Katze krank? (I)
Allgemeines über Hauskatzen

Allgemeines über Hauskatzen - Krankheiten und Anomalien

Krankheiten und deren Symptome  zurück zur  Übersicht
Nicht jedes Symptom ist allein immer ein zwingender Hinweis auf eine bestimmte Krankheit. Daher sollte der Gang zum Tierarzt nicht versäumt werden.

Glatzflechte Herpes tonsurans   Übersicht
Symptome: kreisrunder Haarausfall an Beinen, Stirn oder Augen beginnend, Juckreiz, Hautverdickung und Pusteln
Verhalten: bei Verdacht in später ggf. zu verbrennenden Transportbehälter (alte Tasche) sofort zum Tierarzt, da hohe Ansteckungsgefahr. Bei Nachweis der Krankheit: Tierklinik oder Katze einschläfern, zu Hause alles desinfizieren. Für den Menschen ist dieser Herpes zwar nicht lebensgefährlich, aber sehr unangenehm. Daher dann auch beim Menschen auf die o.g. Symptome achten und Fremdkatzen erst beobachten und beim Tierarzt checken lassen, bevor sie ins Haus genommen werden.
Auch andere Hautpilzerkrankungen sind wechselseitig übertragbar und sollten behandelt werden.

Toxoplasmose  Übersicht
Besonders durch rohes Schweinefleisch kann sich die Katze infizieren. Diese Krankheit kann nur in bestimmten Fällen dem Menschen gefährlich werden, nämlich bei Personen mit einer allgemeinen Immunschwäche, aber auch genau dann, wenn eine schwangere Frau sich erstmals mit Toxoplasmose infiziert und noch keine Abwehrkräfte dagegen entwickelt hat. Dann kann der Fötus bei Erstinfektion im letzten Drittel der Schwangerschaft gefährdet werden (Säuglingstoxoplasmose). Daher sollten Frauen zu Beginn oder vor einer Schwangerschaft einen Test machen lassen, ob sie eine Abwehr gegen Toxoplasmose aufgebaut haben (Vorsorgeuntersuchung). Gefährdete sollten auf jeden Fall nicht die Katzentoilette versorgen und den Kontakt mit Katzenexkrementen meiden. Die Toxoplasmosegefahr ist für den Menschen eher im Umgang mit rohem Fleisch insbesondere Schweinefleisch zu sehen. Daher sind ältere Menschen zu 70-80% mit Erwachsenen-Toxoplasmose infiziert. Der Erreger Toxoplasma gondii ist vor allem in den Lymphknoten zu finden.

Katzenseuche/Katzentyphus Panleukopenie, Feline Enteritis  Übersicht
Symptome: starkes Erbrechen von gelb-grünem Schaum, übelriechender Durchfall, völlige Futterverweigerung, starker Durst, der aber kaum gestillt wird, hohes Fieber
Verhalten: Flüssigkeit, Aufbaupräparate und Kreislaufmittel können dem Tier vielleicht helfen, die Krankheit zu überstehen. Besser: rechtzeitig impfen lassen (Junkkatzen erst nach der 8. Woche, ggf. Nachimpfung erforderlich). Sterblickeitsrate: 80-90%, überlebt die Katze, ist sie zeitlebens immun. Die ausgeschieden Viren sind sehr resistent, Desinfektion nach Rücksprache mit Tierazt sinnvoll.

Katzenschnupfen Übersicht
Symptome: Grippeartige Fieberschübe, Nickhaut vorgezogen, geschwollene Augenlieder, Nahrungsverweigerung
Grippeartiger Virusinfekt, der zu Katarrhen des Nasen- und Rachenraumes führt und besonders bei Jungtieren oft tödlich endet. Meist durch Tröpfcheninfektion übertragene Picorna- oder Herpesviren, die jährliche Schutzimpfung ist hochwirksam. 

Chlamydien Übersicht
Symptome: Augenentzündung, eitriger Ausfluss am Auge, anhaltendes Niesen
Bei rechtzeitiger Therapie mit Breitbandantibiotikum gute Heilungsschancen, sonst Gefahr der chronischen Entzündung. Unbehandelt kann die Infektion tödlich enden. Impfstoff vorhanden, wird besonders für Deckkater eingesetzt, um die Verbreitung dieser Bakterien in Zuchtkreisen zu minimieren.

Katzenstaupe  Übersicht
Symptome: Husten, raselnder Atem, Niesen, eitriger Ausfluss aus Nase, Apathie
Verhalten: Tierarzt kann teilweise helfen. Aufbaupräparate helfen dem Tier insgesamt, die Lungenentzündung selbst muss es allerdings allein in den Griff bekommen.

Rachenseuche Rhinitis infectiosa   Übersicht
Symptome: Schnupfen, starke Schleimbildung bis hin zur Erstickung, Verschlechterung des Allgemeinbefindens
Verhalten: Tierarzt kann teilweise helfen, Schutzimpfung hilft gegen Ansteckung.

