine leistungsfähigsten Völker auf einen Wagen und transportiert sie in das Trachtgebiet seiner Wahl. Dies hat nachts zu geschehen, wenn jedes Bienchen zuhause ist, damit keines heimatlos wird. Das Flugloch wird geschlossen, die Bienenkästen verzurrt und die Wanderung kann beginnen. Selbstverständlich müssen sich die Wohnungen der Bienen zum Wandern eignen, denn schnell hat sich ein Volk durch die Aufregung überhitzt und ist verloren. Am zeitigen Morgen, nachdem das Flugloch wieder geöffnet wurde, fliegen sich die Immen in ihrer neuen Umgebung ein und beginnen mit ihrer Arbeit.

Bienenhonig entsteht durch die Bearbeitung des Nektars durch die Bienen. Dieser wird von den Arbeiterinnen in der Honigblase nach Hause gebracht und an Stockbienen übergeben. Durch Zugabe von körpereigenen Stoffen wird dieser in Honig umgewandelt. Er besteht in erster Linie aus Frucht- und Traubenzucker (eigentlich aus über 52 verschiedenen Zuckerarten), Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen, organ. Säuren, Aminosäuren, Fermenten und andren Spurenelementen. Der anfänglich hohe Wassergehalt wird durch Umtragen innerhalb des Bienenstockes von den Immen soweit abgesenkt, daß die Gefahr einer späteren Gährung in den Zellen nicht mehr gegeben ist.

Die Verschiedenartigkeit der Honige fällt schon äußerlich auf. Ihre Farbe reicht von fast farblos und weiß über gelb, bernsteinbraun, grünbraun bis nahe an schwarz. Blütenhonig ist im Allgemeinen heller als Waldhonig. Frisch geschleuderte Blütenhonige sind in der Regel leicht flüssig. Waldhonige sind meist dickflüssiger. Jeder Honig kristallisiert außerhalb des Bienenvolkes früher oder später, d.h. er wird fest. Ausschlaggebend für den Beginn der Kristallisation ist der Fruchtzuckeranteil. Je höher dieser ist, desto später kristallisiert ein Honig. Akazienhonig wird so gut wie gar nicht fest, wobei ein Rapshonig oder Honig aus Hederich ganz schnell kristallisiert. Auch der Geruch und Geschmack von Honigen ist jeweils verschieden. Bei Blütenhonig erkennt man oft die Herkunftspflanze an seinem Duft. Rapshonig schmeckt fad-süß, Obsthonig ist aromatisch-mild, ein Heidehonig schmeckt herb und beißend. Gamander hat einen leicht säuerlichen Geschmack, die Edelkastanie schmeckt bitter. Waldhonige sind für den Kenner leicht herauszufinden. Ihr Aroma ist meist nicht so deutlich wie bei Blütenhonigen. Sie sind nicht scharf. Sie schmecken vielleicht ganz entfernt nach Harz oder einfach nach "Wald". Sehr angenehm für die meisten Gaumen.

Ist der Zeitpunkt zur Honigernte gekommen, bereitet der Imker seine Werkzeuge, die er zur Schleuderung benötigt, vor. Dazu gehören die Honigschleuder, das Entdeckelungsgeschirr mit der Entdeckelungsgabel zum Entfernen der Wachsdeckel auf den Honigzellen, verschiedene Siebe und Seihtücher und nicht zuletzt Abfüllgefäße. Die Honigschleuderung wird in einem sehr sauberen und geruchsfreien Raum vorgenommen. Das Entdeckeln der Waben macht dabei wohl die meiste Arbeit. Sind die Waben entdeckelt, werden sie in die Honigschleuder gestellt, die Schleuder auf Touren gebracht und mehrere Sekunden gedreht. Durch die Fliehkraft, die entsteht, wird der Honig aus den Zellen an die Seitenwand der Schleuder katapultiert, von wo aus er nach unten läuft. Wichtig beim Einstellen der Waben ist, die Neigung der Zellen zu berücksichtigen, damit sie auch völlig geleert werden. Honig wird am Besten in einem luftdichten Gefäß und kühl gelagert. Es wäre ein Fehler, ihn auf dem Dachboden zu deponieren, da bei einer Erwärmung von über 40° Celsius wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. Enzyme verloren gehen. Luftdicht deshalb, weil Honig äußerst geruchsempfindlich ist und jeden Geruch in seiner näheren Umgebung annimmt. Deshalb hat der Imker beim Abfüllen nach der Schleuderung auch auf größte Sauberkeit zu achten. Läuft der Honig in einem dünnen Rinnsal aus der Honigschleuder, ist er durch seine Blöße jeglichem Geruch ausgeliefert.



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