|
Die Wurmerkrankungen sind von besonderer Bedeutung, da sie
sowohl bei den
Haustieren, als auch beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen. Am
bekanntesten dürften wohl der Bandwurm und der Spulwurm sein. Es gibt aber
noch sehr viele andere Arten und Unterarten, die sowohl selbst, als auch
in ihren Vorstadien parasitär wirken (siehe Tabelle).
Man bezeichnet die Lehre von den Eingeweidewürmern als Helminthologie und
die Erkrankungen durch die Eingeweidewürmer als Helminthosen. Gerade bei
Jungtieren können die Würmer erhebliche Krankheitserscheinungen machen, da
sie keine Immunabwehr dagegen besitzen. Es gibt aber auch ältere Katzen,
die während ihres ganzen Lebens nie wurmfrei werden. Wichtig ist dieser
Aspekt besonders dann, wenn Jungkatzen aufgenommen werden, gezüchtet
werden und wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Eine besondere Gefahr
bergen "Freigänger", die nachts im Bett schlafen. Hier müssen optimale
hygienische Bedingungen geschaffen werden. Ferner ist es wichtig für die
Behandlung, um die Breitbandmedikamente effektvoll und gezielt einsetzen
zu können. Diese Medikamente sind als Dauerbehandlung der Katze nicht
dienlich. Es kann sich aber auch eine Resistenz gegen bestimmte Medikamente
ausbilden (so z.B. bei Baypamith).
Hier einige der wichtigsten Wurmerkrankungen:
Trematoden (Saugwürmer)
In Mitteleuropa gibt es diese Art nicht. Ein Befall ist nur möglich, wenn
roher infizierter Fisch verfüttert wird.
Opisthorchiasis
Ihr Vorkommen ist Europa bis Asien. Sie halten sich vorwiegend in den
Gallengängen von Katzen, Hunden und Menschen auf. Der ausgewachsene Wurm
ist ca. 8 mm lang und produziert sehr winzige Eier. Aus ihnen entwickeln
sich sog. Pfeifenkopfzekarien, die innerhalb von 24 Stunden in einen
Süsswasserfisch eindringen müssen um sich weiterzuentwickeln. Nach Genuss
von infiziertem, rohen Süsswasserfischen dringen die jungen Egel direkt in
die Gallengänge ihres Wirts ein und verursachen dort Entzündungen. Bei
massivem Befall tritt eine Blutarmut, eine Gelbsucht, Verdauungsstörungen
und im Endstadium dann eine Bauchwassersucht (hier muss eine klare
Abklärung zum FIP erfolgen!).
Es gibt noch andere artverwandte Saugwürmer, die alle durch im Wasser
lebende Beutetiere übertragen werden (Fische, Frösche, Schnecken). Sie
spielen aber selten eine große Rolle, wenn der Aufenthaltsort des Tieres
nicht ausgesprochen dicht an einem Gewässer liegt. Alle machen entweder
Darm- oder Lungenbeschwerden.
Bandwurmarten
Alle Bandwurmarten benötigen für ihren Entwicklungszyklus mindestens einen
Zwischenwirt. Diese Zwischenwirte können Reptilien, Vögel, Nager oder
Nutztiere sein. Man unterteilt die Bandwürmer in zwei Hauptarten:
1. solche, die mehr als einen Zwischenwirt benötigen
2. solche, die nur einen Zwischenwirt benötigen.
Grubenkopf- oder Fischfinnenbandwurm
Der bekannteste ist der Grubenkopf- oder Fischfinnenbandwurm. Er zählt zu
den längsten Bandwürmern überhaupt und ist leicht an den 2 Sauggruben am
Kopf zu erkennen. Der Wurm gibt ständig Eier ab, die allerdings sofort ins
Wasser gelangen müssen. Dort entwickeln sich dann Larven, die dann von
einem Ruderfusskrebs aufgenommen werden müssen. Wird der infizierte
Kleinkrebs dann vom Fisch gefressen, dringt die Larve in die Muskulatur
des Fisches ein und entwickelt sich dort weiter. Die Endwirte (Mensch,
Hund, Katze) können sich durch den Verzehr des rohen, oder ungenügend
geräucherten Fisch infizieren.
Cyclophyllida
Dies ist der bei Katzen am häufigsten anzutreffende Bandwurm, da er sich
ganz dem Wirtstier angepasst hat. Er kann sich aber auch in allen
pflanzenfressenden Nutztieren entwickeln, die die Eier aufgenommen haben.
Nach der Infektion der Katze durch Finnen kommt es in 7 - 10 Wochen zum
Heranwachsen des bis zu 1 m langen Bandwurmes, der gelegentlich auch
spontan ausgeschieden wird.
