Biologisches I
Allgemeines über HauskatzenDie Katze war und ist ein Raubtier. Sie ist dazu auch
in ihrer Kleinform Hauskatze ideal angepasst. Beweglichkeit, Sinnesschärfe und Reflexe
machen sie zu einem ausgezeichneten Jäger mit einer faszinierenden Attraktivität für
den menschlichen Beobachter.
Gab es nur eine Wildform? Das weiß man heute nicht mit Sicherheit, doch spricht vieles
für die Abstammung von der afrikanischen Falbkatze. Mögliche Ursprünge können
(zusätzlich) auch aus der Kaukasischen Wildkatze oder der Indischen Steppenkatze
hergeleitet werden. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Historisches
Die Hauskatze ist zwar ein Haustier, doch im Gegensatz zu Hund, Rind und Schaf ist sie
nie richtig domestiziert worden. Der anfängliche Nutzen einer Katze lag wohl in der
Bekämpfung von Nagern, die mit dem Menschen als Nahrungsschädlinge und potentielle
Krankheitsüberträger in Konflikt gerieten.
Während der domestizierte Wolf den Jagderfolg steigern und das Heim behüten konnte und
als Rudeltier sich dem Menschen voll unterordnete, dienten die domestizierten Wiederkäuer
und Huftiere in der Zuchtform dem Menschen als Nahrungsreserve und Lieferant diverser
Errungenschaften wie z. B. Milch, Wolle, Horn sowie als Nutztiere für Transport- und
Feldarbeit.
Demgegenüber hatte die Katze von Anfang an eine autonome Stellung. Sie wurde bald als Göttin verehrt, im alten Ägypten als Gottheit wie im kalten Germanien als Freyas Begleiterin. Durch die Christianisierung, in der die meisten Kulte ihr 'Vorzeichen' änderten, wurde die Katze zum Symbolträger des Bösen. Aber auch in Asien, zuerst in China, später in Japan, sind Hauskatzen lange bekannt. Zuletzt eroberten sie im 17. Jahrhundert den amerikanischen Kontinent im Zuge der europäischen Einwanderung.
Katzenzucht
Katzen vermehren sich, wenn man sie lässt und ausreichend Nahrung und Raum zum Leben
vorhanden ist. Der Mensch greift, wie in vielen Dingen, seit langem in diesen natürlichen
Prozess ein. Während andere Nutztiere so einen höheren Nutzwert erreichen konnten, sind
die Hauskatzen in dieser Hinsicht eigentlich immer gleich geblieben.
Wozu also überhaupt Zuchtkatzen? Vor allem wegen der großen Bandbreite an Fellfärbung
und Behaarung, die einen Großteil der optischen Attraktivität ausmacht in
Verbindung mit den o. g. positiven Eigenschaften.
Die natürliche Variante ist ein mehr oder weniger stark getigerter Typ mit hohem
Braunanteil, s. a. Verwandtschaft. Die Farbpalette geht
von Farblos/Weiß über Creme, Gelbbraun, Braun, Silber, Grau bis Schwarz. Die
Farbanordnung gibt es von einfarbig bis hin zu vierfarbig (letzte sind meist Weibchen).
Die Farbe kann im einzelnen Haar variieren und/oder auf bestimmte Fellbereiche beschränkt
sein, mit harten wie fließenden Übergängen. Allein hieraus wird klar, dass es eine
Unzahl von verschiedenen Farbkombinationen geben kann.
Betrachtet man dann noch Felltypen wie Kurzhaar, Halblanghaar und Langhaar sowie diverse
Physiognomien, so spreitet sich ein Fächer von individuellen Typen auf, dem man durch
Klassifizierung nach bestimmten Merkmalen eine (willkürliche) Ordnung zugrunde legt.
Diese Kriterien werden von Katzenverbänden und Züchterorganisationen festgelegt und
helfen Ihnen, den Rassetyp Ihrer Hauskatze zu definieren. Doch jede Katze hat Rasse, auch
wenn sie nicht immer als 'Rassekatze' klassifiziert wird.
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