Biologisches II

Allgemeines über Raubtiere

Einige Begriffsbestimmungen und Basisinformationen

Raubtiere (im folgenden R. genannt) – Ordnung Carnivora = Fleischfresser, Unterordnung Landraubtiere = Fissipedia

R. leben hauptsächlich vom Fleisch und Blut anderer Wirbeltiere. Sie jagen mit Hilfe ihrer krallenbewehrten Tatzen und dem Gebiss, etliche sind auch Aasfresser. Die kleineren R. fressen auch Kerbtiere, Würmer und Eier und viele R. nehmen auch pflanzliche Nahrung zu sich (Allesfresser).
Gebissformel: 3143 für Ober- und Unterkiefer pro Seite. Demnach also symmetrisch 3 Schneidezähne, 1 Eckzahn (meist stark entwickelt), der letzte der 4 oberen Vorbackenzähne sowie der erste der 3 unteren Backenzähne ist je nach Spezialisierung verschieden entwickelt, meist zu einer Reisszahnkombination, mit der seitlich Nahrung regelrecht abgesägt werden kann. Die restlichen Backenzähne sind meist gering ausgebildet. Ein Milchgebiss ist immer vorhanden, es wird bis auf die Familie der Bären relativ lang genutzt. Ober- und Unterkiefer sind so verbunden, dass der Unterkiefer sich nur auf- und abwärts bewegen kann, mahlende Kaubewegungen sind daher ausgeschlossen.
Besonderes Kennzeichen der R. ist die Sinnesschärfe. Die Augen sind hinter der Netzhaut mit einer reflektieren Schicht, dem Tapetum cellulosum lucidum, ausgestattet, welche Restlicht reflektiert (das Licht wird von den Sinneszellen effizienter empfangen, quasi per Restlichtverstärker) und so auch bei schlechten Lichtverhältnissen optimale Sicht bietet.
Das Schlüsselbein (s. u.) ist reduziert oder gar nicht vorhanden. Elle und Wadenbein dagegen sind lang und stark ausgebildet. Der Großteil der R. gehört zu den Zehengängern, Sohlengänger sind Bären und Marder.
Der Verdauungsapparat besteht aus Magen und Darm, letzterer ist relativ kurz.Viele R. besitzen Afterdrüsen, mit denen sie sich anderen Artgenossen oder manchmal auch Feinden mitteilen können.
Männliche R. haben einen Penisknochen und außenliegende Hoden, weibliche R. eine zweihörnige Gebärmutter, bilden eine Gürtelplazenta und haben bauchständige Milchdrüsen. Die Jungen kommen meistens klein, blind und wenig beweglich zur Welt.

Überfamilien: Marder- und Bärenartige (Arctoidea), Schleichkatzen- und Hyänenartige (Herpestoidea), Hunde- und Katzenartige (Cynofeloidea)

Familie: Katzen (Felidae), Unterfamilie: Echte Katzen (Felinae),
Gattungen: Kleinkatzen (Felini) und Großkatzen (Pantherini)

Fortsetzung: Familie der Katzen