Taenia pisiformis
Die ist eigentlich ein typischer Hundebandwurm, allerdings kann auch die
Katze infiziert werden, wenn sie entsprechende Zwischenwirte aufnimmt
(Hasen, Kaninchen, andere Nager).
Hydatigera taeniaeformis
Dies ist der typische Katzenbandwurm. In manchen Gegenden sind praktisch
alle frei herumlaufenden Katzen infiziert. Ein Befall wird meist durch das
Auffinden der mittelgroßen (6-8 x 3-4 mm), oft sehr beweglichen weißen
Glieder im Kot festgestellt (Reiskörner). Der ausgewachsene Bandwurm hat
die Länge von 15 - 60 cm. Werden die weißen Glieder oder die im Kot
befindlichen Eier von Nagetieren aufgenommen, so entwickelt sich in deren
Leber eine Finne. Diese kann bereits im Zwischenwirt auf 30 cm heranwachsen
und bandwurmähnlich aussehen. In der Katze bildet die Finne neue Glieder.
Diese wachen zwischen 5 - 11 Wochen. Danach werden sie ausgeschieden (7 -
34 Monate).
Echinococcus multilocularis
Dies ist der gefährlichste Bandwurm für den Menschen. Er bildet beim
Menschen Zysten in der Leber, Niere und Lunge. Selten kommt es auch vor,
daß er ins Gehirn eindringt.
Er kommt als dreigliedriger Bandwurm = Echinococcus granulosus (Hunde,
Wölfe), vor oder als gefährlicher fünfgliedriger (Fuchs). In
Süddeutschland wurden 1,4% infizierte Katzen ermittelt. Er misst nur etwa
1,5 bis 3,5 mm. Nur die reifen Endglieder können die doppelte Länge
erreichen. Als Zwischenwirte kommen alle Nagetiere in Frage. Da dieser
Bandwurm keine Glieder ausscheidet, die Wurmeier aber sehr schwer zu
identifizieren sind, läßt sich der Nachweis nur mit Hilfe einer
Spezaluntersuchung des Kots erbringen. Viele Tierärzte raten von einer
Behandlung des infizierten Tieres ab; in endemischen Gebieten ist eine
Therapie von Hund und Katze verboten.
In Europa findet man diese Bandwurm-Infektion bei Katzen in Südfrankreich,
Baden-Württemberg, der Schweiz, in Östeinreich und der Tschechoslowakei
endemisch begrenzt. In Rheinland-Pfalz fand man allerdings Füchse (3,9%)
die infiziert waren.
Dipylidium canium
Ein Befall mit dem Hundebandwurm ist auch bei der Katze keine seltene
Erscheinung. Die Zestoden erreichen eine Länge von 50 cm. Die sehr
beweglichen Glieder, die ausgeschieden werden, sind 7-12 x 1,5-3 mm groß,
können auch aktiv sich aus dem Anus herauskrabbeln und haben ein hellrosa-
fleischfarbenes Aussehen. Auf dem Kot werden sie somit leicht erkannt. Die
in gallertigen Paketen ausgeschiedenen Eier müssen von Flohlarven
aufgenommen werden. In diesen entwickeln sich Zysten, die die Reifung der
Flohlarve zum Floh unbeschadet überstehen und nach 3 bis 4 Wochen
infektiös sind. Durch Zerbeissung dieser infizierten Flöhe werden die
Finnen frei und es kommt zur Besiedelung des Endwirtes, der dann nach 3
Wochen wieder neue Wurmeier ausscheidet. Bedeutsam ist die gelegentliche
Empfänglichkeit des Menschen (Kinder !!!!), in welchen dann der Bandwurm
seine Geschlechtsreife erreicht.
Und jetzt einige Exoten (wichtig bei Importkatzen oder bei
Katzen aus
unseriösem Handel):
Joyeuxiella spp.
Bei Importkatzen aus dem nördlichen Afrika, aber auch in Süd- und sogar
Mitteleuropa, findet man oft Bandwürmer, dessen Glieder auch nach mehreren
Therapien nicht aus dem Kot verschwinden. Die Eikapsel enthält (im
Gegensatz zum Hundebandwurm) nur jeweils ein Ei. Zwischenwirte dieser
Bandwurmart sind Käfer. Transporttiere sind Eidechsen und Vögel. Ein
befallenes Haustier bleibt also lebenslang infiziert und bleibt
Ausscheider. Auch in diesem Fall wird der Tierarzt eine Euthanasie
durchführen.
Diplopylidium spp.