Vergiftungen  Übersicht
Symptome: ähnlich wie bei Katzenseuche
Verhalten: Tierarzt sofort konsultieren
Teer-, Petroleum- und Benzinprodukte sind für Katzen absolut giftig und wirken ätzend auf die Haut! Die Teerseife für den Hund darf also nicht für die Katze verwendet werden. Kern- oder Neutralseife sind dagegen erlaubt, um Fellreinigung im Notfall zu betreiben. Gefährlich giftig sind viele Medikamente, z. B. Aspirin, Alkohol, Tabak, Farben und Lacke, Lösungsmittel, Rizinusöl, Säuren, Jod, Dünger, phosphorhaltige Substanzen, Unkrautvernichter, Mottenkugeln,  ... und viele Pflanzen: neben allgemein bekannten Giftpflanzen u. a. z. B. Veilchen, Arnika, Chrysanthemen, Azaleen, Buchsbaum, Christusdorn, Efeu, Farn, Geranien, Kakteen, Lorbeer, Nelken, Oleander, Pfaffenhütchen, Schneeball, Tollkirsche, Tulpe, Wacholder, Waldmeister, ...

Flohbefall und Zecken  Übersicht
Diese Ektoparasiten können der Katze auf den Leib rücken und ihr das Leben schwer machen. Sie können aber auch Krankheiten übertragen. So ist der Katzenfloh Ctenocephalides felis der Zwischenwirt des Bandwurms. Die Zecke z. B. Ixodes rhizinus überträgt Viren und Bakterien. Floh/Zeckenhalsbänder helfen vorbeugend. Bei Katzen mit Freilauf ist eine Zeckenzange hilfreich, um diese Plagegeister schnell entfernen zu können. Der Kopf sollte immer mit entfernt werden, um langwierige Entzündungen zu vermeiden. Gegen Flohbefall gibt es Puder, Tropf- und Sprühlösungen sowie Medikamente. Ihr Tierarzt berät sie. Akuter Flohbefall kann durch Flohkot (rotbraune-schwarze Pünktchen beim Ausbürsten über weißem Papier) und genaue Fellkontrolle festgestellt werden. Da Flöhe ihre Eier in Ritzen und Spalten verstecken, muss dann auch die Lagerstätte und schlimmstenfalls die ganze Wohnung (mehrmals) desinfiziert werden, um auch den Flohnachwuchs zu erwischen.

Milben  Übersicht
Die Ohrmilben Otocectes cynotis sind recht häufig bei freilaufenden Katzen zu finden. Schwarzbraune Verkrustungen in den Ohrmuscheln zeigen den Befall an. Mit Öl oder Emulsione muss man behandeln, bevor Ohrräude einsetzen kann.

Würmer  Übersicht
"Wurmbefall ist häufig bei Katzen. Da der Laie kaum feststellen kann, um welche Art von Badwürmern es sich handelt oder ob der weniger bedenkliche Befall mit Spulwürmern vorliegt, sollte man bei Verdacht auf Wurmbefall mit der Katze und einer frischen Kotprobe zum Tierazt gehen. Die im Handel angebotenen Wurmpillen sind mit Vorsicht zu genießen! Ein Wurmmittel muss vom Tierazt genau nach Körpergewicht dosiert werden." (Carl Stein)
Würmer kommen zur Katze über Fliegen und Flöhe und durch Fressen von geschlagener Beute. Daher kann auch die reine Stubenkatze Wurmbefall haben. Helle Punkte im Kot können auf einen Befall hinweisen.

PKD (Polycystic Kidney Desease, Zystennieren, polyzystische Nierenkrankheit)  Übersicht
Bei PKD finden sich flüssigkeitsgefüllte Nierenzsyten in allen Anteilen, auch an der Organoberfläche und werden meist durch Sonogramm oder Computertomographie nachgewiesen. Beim Menschen wird ein autosomal dominanter Erbgang dieses Defekts in der Organbildung postuliert. Der Defekt führt im Endstadium zur Niereninsuffizienz. Im Verlauf können Hämaturie und Schmerzen auftreten. Im späteren Verlauf tritt beim Menschen arterielle Hypertonie auf. Die Nieren vergrößern sich, bakterielle Infektionen der Zysten können eintreten. Beim Menschen wird neben chirurgischen Eingriffen (bei antibiotikaresistenten Infektionen der Zysten) die Dialyse und Transplantation als Therapie praktiziert.
Bei Hauskatzen tritt PKD scheinbar besonders häufig bei der Züchtung der Perser auf. Vielleicht ist hier durch ungünstiges Kreuzungsverhalten die Krankheit als unerwünschter Nebeneffekt mitgezüchtet worden. Das Lebensalter verringert sich auf ca. 1/3. Sollten z.Zt. laufende Forschungen die Analogie zur humanen Form der PKD bestätigen, muss man davon ausgehen, dass PKD bei Katzen ebenfalls autosomal dominant vererbt wird. Der Nachweis der Krankheit per Sonographie ist relativ unkompliziert, bei Verdacht sollte ein jährlicher Bluttest gemacht werden, da der Blutspiegel ebenfalls Hinweise auf Veränderung der Nierenfunktion geben kann.

Ich habe einige Internetseiten zum Thema PKD mit ausführlichen Informationen entdeckt:
Tiermedizin, insbesondere Katzen: http://www.perigee.net/~pojo/pkd.htm,
http://www.erinet.com/lebordo/index.html, http://www.uio.no/~margareh/catlinks.html, http://www.vetmed.wisc.edu/dms/james/KMJkid.html
allgemeine Forschung: http://www.bmg.uab.edu/cellbio/yoder/yoder.html
reine Humanmedizin: http://www.pkdcure.org, http://www.pkdcure.org/pkd/patientinfo.html#Whatis, http://www.healthtouch.com/level1/leaflets/kidne/kidne051.htm, http://www.netmedicine.com/pt/PTINFO/pkid.htm, http://www.nhpress.com/pkd/index.html.