Biologisches III

Allgemeines über Raubtiere

(Schwerpunkt Katzen)

Überfamilien: Marder- und Bärenartige (Arctoidea), Schleichkatzen- und Hyänenartige (Herpestoidea), Hunde- und Katzenartige (Cynofeloidea)
Familie: Katzen (Felidae), Unterfamilie: Echte Katzen (Felinae)
Gattungen: Kleinkatzen (Felini) und Großkatzen (Pantherini)

Unterschiede: Bei Kleinkatzen ist der Zungenbeinapparat komplett verknöchert (daher können diese nicht brüllen, hingegen aber auch beim Einatmen schnurren) und daher sind Nebelparder und Puma großwüchsige Kleinkatzen! Auch im Verhalten gibt es Unterschiede zwischen den Gattungen.

Biofacts der Katzen/Hauskatzen

Wildkatzen (Felis silvestris) stammen aus Asien und haben als Bewohner warm-trockener Gebiete die Beringstraße entwicklungsgeschichtlich nie überschritten. Sie traten mit Felis lunensis im ältesten Pleistozän auf und sind gegenwärtig mit mehreren Unterarten in Eurasien und Nordafrika verbreitet; von ihnen stammt unsere Hauskatze ab.

Kater werden meist etwas größer, schwerer und dickköpfiger als die Weibchen der selben Art.

Die Zähne sind auf die Jagd und das Fleischfressen spezialisiert, Gebissformel: 313(2)1/3121, die Schneidezähne (I) vorne sind sehr klein und zum Schaben und Knabbern gut, der Eckzahn (C) ist als Fangzahn groß und lang, der letzte obere Vorbacken (P)- und der untere Backenzahn (M) bilden zusammen eine Schneidekante mit wesentlich höherem Beissdruck durch die Lage weit hinten im Kiefer. Zwischen diesen Reisszähnen und dem Eckzahn liegt eine Lücke (Diastema - hier kann man relativ bequem eingreifen, um das Maul zu öffnen).
Dem Milchgebiss (Tragdauer ca. 10. - 125. Lebenstag) fehlen die Backenzähne (M).

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Das Schlüsselbein ist sehr stark reduziert und liegt innerhalb der Muskeln ohne Verbindung zur Schulter, der Penisknochen ist schwach entwickelt.

Die Vorderpfoten haben 5 Zehen, der kürzere Daumen liegt weiter oberhalb, die Hinterpfoten sind 4-zehig, da eine Zehe stark verkümmert ist. Die Behaarung geht bis zu den Ballen. Die spitzen, sichelförmigen Krallen liegen in Krallenscheiden verborgen und werden nur bei Bedarf durch Muskelzug hervorgeschnellt.

Katzen haben Schweissdrüsen an den Fußballen, am Maul (Kinnwinkel/Lippen), am After und den Zitzen. Größere Talgdrüsen sind oberhalb am Schwanz (Schwanzorgan), am Oberkiefer und am Penis zu finden.

Die Sinne sind sehr gut entwickelt, davon das Gehör und der Gesichtssinn besonders. Die Ohrmuscheln werden per Reflex auf Geräusche separat ausgerichtet. 20 Meter entfernte Geräuschquellen können auf 50cm Abstand unterschieden werden. Rufe können bis auf 300 Meter wahrgenommen werden. Die Hauskatze ist ca. 6-fach lichtempfindlicher als der Mensch. Das Auge hat Stäbchen und Zapfen, sie kann also auch Farben sehen. Das Tapetum lucidum verstärkt durch Reflektion die Lichtausbeute

Der Gleichgewichtssinn ist ebenfalls gut entwickelt, die Katze kann beim Sturz ab einer Höhe von 3 Metern sich von der Rückenlage, beginnend am Kopf, auf die Bauchlage drehen. Um das Gleichgewichtsorgan neu zu justieren, schüttelt sie manchmal den Kopf, dies kann man besonders gut dann beobachten, wenn man seinen Stubentiger in Rückenlage auf dem Arm hatte und dann auf den Boden setzt. Der Schwanz mit ca. 20 Wirbeln dient als Balanzierhilfsmittel und auch Stimmungsbarometer.

Der Tastsinn ist auch sehr gut entwickelt, die langen teils beweglichen Tasthaare am Kopf sowie an Brust und Vorderbeinen (Sinushaare) ermöglichen eine genaue Einschätzung von Hindernissen oder Beute auch bei Dunkelheit oder Blindheit. Der Geschmackssinn unterscheidet vor allem bitter, sauer und salzig und bildet zusammen mit dem Geruchssinn die Grundlage zum Erkennen von Futter bzw. dessen Qualität.

Katzen schleichen sich in der Natur an ihre Beute heran und sie schlagen auch mehr Beute, als sie fressen können, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, da ihr Jagdtrieb sehr stark auf Instinkten beruht. Die feinere Jagdtechnik lernen die Jungen von ihrer Mutter und im Lauf der Zeit, je nach eigenem Training. Aufrgrund des durch den engen Brustkorb eingeschränkten Lungenvolumens und des rel. kleinen Herzens ist die Katze nicht gerade zu ausdauernden Belastungen veranlagt.

Revierverhalten: Das Revier kann verschieden groß sein und beinhaltet ein inneres Terrain sowie ein weiteres Jagdrevier. Letzteres kann mit Artgenossen geteilt werden, die größeren Katerreviere überschneiden des öfteren die Reviere mehrerer Katzen. Markierungen werden mit Harn und durch Kratzspuren gesetzt.

Hauskatzen werden nach fast 6 Monaten zum ersten Mal geschlechtsreif, rufen während der ca. 6 Tage dauernden Brunft nach ihrem Kater und wälzen sich häufig (Rolligkeit), die Kater werden etwas später fertil und sind dann eher schmusiger und ‚musikalisch‘. Die eigentliche Begattung ist in wenigen Minuten vorüber und die Katze vertreibt den Kater erst einmal wieder, sie ist nur in einem Zeitraum von 3-4 Tagen paarungswillig. Sie bekommt nach ca. 63 Tagen bis zu 8 Junge und kann unter günstigen Umständen bis zu 3 Würfe pro Jahr haben!

Verwandtschaft