Auch diese Bandwurmart wird aus dem mediterranen Bereich zu uns
importiert. (Urlaubskätzchen aus Spanien mitgebracht !!). Beschreibung wie
beim Hundebandwurm.
Mesocestoides spec.
Diese Bandwurmart kommt auch gelegentlich bei Katzen vor. Die Glieder
werden schubweise auf dem Kot ausgeschieden und sehen reiskornähnlich aus.
Die Entwicklung verläuft über 2 Zwischenwirte. Zunächst reift das Ei in
Hornmilben heran. Diese Hornmilbe wird dann von Reptilien oder Vögeln
aufgenommen (Bedingung!). In letzteren entsteht dann ein sehr bewegliches,
schon bandwurmähnliches Gebilde, das das zweite Entwicklungsstadium
darstellt (Finnenform). Nach Aufnahme dieses Infektionsstadium reift dann
in 3 Wochen im Endwirt (Katze, Hund) der Wurm heran, der mit Medikamenten
außerordentlich schwer zu bekämpfen ist.
Mit wenigen Ausnahmen gelingt es meist den Wurmbefall bei
Hund und Katze
in Grenzen zu halten (regelmäßig entwurmen lassen). Während bei
Mesocestoides spec. oder Echinococcus multilocularis der Kreislauf durch
Bekämpfung des Zwischenwirtes nicht unterbrochen werden kann, ist ein
Verzicht der Verabreichung roher Schlachtabfälle oder derartigen
Fischmaterials eine wesentliche Vorbeugung. Beliebt sind auch Fleischproben
von Schlachthöfen (kostenlos) die zwecks näherer Untersuchung genommen
wurden, sowie rohes Freibankfleisch. Auch auf dieses Futter sollte
verzichtet werden.
Es stehen den Tierärzten viele ausgezeichnete Medikamente
zur Verfügung.
Bei einigen Wurmarten muss man aber die Dosis sehr hoch ansetzen. Da
wirksame Medikamente auch Nebenwirkungen haben, sollte man regelmäßig
Kotuntersuchungen durchführen lassen. Auch bei hartnäckigen Bandwurmarten
empfiehlt es sich, oft hintereinander Proben zur Untersuchung zu bringen.
Zum Wohl des Menschen (Siehe Wurmerkrankungen des Menschen) sollte dieser
aber auch Verständnis für den Tierarzt aufbringen, wenn dieser unbedingt
bei einem lustigen, munteren Liebling zum Äußersten greifen muss
(Echinococcus !).
Nematoden
Es handelt sich meist um drehrunde, oft nur wenige Zentimeter lange
Würmer. Hygienisch wichtig sind in erster Linie die Spul- und Hakenwürmer.
(Infektionen der Jungtiere und des Menschen) Dabei kann es nicht nur durch
die Nahrungskette zur Infektion kommen, sondern auch zu einer Infektion
durch die Haut.
Askaridose
Der von älteren Hunden bekannte und häufige Spulwurm (Toxascaris leonina)
läßt sich gelegentlich auch bei Katzen feststellen. In zoologischen Gärten
sind Grosskatzen sehr oft mit diesem Wurm befallen.
In der Außenwelt (Kot) bilden sich aus den Wurmeiern schnell (wenige Tage)
Larven. Diese Larven teilt man in IV Larvenstadien ein.
Larve II ist schon infektiös. Nach oraler Aufnahme dringen die im Dünndarm
schlüpfenden Larven in die Darmwand des Wirtes ein, vollziehen hier die 2.
und 3. Häutung und kehren zur 4. Häutung in das Darmvolumen zurück. Dieses
dauert etwa 7 bis 11 Wochen.
Darüber hinaus kann aber auch eine Infektion über Parasiten erfolgen, wie
dies bei der Katze ist. In diesen Wirten vollziehen sich dann die
Larvenstadien in der Darmwand mit einer Wanderung in die Bauchhöhle und
das angrenzende Gewebe. Dann ist die Entwicklung mit diesem Larvenstadium
beendet. Nach Aufnahme dieser infizierten Wirte durch den Endwirt, setzen
die Larven ihre begonnene Entwicklung weiter fort.
Da der Befall sehr gering ist, kann man keine Krankheitszeichen bei der
Katze feststellen. Nur der Nachweis der typischen Eier sichert die Diagnose.
Der Katzenspulwurm Toxocara mystax ist der häufigste Wurmparasit der
Katze. Er wird 6 bis 10 cm lang und lebt im Dünndarm. Sein Vorhandensein
wird oft zuerst über spontan abgegangene oder erbrochene Würmer erkannt.
