Vereine in Lüttringhausen
1660
Die "Bruderschaft Zum Kreuz" wird gegründet.
Der folgende Bericht stammt von Herrn H. Herbst jr.
Die Lütringhauser Bruderschaft "Zum Kreuz" führt ihre Entstehung
auf die Kreuzbrüder zu Beyenburg zurück. Ohne Zweifel ist die Beyenburger Schützenbruderschaft eine der ältesten des Bergischen Landes.
Als die Reformation ihren Einzug hielt und Lüttringhausen mehr evangelisch wurde, trennten sich die Lüttringhauser Schützen von den Beyenburgern ab und gründeten eine eigene Bruderschaft.
Über die Geschichte der Lüttringhauser Schützenbruderschaft liegen aus der
der ältesten Zeit leider keine anderen Dokumente vor als die noch vorhandenen alten
Königsplatten.Wie anderwärts, so werden auch hier die ältesten Papiere in
Kriegszeiten verloren worden, verheereden Flammen zum Opfer gefallen, oder vermodert sein.
Das älteste vorhandene Protokollbuch der Bruderschaft, das noch heute benutzt wird,
stammt aus dem Jahre 1843; es berichtet über mancherlei Vereinsangelegenheiten und insbesodere über die Beschlüsse der Generalversammlungen. Für die Vereinsgeschichte wertvoll ist das im Jahre 1860 von dem damaligen Chef der Schützenbruder-
schaft C.Fr. Goldenberg, mit Sorgfalt angelegte Protokollbuch für die 200jährige Jubelfeier der Schützenbruderschaft, denn es macht in einer Urkunde interessnte Mitteilungen über die mutmassliche Entstehung und das wahrscheinliche Alter der
Bruderschaft und über die Gerechtsame, die sie bessen haben. Es gibt u.a. auch
ein bemerkenswertes Aktenstück aus dem Jahre 1712 abschriftlich wieder, das auch im
Original mit seiner damals üblichen Schreibweise vorhanden ist, nämlich eine "Verordnung und Rolle der Schützenbruderschaft zu Lütringhausen".
Ein Beweis , daß die Bruderschaft verschiedene Einkünfte und Gerechtsame
hatte, geht daraus hervor, Daß die Schützenbrüder an dem jährlichen Festtag ein freies Mittagessen hatten und doch nur 1 Stüber (etwa 5 Pfg.) jährlichen Beitrag
zahlten. Das Mittagessen fand noch zu Anfang des Jahrhunderts statt. Aus der Zeit vor 1860
sind noch 64 silberne Königsplatten vorhanden, die älteste vom Jahre 1659. Das
Studium der Platten bietet mancherlei interssantes, besonders über die Schreiweise des Stadtnamens.
Aus den Jahren 1733 bis 1755 fehlen Platten. Offenbar hat zunächst wegen des grossen
Brandes 1733 eine Reihe von Jahren die Schützensache hier geruht. Späterhin waren mancherlei unruhevolle Jahre hindurch kriegerische Verwicklungen zu verzeichnen, in die
auch unser viel umstrittenes Herzogtum Burg verstrickt wurde. Die nächste Platte stammt aus dem Jahre 1776, und dann zeigt sich in der Chronik wieder eine grosse Lücke, nämlich bis 1824. Vielleicht sind die Schützenfeste infolge der feindseligen Haltung, welche die damalige bergische Landesregierung unter Kurfürst Karl Teodor von der Pfalz
gegen die Schützenvereine einahm, wenn nicht ganz verboten, so doch sehr beschränkt worden. Zweifelsfrei waren aber auch die unglücklichen Zeitverhältnisse schuld daran.
Nachdem sich die Gemeinde von den schlimmen Folgen der voraufgegangenen Wirren und den Zeiten der Teuerung wieder erholt hatte, kam auch allmählig das Schützenwesen wieder in
Aufschwung und mit ihm die fröhlichen, die Bürger aller Stände zu gemeinsamer
Feier vereinigenden Schützenfeste.
Eine Erinnerungsreiche Sprache reden die alten Fahnen des Vereins, an denen die Jahre nicht spurlos vorüber gegangen sind. Von den vier Fahnen, die der Verein besitzt, trägt die
älteste die altbergischen Farben blau und weiß. Sie scheint aus dem Jahre 1715
zu stammen und eine Stiftung des Schützenkönigs Peter Wuppermann zu sein.Ferner hat
der Verein eine alte gelbe Fahne, eine preußische und eine Bürgerwehrfahne. Die Zahl
der Fahnen wurden gelegentlich des 250jährigen Jubelfestes um eine weitere vermehrt, die
auf Anregung des Bürgermeisters Gertenbach durch Opferfreudige Spenden beschafft wurde.
