Gattungszeichen an ÖBB-Güterwagen

Die Güterwagen der ÖBB wurden durch Gattungszeichen gekennzeichnet. Dies setzte sich zusammen aus dem Hauptgattungszeichen (Großbuchstaben) und eventuell vorhandenen Nebengattungszeichen (Kleinbuchstaben). Dabei beschreiben die Hauptgattungszeichen die grundsätzlichen Merkmale eines Wagens, während die an die Haupgattungszeichen angehängten Nebenzeichen weitere oder von den Grundeigenschaften abweichende Merkmale beschreiben.

Die auf diesen Seiten beschriebenen Gattungszeichen wurden von der ÖBB von ihrer Einführung im Jahr 1951 bis zur Ablösung durch international einheitliche Gattungszeichen (ca. 1964) verwendet.

Prinzipiell sind die ÖBB-Gattungszeichen eine Weiterentwicklung der DR-Gattungszeichen durch Anpassung an aktuelle Anforderungen


Bedeutung der Hauptgattungszeichen

Hauptgattungs-
zeichen

Bedeutung

G

Gewöhnliche gedeckte Wagen (geschlossene Wagen mit festem Dach)

K

Klappdeckelwagen

T

Kühlwagen (geschlossene Wagen besonderer Bauart mit festem Dach)

V

Verschlag-(Kleinvieh-)Wagen

O

Hochbordwagen, Wände von mindestens 70 cm Höhe

N

Niederbordwagen, Wände unter 70 cm Höhe, ohne Rungen

R

Niederbordwagen mit hölzernen Rungen, abnehmbaren oder umlegbaren Wänden, Ladelänge mindestens 10 m

S

Plattformwagen mit eisernen Seitenrungen, Ladelänge 13 m

J

Plattformwagen ohne Rungen

H

Schemelwagen

Z

Erzwagen mit Selbstentladeeinrichtung

E

Behälterwagen (4)

Anmerkung:

4- und mehrachsige Wagen werden durch Verdopplung des Hauptgattungszeichens (z. B. GG, SS usw.) gekennzeichnet. Je zwei durch eine Tragbrücke verbundene Schemelwagen gelten als ein Wagen und erhalten deshalb die Gattungsbezeichnung HH bzw. HHl. 2- und 3-achsige Wagen werden nicht besonders gekennzeichnet.

Bedeutung der Nebengattungszeichen

Nebengattungs-
zeichen

Verwendung

Bedeutung

a O und N alle Wände abnehmbar (abbordbar) oder umlegbar (1)
b G Fährbootwagen (4)
d G, T, V und R Dampfheizleitung (2)
dd G, T und Z Dampfheizung (4)
f J und N für Autotransporte besonders eingerichtet (4)
ff O Doppelstockwagen für Autotransporte (4)
h G und T Leitung für elektrische Heizung (2)
k Kv für Kalktransporte
S Ladelänge kürzer als 13 m
SS Ladelänge kürzer als 15 m
l G Ladefläche (Bodenfläche) mindestens 26 m2
O, N, J und H Ladelänge mindestens 10 m
SS und HH Ladelänge mindestens 18 m
ll G 2 zur Leigeinheit kurzgekuppelte Wagen
m G, O, N, R, S, J und Z Ladegewicht 20 t (3)
mm O, R und Z Ladegewicht mehr als 20 t (3)
r Omm eiserne Rungen (4)
s G, GG, T, R und SS geeignet für Züge bis 100 km/h, wenn die letzte Untersuchung nicht länger als 1 1/2 Jahre zurückliegt
t G, GG und Kv Stirnwandtüren
u SS Tiefladewagen
v K Schiebedachwagen (4)
w G, V, O, N und S Ladegewicht weniger als 15 t (3)
GG und SS Ladegewicht weniger als 35 t
ZZ Ladegewicht weniger als 55 t
x G amerikanische Bauart
y SS Schwerlastwagen, Ladegewicht 50 t
yy SS Schwerlastwagen, Ladegewicht 80 t
z E und EE Spezialwagen mit Druckluftentladung zur Beförderung staubförmiger Güter
OO Wagen für Erzbeförderung

Reihenfolge der Nebengattungszeichen

Stelle Art Nebengattungszeichen

1

Kennzeichnung der Bauart ll, u, x, y, yy

2

Kennzeichnung der Ladelänge und Ladefläche k, l

3

Kennzeichnung des Ladegewichts m, mm, w

4

Kennzeichnung besonderer Wageneinrichtungen a, t

5

übrige Nebengattungszeichen in alphabetische Reihenfolge d, h, s

Anmerkungen

(1) ausgenommen bei Ol- und Olm-Wagen. Diese Wagen erhalten das Nebengattungszeichen a nicht, obwohl alle Wände abnehmbar sind. O- und N-Wagen mit festen Seiten- und Stirnwänden erhalten keine diesbezüglichen Nebengattungszeichen.

(2) grundsätzlich anwendbar bei allen Wagen

(3) grundsätzlich anwendbar bei allen 2-achsigen Wagen

(4) in der ursprünglichen Fassung von 1951 nicht vorhandene Gattungszeichen


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21. 12. 1997 Viktor Schiffer, e-mail: vschiffer (at) gmx.de