Der Weg der Infektion ist von sehr unterschiedlicher Art, ihr wichtigster
wohl aber über die Muttermilch. Man muss davon ausgehen, dass während der
gesamten Säugedauer Larven über die Milch ausgeschieden werden. Deshalb
muss man davon ausgehen, dass man jedes Jungtier als infiziert betrachten
muss. Nach der Aufnahme der Eier durch die Katze können 3 verschiedene
Entwicklungswege beschritten werden:
1. Gelegentlich gelingt es einigen Larven II, bereits im Magen zu
schlüpfen. Diese dringen dann direkt in die Magenwand ein und machen dort
über die 2. und 3. Häutung ihre normale Weiterentwicklung durch.
Anschließend wandern sie in das Magenlumen zurück und siedeln sich mit der
4. Häutung im Dünndarm an.
2. Meistens schlüpfen die Larven II im Dünndarm und dringen durch die
Darmwand in den großen Blutkreislauf (venös) ein. Es kommt zu einer
Verbreitung über den Blutweg in Leber, Herz und Lunge. Als IV Larven
kehren sie über die Luftröhre ->Rachenraum ->Magen zurück in den Darm um
geschlechtsreif zu werden.
3. Ein Teil der in die Lunge gelangten Larven bohrt sich in die
arteriellen Gefäße und wird somit im Gesamtorganismus verteilt. Sie
gelangen somit in die Körpermuskulatur und verkapseln sich dort. Während
der Trächtigkeit werden sie aber aktiviert und führen somit zu der
Infektion der Welpen.
Und schließlich kann eine Infektion durch die Aufnahme infizierter Wirte
erfolgen (Mäuse). Ohne weitere Körperwanderung bohren sich dann die Larven
in die Magenwand, durchleben dort 2 Häutungen und gelangen schließlich in
den Dünndarm. Die Entwicklung dauert 2 Monate.
Der Katzenspulwurm kann auch Menschen befallen, macht aber nicht so
schwerwiegende Krankheitsbilder wie der Hundespulwurm.
Die Wurmeier der beiden Arten unterscheiden sich. Die Therapie ist nicht
schwer, die Würmer lassen sich gut bekämpfen.
Allerdings sollte der Mensch wegen der eigenen Ansteckungsgefahr auf
regelmäßige Entwurmung achten.
Trichostrongylosen
Der Magenwurm der Katze (Ollulanus tricuspis). Er hat eine von der Norm
abweichende Entwicklung, ist sehr klein (Weibchen: 0,8 bis 1 mm, Männchen:
0,6 bis 0,8 mm) und alle Untersuchungshilfen versagen völlig beim
lebendigen Tier. Mit bloßem Auge fällt er auch beim toten Tier nicht auf.
Das Weibchen besitzt ein typisches 5 zackiges Hinterende. In ihrer
Gebärmutter befinden sich sowohl befruchtete Eier als auch embryonierte
Eier wie auch Larven. Sie geben erst Larven III in den Magen des
Wirtstieres ab, sind also lebendgebärend. Diese werden nach 5 Wochen
geschlechtsreif. Nachweisen kann man die Würmer erst nach dem Tod des
Wirtstieres durch Untersuchung der Magenschleimhaut oder durch
Untersuchung von Verdauung, die durch künstliches Erbrechen provoziert
wurde. Diese Magenwürmer werden nicht nur bei der Katze, sondern auch beim
Hund, Schwein, Wildkatze, Fuchs, Gepard, Löwe oder Tiger gefunden. Die
Infektion anderer Säugetiere geschieht durch Aufnahme von erbrochenem,
parasitenhaltigen Material. Eine schwache Infektion kann sich ohne
Wirtswechsel innerhalb von zwei Monaten verzehnfachen. Reine Stubenkatzen
zeigen eine 6%ige Infektionsrate, während Freigänger zu 40% infiziert
sind. Damit ist dies die zweithäufigste Wurmerkrankung. Bei der Katze
führt sie zu einer Magenschleimhautentzündung und damit bei langem Verlauf
zu einer Verkalkung der Magenschleimhaut. In einigen schweren Fällen führt
sie sogar zum Tod des Tieres. Bedauerlicherweise ist es sehr schwer diesen
Wurm ausreichend zu bekämpfen.
