Der Handel mit Emissionsrechten für Treibhausgase (Greenhouse gas emissions trading), HWWA Report 187, Hamburg (with Axel Michaelowa)  

Die internationale Klimapolitik hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, da sich der wissenschaftliche Konsens über die Gefahren einer durch menschliche Aktivitäten verursachte Klimaveränderung erhärtet. Der Übergang von einem weitgehend auf freiwilligen Maßnahmen beruhenden Regime zu einem verbindlichen Regelwerk verläuft schneller, als es die kühnsten Optimisten vorausgesehen haben. Bisheriger Höhepunkt ist das bei der dritten Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkon-
vention in Kyoto verabschiedete Protokoll, das erstmals verbindliche Emissionsziele für die Zielperiode 2008-2012 für die Industrie- und Transformationsländer festsetzt. Sollen die Kyoto-Ziele möglichst kostengünstig erreicht werden, muß auf flexible Mechanismen zurückgegriffen werden. Das Protokoll läßt daher gleich vier Möglichkeiten zu, Emissionsverringerungspotentiale im Ausland zu nutzen: die Bildung von Zielgemeinschaften, Emissionsrechtshandel, Joint Implementation und Projekte des Mechanismus für saubere Entwicklung mit Ländern ohne Emissionsziele. Aufgrund des Zeitdrucks bei der Verhandlung des Protokolls blieben die Regelungen für den Einsatz der Flexibilisierungsinstrumente ziemlich vage. Auf den nächsten Vertragsstaatenkonferenzen müssen daher noch viele Details festgelegt werden.

Die vorliegende Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft in Auftrag gegeben, um auf der Basis der im Kyoto-Protokoll vorgenommenen Festlegungen zum Handel mit Treibhausgasemissionsrechten Regelwerke für den Emissionsrechtshandel auszuarbeiten. Bei der Analyse wurden die Ziele wirtschaftliche Nachhaltigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit besonders berücksichtigt.

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