Die tief im Volksleben wurzelnde Schützenbruderschaft "Zum Kreuz"
hat die Jahrhunderte überdauert, wenn sie auch den vornehmsten Teil ihrer einstigen
Aufgabe, Schutz und Wehr zu sein, Aug und Hand zur Verteidigung der Scholle zu üben, längst erfüllt hat. Aber nicht nur zur Förderung der Wehrhaftigkeit war sie da,sie sollte auch die Pflegestätte idealer, gemeinbürgerlicher und vaterländischer Gesinnung sein. Möge die Bruderschaft die Aufgabe wie bisher
weiterhin erfüllen.
Hier erfahren Sie alles weitere über die "Bruderschaft zum Kreuz" -
http://zumkreuz.de
1844
Die Gesellschaft Erholung wird gegründet.
1851
Der CVJM wird gegründet.
1855
Männergesangverein "Liedertafel"; wird gegründet.
1869
Der Lüttringhauser Turnverein wird gegründet.
1890
Der Goldenberger Turnverein wird gegründet.
Eine Gruppe sportbegeisteter Männer war es, die am 25. September 1892 den
Goldenberger Turnverein gründete. Der Übungsbetrieb wurde zunächst im Gründungslokal, der Gaststätte Hugo Markus (Haus Goldenberg) und ab 1900 auch in der Villa Goldenberg abgehalten.
Mit dem Wachsen des Vereins kam auch der Wunsch nach einer eigenen Turnhalle. Da faßte am 20.12.1910 die Lüttrinhauser Stadtverordneten-Versammlung den Beschluß, dem GTV unentgeltlich ein Grundstück zur Vrfügung zu stellen.
Das zweite Weihnachtsgeschenk kam von Adolf Westen einem ehemaligen Goldenberger Bürger
der im Ausland erfolgreich war und dem Verein 65.000,00 Mark zur Deckung der Baukosten
zur Verfügung stellte. Nach ihm bekam die Turnhalle den Namen. Der Grundstein für das Gebäude wurde am 27. Mai 1911 gelegt, und schon am 30. September des selben Jahres weihte der GTV seine neue Halle ein. Die Außenanlagen sind später
fertig gestellt worden.1913 konnte Sportplatz in Betrieb genommen werden, das Ehrenmal
vor der Halle wurde am 11. April 1921 eingeweiht.
Adolf Westen wurde am 24.Juli 1929 zum Ehrenbürger Lüttinghausens ernannt.
1966 erhielt die gegenüber einmündende Straße seinen Namen. Sein Neffe war zum Hundertjärigen auf dem Goldenberg zu Gast.
1901
Der Männergesangverein (MGV) Loreley wird gegründet.
1905
Der Männergesangverein Liedertafel feiert sein 50jähriges Bestehen.
1910
250jährigre Jubelfeier der Schützenbruderschft "Zum Kreuz".
1919
Der Lüttringhauser Turnverein feiert sein 50-jähriges Bestehen in
Verbindung mit dem Gauturnfest.
1924
Der Lüttringhauser Heimatbund wird gegründet.
1928
Die Volksbühne Lüttringhausen wird gegründet.
Am 29. August wid das Stück "Bergisches Spiel" von Paul Figge uraufgeführt.
1935
Die Bruderschft "Zum Kreuz" beging ihr 275. Jubelfest. Obwohl Anhaltspunkte
für ein bedeutend höheres Alter gegeben waren, glaubte man doch, erst im Jahre
1660 mit einer eigenen Lüttringhauser Bruderschft rechnen zu können.
1951
Der CVJM feiert sein 100jähriges Bestehen.
Der Männergesangverein (MGV) Loreley wird 50 Jahre.
1955
Der Männergesangverein (MGV) Liedertafel feiert sein 100jähriges
Jubiläum.
1956
Im Sommer finden erstmals nach dem Kriege wieder die Lüttringhauser Heimatspiele
statt.
Aufgeführt wird das Stück "Ein ganzer Kerl".

Heimatspiele 1981 |
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1969
Der Lüttringhauser Turnverein wird 100 Jahre.
1974
Der Lüttringhauser Heimatbund feiert sein 50jähriges Bestehen.
1980
125 Jahre Lüttringhauser Männerchor.
Der Lüttringhauser Männerchor wurde im Jahr 1855 gegründet.
Es waren im Anfang wenige Männer, die sich um Karl Hammerschmidt scharten, als ersten
Chorleiter gewann man den Hauptlehrer Bräker. Probelokal war die Gaststätte der
Geschwister Laura und Eduard Bayer in der Nähe der Limburger Ecke. Bis 1870 steigt die
Mitgliederzahl auf 33 Sänger an. Am 17. und 18. August 1895 findet die Fahnenweihe statt.
Im Jahre 1930 wurde im Saal des Düringerhofes das 75jährigr Bestehen gefeiert.
1955 100jähriges Jubiläum der Liedertafel. Das große Festkonzert wird am
9. Mai in der Städt. Turnhalle gefeiert. Der Ehrenabend findet eine Woche später
im Gedore-Festsaal statt.