Ancylostomatose
Der Hakenwurm (Ancylostoma tubaeforme) der Katze ist für diese Wirtsart
spezifisch und tritt insbesondere bei Jungtieren auf. Die Infektion
erfolgt entweder durch das aktive Eindringen der Wurmlarve durch die Haut
oder durch infizierte Beutetiere. In Mäusen z.B. können sich die Larven
anreichern und ohne Weiterentwicklung monatelang infektiös sein. Schon 3
Wochen nach der Infektion scheidet dann eine Katze mit dem Kot schon
wieder Hakenwurm-Eier aus. Beim Hund ist auch eine Ansteckung der Welpen
durch Säugen möglich; dies wurde aber bei der Katze noch nicht
nachgewiesen. Zu dem Erscheinungsbild bei Jungtieren gehört: blutige
Durchfälle, Anämie, Abmagerung und struppiges Haarkleid. Gelegentlich kann
man die "Hubdeform" dieses Wurmes auch bei Katzen nachweisen. Der spielt
bei der Katze aber keine Rolle, weil es sich dann immer nur um eine
schwache Infektion handelt, die nur von kurzer Dauer ist.
Es gibt noch 2 Unterarten dieses Wurmes, der gelegentlich bei Haustieren
vorkommen kann:
Ancylostoma braziliense = in tropischen und subtropischen Gebieten. Er
dringt durch die intakte Haut der Katze ein.
Uncinaria stenocephala, ein auch in unseren Gebieten weit verbreiteter,
aber weniger gefährlicher Hakenwurm, der Hunde infiziert. Es wird zwar
auch von einem möglichen Befall der Katzen berichtet, dies ist aber nicht
zuverlässig nachgewiesen.
Zur Vollständigkeit: einige sehr ausgefallene Wurmarten.
Wen es auch schon
juckt, der kann getrost hier aufhören zu lesen. Für Hartgesottene: es
folgen noch 10 Arten.
Crenosomatose
Dies ist der schachtelhalmförmige Lungenwurm des Fuchses, Crenosoma
vulpis, der auch vereinzelt bei Katzen beobachtet wurde. Für seine
Entwicklung benötigt er Nackt- und Gehäuseschnecken. Die Larven wandern
vom Magen, durch die Magenwand, in die Pfortader, in die Leber ins rechte
Herz, in die Lunge und siedeln sich in den Bronchien an.
Aelurostrongylose
Aelurostrongylus abstrusus ist in endemischen Gebieten ein sehr häufiger
Parasit (bis 90%) der Bronchien (Lunge). Er erreicht eine Länge von 4 bis
10 mm. Bei infizierten Säugern schlüpfen die Larven I in der Lunge aus,
gelangen über den Rachenraum in den Magen und werden mit dem Kot
ausgeschieden. In Nackt- und Gehäuseschnecken entwickeln sie sich zu
Larven III. Als Transportwirte werden schneckenfressende Amphibien,
Reptilien und Kleinsäuger eingesetzt. Nach Aufnahme gelangen gelangen sie
zu über dem Lymph- und Blutweg zu ihrem Ansiedlungsort um nach 35 bis 63
Tagen die Geschlechtsreife zu erlangen. Dort verursachen sie viele graue
stecknadelkopfgroße Knoten, die aber auch zu größeren Zonen
zusammenfließen können. Bei befallenen Tieren wird chronischer Husten,
Nasen- und Augenausfluss, erhöhte Atemfrequenz, Appetitmangel und
Gewichtsverlust bei gestörtem Allgemeinbefinden festgestellt. Die
Diagnosesicherung geschieht durch eine Röntgenaufnahme.
Als Therapie wird ein Medikament eingesetzt, was allerdings auch
erhebliche Nebenwirkungen hat: Erregungszustände, Erbrechen oder
Speicheln. Aber alle anderen Medikamente haben versagt.
Dirofilaria immitis
Diese Art wird zwar hauptsächlich in Kaniden beobachtet, jedoch wird auch
die Katze gelegentlich angesteckt. Die Infektion vollzieht sich indirekt
über Mücken jeder Gattung. Fast ein halbes Jahr (190 bis 270 Tage) später
kann man erst im Wirbelwirt im Blut die Infektion nachweisen. Symptome
treten erst auf, wenn sich die Würmer im rechten Herzen und in den großen
Lungenarterien festgesetzt haben.
Brugia spp.
Bisher bekannte Arten sind:
B. malayi, B. patei, B. pahangi. Sie sind Parasiten des Lyphsystems und
befallen bevorzugt Primaten und werden durch verschiedene Mückenarten
übertragen. Die Katze dient in einigen Ländern nur als Versuchstier, weil
sie besonders empfänglich für diese Parasiten ist. Für den Menschen sind
die Parasiten höchst gefährlich. Bei aus Indien oder Malaysia importierten
Katzen konnte man bis jetzt noch keine Infektion nachweisen.
Spiruridosen
Diese Parasiten haben auch einige Unterarten, treten aber bis jetzt nur im
außereuropäischen Raum auf. Ihre krankmachenden Eigenschaften sind gering
und eine sichere Diagnosenstellung ist bis jetzt noch nicht möglich.
