Zambia
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Auf dem Pickup nach Mpande
Kapitel 3

Der Pickup wird mehr als voll beladen

Wir wollen nach Mpande, zu dem Ort der direkt am Fluß liegt, dem geplanten Startpunkt der Floß-Expedition, und wo wir unser Basislager aufschlagen wollen. Nach Aussagen der Einheimischen gibt es hier in Isoka keine öffentlichen Transportmittel, so sind wir auf Privatautos angewiesen, die wir zu einem Preis der noch auszuhandeln ist, buchen können. Nachdem unser Anliegen im ganzen Ort bekannt ist, hatten wir in kürzester Zeit drei recht interessante Angebote zur Auswahl. 

Das Verhandlungsergebnis: Ein alter Peugeot Pickup soll uns am nächsten Tag auf direktem Weg nach Mpande bringen. Für die nur sechzig Kilometer sollen wir 60 US$ bezahlen. Wir sind guter Laune und fast sicher bis morgen mittag in Mpande zu sein, um unser Abenteuer fortsetzen zu können.

Die letzte Nacht war wieder typisch afrikanisch, nämlich sehr laut. Dementsprechend sind wir auch ausgeruht. Schlecht geschlafen nehmen wir etwas Tee und Brot zum Frühstück. Unter schattigen Orangenbüschen, rechts und links unser Gepäck, warten wir auf die Blechkutsche. Einer Stunde nach der vereinbarten Zeit ist immer noch nichts zu sehen und zu hören. Das ist eigentlich ganz normal für afrikanische Verhältnisse. Kommt er oder kommt er nicht? Schon wieder ist eine Stunde vorüber. Langsam werden wir unruhig und beschließen uns ein wenig im Ort die Zeit zu vertreiben. Vielleicht erfahren wir ja dort etwas. In der winzigen Tuchili Bar ordern wir ein Bier. Zufällig erfahren wir, daß unser Fahrzeug am späten Nachmittag fahren soll.

So warten wir den schönen Tag. Letztendlich starten wir gegen fünf Uhr nachmittags und sind gar nicht glücklich darüber, daß wir wieder eine Nachtfahrt mit Dunkelheit und Kälte vor uns haben. Wir sind aber trotzdem froh, daß es weiter geht.

Endlich, fünfzig Kilometer Richtung Westen zum Luangwa-Fluß, dann rechts abbiegen und zehn Kilometer nach Süden den schmalen Weg hinunterschaukeln. Im Schneckentempo kriechen wir mittlerweile auf einer mit Gras bedeckten, von Buschbewuchs begrenzter Piste. Die gelben Finger des Scheinwerferlichts zeigen in das Dunkel der Nacht. Die Fahrspuren kann man hier nur ahnen, und der Sternenhimmel über uns zeigt an, daß wir nicht durch einen Tunnel schleichen.

Plötzlich hält das betagte Gefährt an. Was ist los? Direkt vor uns liegen über einem kleinen Fluß ein paar alte Baumstämme. Eine tolle Brücke. Davon werden wir auf dieser Strecke noch einige überqueren müssen. Kein Problem für unsere afrikanischen Nachtfahrprofis, denn vor jeder Überquerung dieser abenteuerlichen Konstruktionen steigt der Beifahrer aus und überprüft die Haltbarkeit der Stämme. Anschließend lotst er den Fahrer über die Rundhölzer. Geschafft.

Wir sind erleichtert, als wir endlich Mpande erreichen. Die erste Hütte auf der rechten Seite ist unser Ziel. Es ist John's Haus. Im schwachen Schein des Lagerfeuers begrüßen wir ihn, seine Frau und seine Kinder, er ist sichtlich überrascht. Wir zeigen ihm schnell das Empfehlungsschreiben eines Freundes, denn bis jetzt hat er nicht gewußt, daß er ab sofort zwei weiße Gäste hat.

Hier sind wir sicher, hier finden wir neue Eindrücke, hier finden wir neue Freunde. Nach einem kurzen Palaver zeigt John uns die Schlafplätze und wir sind echt froh, einmal ungestört die Nacht verbringen zu können. Ja, hier herrscht Ruhe, jetzt sind wir außerhalb der Zivilisation, das ist es, was wir wollen, einfach ein Teil der Natur zu sein. Nachdem die Moskitonetze hängen, kriechen wir in unsere Schlafsäcke und lauschen noch lange den Geräuschen der afrikanischen Nacht.


 
...weiter mit Kapitel 4: Am Ende der Zivilisation