Die Gemeinde Dingelstädt liegt etwa auf 10 Grad östlicher Länge von Greenwich und 51 Grad nördlicher Breite mit dem Kirchplatz in der Höhe von 336 Meter. Die durchschnittliche Höhe ist 450 Meter und erreicht mit dem Hockelrain die größte Höhe mit 517 Metern.
Die Gemeinde breitet sich in der breiten Talmulde der oberen Unstrut aus und ist ringsum von allmählig ansteigenden Höhen umrahmt. Sie gehört zum Obereichsfeld.

Die erste Besiedlung Dingelstädts wird für das zweite, oder dritte Jahrhundert nach Christi Geburt angenommen. Urkundlich wird Dingelstädt erstemals in der Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnt. Es setzt eine allmähliche Zuwanderung von Franken ein. Es begann die große Bekehrungstätigkeit des heiligen Bonifatius. Fuldaische Mönche sind es auch, welche den 1. urkundlichen Nachweis über Dingelstädt erbringen.
 
Im Jahr 1525 kam es in Thüringen zum Bauernkrieg. Er griff auch auf Dingelstädt über. Die Bauern wehrten sich gegen die immer größer gewordenen Forderungen der Grundherren. Es kam zu schweren Plünderungen, Morden und Bränden.

 
   
An der Geschwister-Scholl-Straße
1545 wurde die Türkensteuer eingeführt. Die Steuer sollte zum Schutze Deutschlands gegen die Türken verwendet werden. Jeder der Besitz oder Eigentum hatte musste je 100 Florin (Goldgulden) zwei Florin als Steuer abführen. In dieser Steuerliste taucht erstmals der Name Heinemann in Dingelstädt auf. In dieser Liste werden 106 Bürger aufgeführt.
Der Müller Hans Heinemann wird hier mit einem Vermögen von 283 Florin aufgeführt. Er zählte damit zu einem der zehn reichsten Männer Dingelstädts.
 
Im September 1556 verlangt Dingelstädt erneut sein Braurecht von der Residenz in Aschaffenburg. Cyriakus Heinemann wurde von Dingelstädt zum Syndikus ernannt (er war der Sohn des Müllers Hans Heinemann der um 1550 von Martinsfeld nach Dingelstädt gezogen war). Er musste die Verhandlungen mit der Residenz in Aschaffenburg führen. Im Jahr 1585 wurde Dingelstädt das Braurecht zurückgegeben.

 
Am 20. Oktober 1607 wird Dingelstädt nach vielen erfolglosen Anträgen durch Johann Schweickhart Erzbischhof zu Mainz im Auftrag des Römischen Kaisers zum kaiserlichen Marktflecken erhoben.
Es dürfen jährlich ein Viehmarkt (Sonntag auf Gertrudis) und ein Cramer-Markt (Sonntag nach St. Joannis Baptista) abgehalten werden. Am 13. Oktober 1662 wurde ein dritter Markttag (auf St. Nikolaustag) erlaubt.
 
Im Jahr 1610 werden in Dingelstädt
          162 Herdstätten und
               10 gemeine Häuser (Pfarrhaus, Armenhaus,
                    2 Backhäuser, 1 Badestube etc.)
gezählt.
 
Am 13. Mai 1668 erlebte der Marktflecken eines der größten Brandunglücke seiner Geschichte. Von 169 Häusern waren nur 63 stehen geblieben.
 
1713 und 1718 wüteten wieder große Brände.
 
1758 wird in Dingelstädt eine Poststation errichtet.
 
Am 8. August 1784 ist Goethe zum erstenmal in Dingelstädt. Er macht Quartier im - Gasthaus zur Sonne -.
 
Im Jahr 1806 gelangt das Eichsfeld unter die Herrschaft des Königreiches Westfalen, nachdem napolianische Truppen das Land besetzt hatten.
 
An den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 beteiligen sich auch viele Dingelstädter. Im Ergebnis des Wiener Kongresses wurde das Eichsfeld 1816 geteilt. Das Untereichsfeld kam an das Königreich Hannover, das Obereichsfeld an Preußen.
 
Am 15. April 1838 brach wieder ein großes Feuer aus, bei dem über einhundert Wohnhäuser und die Marienkirche vernichtet wurden. Bei diesem Feuer wurden über 1400 Menschen obdachlos.
 
Auf Grund seiner wirtschaftlichen Entwicklung wird der Marktflecken am 14. Februar 1859 durch preußische Kabinettorder zur Stadt erhoben. Erster Bürgermeister wurde der damalige Schulze, der Apotheker Eduard Schweikert.
 
Das letzte große Brandunglück geschah am 6. September 1904. Den Schaden bezifferte man auf 1,5 bis 2 Millionen Reichsmark.
 
Im Jahr 1905 wird das erste Gaswerk errichtet, dessen Bau vor allem für die Beleuchtung der Straßen der Stadt nötig wurde.
 
1926 begann man mit dem Ausbau des elektrischen Ortsnetzes und 1927 erfolgte der Bau der Wasserleitung.
 
Nach dem Ende des 2.Weltkrieges wurden die ersten Betriebe verstaatlicht. Bis zum Jahr 1989 bildeten die Textilindustrie, der Landmaschinenbau, die Zigarrenfabrikation und die Polstermöbelherstellung die Schwerpunkte der Industrie in Dingelstädt. Es existierten 80 Handwerksbetriebe.
 
Heute sind in Dingelstädt über 300 Handwerks- und Gewerbebetriebe ansässig, die den Schwerpunkt des Dingelstädter Gewerbes darstellen.

 
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