Folgende Arten dieser Rollschwänze wurden bisher nachgewiesen:
Thelazia californiensis (USA), Spirocerca lupi (Europa), Physaloptera
praeputialis (China, Hinterindien, Afrika, Südamerika), Gnathostoma
spinigerum sowie Vertreter der Gattung Abbreviata, Cyclospirura,
Mastrophorus, Protospirira, Rictularia, Spirura und Vogeloides massinoi
(Gebiet der ehemaligen UdSSR und USA), Gurltia paralysus (Südamerika).
Die Entwicklung verläuft indirekt zunächst über Käferarten. Transportwirte
sind Kleinsäuger und Reptilien. Endwirte sind alle Wirbeltiere, die diese
Kleisäuger fressen. Das Entwicklungsstadium dauert bis zu 4 Monaten.
(Also Vorsicht bei Importen von Reptilien oder Kleinsäugern aus diesen
Gebieten).
Capillariosen
Der Lungenhaarwurm des Fuchses, Capillaria aerophila, ist weiter
verbreitet, als man bis jetzt angenommen hat und wurde auch gelegentlich
bei Katzen festgestellt. Die häufige Infektion von Wildtieren, z.B.
Füchsen und Igeln, stellt eine Gefahrenquelle für streunende Katzen dar.
Die Eier des Haarwurmes werden aus der Lunge ausgehustet und gelangen über
den Rachenraum in den Magen-Darm-Trakt in die Außenwelt. Das erste
Larvenstadium ist schon infektiös. Die nach der Infektion freiwerdenden
Larven gelangen auf dem Lymph und Blutweg in die Lunge. Dort entwickeln
sie sich in sechs Wochen. Eine Infektion äußert sich in einer Bronchitis
und einer Entzündung der Luftröhre. Es tritt röchelnder Husten auf, der
oft von Nasenfluß begleitet wird. Der Allgemeinzustand verschlechtert
sich, es entsteht eine Blutarmut. Der Tod tritt durch eine
Lungenentzündung ein.
Capillaria plica
Bei Urinuntersuchungen findet man hin und wieder zitronenförmige Eier.
Hier haben die Parasiten die Harnblase und die Niere infiziert. Bei dieser
Infektion dient der Regenwurm als Zwischenwirt. Der Befall verläuft in der
Regel harmlos. Gelegentlich kommt es zu einer Nierenentzündung.
Trichinellose
Katzen können, wie viele andere Säuger, nach Aufnahme infizierter Nager an
einer Trichinallose erkranken und diese zuerst im Darm später als Larven I
in der Muskulatur beherbergen. Als Nachweis dient eine Muskelstückentnahme.
Trichurose
Gelegentlich wird von einem Nachweis im Katzenkot berichtet. Exakte
Angaben liegen aber nicht vor. Es handelt sich wohl in solchen Fällen um
Zufallsbefunde.
Infektionen mit Dioctophyme renale
Der bis zu 1 m lange Nierenwurm kann in vielen Tieren und im Menschen
beobachtet werden. Gelegentlich sind auch Katzen betroffen.
(Ansteckungsgefahr für den Menschen). Die Eier werden mit dem Urin
ausgeschieden. Eine Ansteckung kann nur indirekt über spezifische
Zwischenwirte erfolgen. Eine medikamentöse Therapie ist nicht bekannt. Im
Zweifelsfall muss der Parasit chirurgisch aus der Niere, dem Brustraum oder
aus der Bauchhöhle entfernt werden.
Gesundheitsgefährdende Eingeweidewürmer bei
Mensch und Tier
Erkrankung: Trichinose
Erreger: Rundwürmer; Männchen: 1,5 mm lang - Weibchen: 3,5 mm lang
Lat. Name: Trichinella spiralis
Wirt: Bär, Fuchs, Dachs, Hund, Katze, Ratte, Schwein
Übertragen: Vorwiegend durch Genuss von Schweinefleisch
Inkubation: 2 bis 3 Tage
Symptome: Fieber, Magen-, Darm-, Muskelschmerzen, Durchfälle,
Gesichtsschwellung, zugeschwollene Augen
Vorgang: Die Weibchen entleeren ihre Brut im Blut- & Lymphsystem.
Jungwürmer bohren sich vorwiegend in den Muskel und rufen
Entzündungszustände hervor.
