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Schwebebahn |
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Die Schwebebahn, fast 100 Jahre alt, wird nun per Abriss saniert. So die Planung der WSW AG. Inwieweit die historischen Bahnhöfe gerettet werden können, steht noch nicht fest. Nach der vorläufigen Planung sieht es aber düster aus. Düster, wenn man individuelle Bahnhöfe im Jugendstil - gegenüber uniformen Glas-Stahl-Beton-Konstruktionen (ca.drei Varianten) - bevorzugt. Düster, wenn man die finanzielle Lage, wie schon vor gut drei Jahren prognostiziert aber als "Hausfrauenmeinung" öffentlich abgetan, jetzt betrachtet. Nachdem schon zu Anfang außerplanmäßig viel mehr Geldmittel verbraucht wurden und die Insolvenz von Holzmann und somit auch Stahlbau Lavis wie ein Damokles-Schwert über der Schwebebahn hängt, sind die WSW verständlicherweise nicht bereit, gutes Geld dem schlechten hinterher zu werfen. Soll doch erstmal der Stahlbauer seine handwerklichen Qualitäten wirklich unter Beweis stellen. Das finanzielle Hick-Hack zwischen WSW und der Holzmann-Tochter Stahlbau Lavis ist jedenfalls nicht konstruktiv im Sinne der Baumaßnahme und der Erhaltung des Wuppertaler Wahrzeichens. Doch es gibt noch Lichtblicke, man kann auch Optimist sein: Die Arbeit schleppt sich so dahin, Verzögerungen sind an der Tagesordnung und es gibt ein Konzept zur kostengünstigen Erhaltung der historischen Bahnhöfe, welche nicht unbedingt verschrottet werden müssen. Nicht zu vergessen: immer wieder deutschlandweite kontroverse Diskussionen im Internet und in den Medien zum Thema "Rettet die Schwebebahn", z.B. mehrfach im Forum von http://www.nrw.de. Und die Bürgerinitiative zur Rettung der Schwebebahn e.V. ist mittlerweile mit eigener Website unter http://rettetdieschwebebahn.wtal.de zu finden. Dort finden Sie die aktuellsten Informationen zum Rechts- und Meinungsstreit über das wann, wo und wie der baulichen Veränderung. Ältere Diskussionsbeiträge sind auch hier archiviert. Es lohnt sich u.a. auch schon mal eine Suche nach dem Begriff Schwebebahn in gängigen Suchmaschinen im Internet. Demgegenüber steht jedoch die Ablehnung der WSW AG, über solche Alternativen überhaupt öffentlich zu diskutieren. Der Bergische Geschichtsverein (BGV) hat sich - im Gegensatz zu der Bürgerinitiative zu Rettung der Schwebebahn e.V. - mittlerweile mit dem generellen Ansatz der WSW abgefunden. Die Sektion Wuppertal der BGV setzt auf Kooperation und versucht durch Gespräche am runden Tisch mit den Betreibern Einfluss auf die Ausführung zu bekommen. Vielleicht kommt dabei u.a. ein Schwebebahnmuseum heraus, wenn auch ein Großteil der Bahnhöfe offensichtlich nicht gerettet werden kann. Schade, wenn durch Ignoranz der Betreiber der Imageträger Nr.1 von Wuppertal sein Gesicht zusehends verliert. Aber mit Sicherheit wird auch die 'neue' alte Dame irgendwann Imageträger werden. Immerhin ist die neue Fassade schon jetzt historisch. In der Art, wie das Gerüst gebaut wird, auf jeden Fall 'historisierend'. Aufgeklebte Nietenköpfe erwecken den Eindruck genieteter Stahlträger - das ist halt ein perfektes Design. Den neuen Bahnhöfen wurde schon in der Planung der Stil der Zukunft, wie man Sie in 1980 bauen konnte, in die Wiege gelegt. Daher birgt ein neuer Bahnhof schon jetzt das Merkmal historisch in sich: Guck mal, so haben die sich früher vorgestellt, wie ein moderner Bahnhof aussehen könnte. Aber das ist reine Geschmacksache und sei somit jedes Einzelnen "Individualgutachten" offen. Die Fahrzeugtechnik ändert sich - vorerst - gar nicht. Das Flair der quietschenden 'Alten Dame' bleibt den Wuppertalern und Besuchern auf diesem Wege erhalten, da das Prinzip der hängenden Einschienenbahn beibehalten wird. So wird es dann auch in Zukunft heißen: 'Ab 22 Uhr, spätestens 23 Uhr, kein Schwebebahnverkehr!'. Dass das Konzept der gerüstgestützten Monorailbahn unmodern sei, widerlegen etliche Anfragen und Diskussionen zu diesem Thema im Internet. Magnetschienen wäre jedenfalls leiser. Andererseits nimmt das Verkehrsaufkommen in den Nachtstunden extrem ab und kann durch Busse gut kompensiert werden. Die WSW bieten im Zuge des 'Ausbaus' der Schwebebahn einen Ersatzverkehr mit Bussen an, der jeweils am Wochenende stattfindet. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf den WSW-Seiten zu diesem Thema. Warum nicht oder kaum ortsansässige Firmen beim Umbau beschäftigt werden, wunderte sich wohl auch der Bürgermeister. Bahnhof Kluse ab sofort in Betrieb, das wurde am 25.03.1999 mit einem Tag Freifahrt mit der Schwebebahn gefeiert. Dieser Bahnhof war nach Kriegsende nicht wieder aufgebaut worden. Doch nun hat die Konzentration von Freizeitattraktionen in diesem Bereich wohl den entscheidenden Anstoß gegeben, an der historischen Lage erneut einen Zugang zur Schwebebahnlinie zu schaffen. Nicht zuletzt DER Unfall hat die Umbaumaßnahmen erneut in Frage gestellt und das Thema in die Öffentlichkeit gerückt. Und was aus der Zusammenarbeit mit den Holzmann-Firmen wird, kann nur die Zukunft zeigen. Hoffen wir auf ein gutes Ende ... |