Erkrankung: Madenwurmverwurmung
Erreger: Pfriemenschwanz; Männchen: 3 bis 5 mm lang - Weibchen: 9 bis
12 mm lang
Lat. Name: Oxyuris vermicularis, Enterobius vermicularis
Wirt: Fliegen, Naturboden, Fingernägel
Übertragen: Bodenfrüchte, Rohsalate,Rohgemüse, Fliegen (auf der Nahrung),
Toilette
Inkubation: Nach Eiablage schlüpft die Larve nach 12 Stunden. Erkrankung:
wenn die Larve sich im Dünndarm einnistet
Symptome: Afterjucken, Afterekzeme, chronische Appendicitis, Darmentzündungen
Vorgang: z.B. Larve ->Salat ->Fingernagel ->Mund ->Magen ->Darm ->Wurm
->Enddarm ->Eiablage ->nachts herauskrabbeln ->Juckreiz ->Kratzen ->Mund
->usw.
Erkrankung: Spulwurm
Erreger: regenwurmähnlich; Männchen: 16 cm lang - Weibchen: 25 cm lang
Lat. Name: Ascaris lumbrioides
Wirt: Fingernägel, Erde
Übertragen: ungewaschene Nahrungsmittel, Feld- & Gartenfrüchte
Inkubation: Direkt nach Infektion
Symptome: Brechreiz, Darmverschluß, Atembeschwerden, Oberbauchschmerzen
Vorgang: Eier -> Magen -> Darm ->Larven ->Eindringen in die Schleimhaut
->Blut- & Lymphbahn ->Leber & Lunge. Sie bohren sich durch und gelangen
über den Mundraum in den Dünndarm
Erkrankung: Peitschenwurm
Erreger: Rundwurm; 5 cm lang
Lat. Name: Trichocephalus dispar
Wirt: Erde
Übertragen: verunreinigte Nahrungsmittel, Feld- & Gartenfrüchte
Inkubation: Direkt nach Infektion
Symptome: keine besonderen Störungen
Vorgang: Das Wurmei entwickelt sich im Dünndarm zur Larve und dann zum
fertigen Wurm
Erkrankung: Hakenwurm
Erreger: Grubenwurm; Rundwurm 8 mm bis 13 mm lang
Lat. Name: Ankylostoma duodenale; Necator americanus
Wirt: Bergwerke, Tunnel
Übertragen: Arbeiten in lichtarmen Bereichen bei 25 bis 30 Grad Celsius
und Feuchtigkeit
Inkubation: Direkt nach Infektion
Symptome: Durchfälle, Magen- & Darmbeschwerden, Blutarmut, allgemeine Schwäche
Vorgang: Die Larven dringen durch die Haut ein und gelangen mit dem
Blutstrom in die Lunge. Durchbohren die Lunge und landen über den Kehlkopf
in den Zwölffingerdarm.
Erkrankung: Bandwürmer
Erreger: Plattwurm; oft bis 10 m lang
Lat. Name: Cestoden
Wirt: Erde
Übertragen: verunreinigte Nahrungsmittel
Inkubation: bis zu mehreren Jahren
Symptome: Abmagerung, Durchfälle, Verstopfung, Erbrechen, Koliken
Vorgang: Die Eihülle wird durch Magensaft zerstört. Entwicklung im Darm
zur Larve. Durchbohren den Darm und gelangen über die Blutbahn in die
inneren Organe. Dort Zystenbildung.
Erkrankung: Bandwürmer
Erreger: Rinderbandwurm; 4 m bis 10 m lang
Lat. Name: Taenia saginata
Wirt: Rind
Übertragen: ungekochtes finniges Rindfleisch
Inkubation: 11 bis 12 Wochen
Erkrankung: Bandwürmer
Erreger: Schweinebandwurm; 2 m bis 4 m lang
Lat. Name: Taeni solium
Wirt: Schwein
Übertragen: ungekochtes finniges Schweinefleisch
Inkubation: 11 bis 12 Wochen
Symptome: Wie oben. Mensch kann zum Zwischenwirt werden.
Vorgang: Wie oben. Einnistung in die Muskulatur und ins Gehirn
Erkrankung: Bandwürmer
Erreger: Fischbandwurm; 10 m lang, 20 mm breit
Lat. Name: Botriocephalus latus
Wirt: Fisch
Übertragen: rohes Fischfleisch, besonders Leber
Inkubation:
Symptome: Wie oben. Nervöse Reizzustände, Kopfschmerz, Ohnmacht, Anämie
Erkrankung: Bandwürmer
Erreger: Hundebandwurm; 5 bis 6 mm lang
Lat. Name: Taenia Echinococcus
Wirt: Haustiere jeglicher Art.
Übertragen: Mitnahme des Tieres ins Bett. Zu naher Kontakt.
Inkubation:
Symptome: uncharakteristisch. Ausscheidung von Gliedern. Sie kleben als
"Reiskörner" im Fell um den Afterbereich.
Vorgang: Durchtritt der Larve durch die Darmwand. Einnistung in Leber,
Lunge, Gehirn
Wurmerkrankungen beim Menschen.
Bezugnehmend auf die Tabelle der Eingeweidewürmer bei Mensch und Tier und
den Ausführungen der Endoparasiten beim Tier, siehe dort, hier noch einige
Besonderheiten betreff Mensch.
Oxyuriasis (Erkrankung an Madenwürmern)
Der Maden- oder Springwurm, Pfriemenschwanz (Oxyuris vermicularis), ein
lebhaft beweglicher, fadenförmiger, häufig vorkommender Darmparasit des
Menschen, dessen Männchen 3 bis 4, dessen Weibchen 10 bis 12 MM mißt, lebt
im Dickdarm, unteren Dünndarm und im Wurmfortsatz (Blinddarm). Er wandert
zur Eiablage in den Enddarm, gelangt aber auch nach außen und verursacht
Jucken. Durch Kratzen erfolgt, übertragen durch die Finger, wieder eine
Selbstansteckung. Aus dem von ihm verursachten Afterjucken können sich
mehr oder weniger ausgedehnte Analexzeme entwickeln. Bei Mädchen und
Frauen können auch die Geschlechtsorgane befallen werden.
Die Erkennung geschieht durch den Nachweis der Würmer und ihrer Eier im
Kot oder aus Abstrichen der Falten im Analbereich.
Zur Vorbeugung ist auf peinliche Reinlicheit zu achten. Die Therapie
besteht heute in der Einnahme eines schrecklich schmeckenden Saftes über
mehrere Wochen und in dem Tagen von Baumwollunterwäsche, die nach jedem
Toilettengang gewechselt werden sollte (Kochwäsche).
Also: regelmäßig Hund und Katze entwurmen und das Gesicht nicht ablecken
lassen. Möglichst nicht mit den Händen das Gesicht berühren, nachdem man
ein Haustier angefaßt hat. Hände waschen vor dem Essen.
Die Finne des Menschenbandwurmes (Taenia solium), der
Cysticercus
cellulosae, sitzt bisweilen im Unterhautbindegewebe und bildet dann
linsen- bis taubeneigrosse glatte, verschiebliche Geschwülste, deren
Herkunft nur durch Punktion zu klären ist.
Die Finne des Hundebandwurmes, der Taenia echinococcus,
sitzt am
häufigsten in der Leber, sehr selten unter der Haut. Auch sie ist nur
durch Punktion zu erkennen. Beim Platzen von Echinokokkusblasen bei einer
Operation oder aus anderer Ursache kommt es zu einer Nesselsucht.
Der SPULWURM (Ascaris lumbricoides) macht bei seinen
Trägeren kaum
Hauterscheinungen, obwohl seine Leibessubstanz und Leibeshöhlenflüssigkeit
stark allergisierende und toxische Stoffe enthält, die gelegentlich bei
Menschen Asthmaanfälle auslösen.
Alle Bandwurmarten rufen beim Menschen eine Veränderung im
Blutbild
hervor, allgemeine Störungen, wie Fieber, Muskelschmerz, Gewichtsverlust,
"Fresssucht", Nesselsucht, Eiterpusteln, Anschwellen der Augenlider und
gelegentlich Anschwellen der Zungenmuskulatur. Gelegentlich kann man das
Ausscheiden der Bandwurmglieder beobachten. Therapie: neben einem übel
schmeckenden Saft, der auch über einige Wochen genommen werden muss (darauf
achten, daß der Bandwurmkopf auch ausgeschieden wird!! Sonst nochmals alles
von vorn), erhält man Spritzen, Tabletten und oft ist eine Operation nicht
zu umgehen.
Ein massenhaftes Eindringen von Hakenwurmlarven
(Ankylostoma duodenale) in
die Haut kann Entzündungen bei befallenen Hautteile und heftigen Juckreiz
hervorrufen.
In den letzten Jahren wird nach dem Baden in bestimmten
Flüssen und Seen
eine Art Hauterkrankung beschrieben. Dabei stellte sich heraus, dass diese
auf die Cercaria ocellata, die Jugendform eines Schistosomiden,
zurückgeht. Sie befällt nur vorübergehend die Haut des Menschen, ihre
geschlechtsreifen Stadien gelangen in Möwen, Enten oder anderen Vögeln zur
Ausreifung.
Und dann gibt es noch einige Arten von tropischen Würmern,
die in der
heutigen Zeit auch zunehmend die reiselustigen Deutschen befallen können,
wenn sie es nicht lassen können, barfuss durch Savannen und Flüsse der
Savannen zu gehen.
|