Am 23. Oktober 1972 schließen sich der MGV "Loreley" und der
MGV "Liedertafel" zusammen.
Der Neue Verein heißt: Lüttringhauser Männerchor 1855.
Chorleiter wurde Peter Eich, erster Vorsitzender Hermann Halbach jr., Probelokal ist die Gaststätte Elisabeth Kotthaus auf der Roster.
1991
Der Goldenberger Turnverein feiert sein 100jähriges Bestehen.
Gründung des Lüttringhauser Frauenchors, er gibt sein erstes
Konzert im Herbst 1994.
1994
Die Gesellschaft Erholung feiert ihr 150jähriges Bestehen.
Es folgt die Wiedergabe eines Beitrags aus dem Lüttringhauser Anzeiger vom 13.12.1994.
Als am 15. Dezember 1897, unter Beteiligung des Präsidenten Piepersberg und alller Mitglieder um 8.30 abends, die feierliche Eröffnung der Winterkegelbahn stattfand,war der Kegelklub "Gesellschaft Erholung" der heute der älteste Verein seiner Art in Deutschland ist, schon 53 Jahre alt. Die Gründung geht auf den 20.August 1844 zurück.
Wir, die Unterzeichneten haben uns vereinigt bei der Frau Witwe Haast in Lüttringhausen eine geschlossene Gesellschaft zu errichten, welcher wir den Namen "Erholung" geben, so lautete der erste Paragraph der konstituierenden Sitzung. Zu diesem Zeitpunkt war
Bürgermeister (1890 - 1929) Richard Gertenbach, späterer Lüttringhauser
Ehrenbürger (1925) längst Mitglied der Herrenrunde.Wie damals üblich per "Ballotage" , der geheimen Abstimmung mit schwarzen und weißen Kugeln, aufgenommen. Aber der erste Hinweis auf einen Kegelverein datiert laut dem vereinseigenen
und von Karl Friedrich Bohne akribisch genau verwalteten und gepflegten Archiv, aus dem Jahr 1872, als die Generalversammlung am 12.April der von dem Zimmermeister Heinrich Kinolt hierselbst aufgestellte Kostenanschlag zum Umbau der Kegelbahn im Gesamtbetrag von 144 Thalern, elf Silbergroschen und neun Pfennigen genehmigt.
Als sich die heutigen Mitglieder der Erholung trotz Herrenrunde wie selbstverständlich mit ihren Damen auf Schloß Waldeck trafen, um die 150-Jahr-Feier
gebührend anzugehen, gedachte man auch der alten Tradition. Sicher habe sich viel geändert, so der derzeitige Präsident Heinz Kleikämper, ehemaliger Chef von Sinn Remscheid, aber gewisse Traditionen müsse man pflegen, ganz im Sinne der Gründerväter. Zur 140-Jahr-Feier hatte Paul Muckel es so formuliert: Man ist
in der Gesellschaft Erholung längst nicht mehr elitär. Das politische Pektrum reicht von rechts bis links. Auch Staats-, städtische und Eisenbahnbeamte,
Lehrer und Handlungsbeflissene können Mitglieder werden. Es sei zwar nicht so kompliziert wie ehedem mit der Ballotage, eben aber immer noch geheim, berichtet Dr. Karl-Heinz Rodewyk, heute dienstältestes Mitglied der Gesellschaft. Wer einmal in der Erholung war,
blieb ihr auch in der Regel treu. Ausschlüsse habe es laut Archiv nie gegeben.
Gekegelt wird jede Woche, immer Dienstags und seit Jahren im Restaurant von Eugen Kockenberg
am Neuenhof. Bis zu seiner Schließung kegelte man im auch im Hotel Klewinghaus, und vorher
beim Struwelpeter, der damals aber einen anderen Namen trug, belegen die Analen.
Heute zählt die Gesellschaft Erholung 13 Personen: Alfred Blasweiler, Karl-Friedrich Bohne, Rudolf Buchmüller, Egon Heusmann, Heinz Kleikämper (er trägt die 1953 von Dr. Carl Steil gestiftete Präsidentenkette), Hans Joachim Kleuser, Dr. Madjid Mortazawi, Paul Muckel, Dr. Frank Neveling, Ulrich Naumann, Dr. Karl Heinz Rodewyk und Hubert Rützler.
Freundschaft und das gemeinsame Erleben stünden heute im Vordergrund der Herrenrunde, erzählte Heinz Kleikämper. Egon Huesmann, ehedem der Leiter der Commerzbank Lüttringhausen, unterstreicht dies. Kommt er doch zu jedem Kegeln aus Wesel ebnso treu wie Alfred Blasweiler und Hubert Rützler die aus Leverkusen anreisen.
Zu einem Kegelclub gehört auch eine zünftige Kegeltour. Aber auch hier unterscheidet sich die Erholung von vielen anderen Vereinen. Nur in den ersten Nachkriegsjahren begnügte man sich mit Eintagestouren am Himmelfahrtstag. Da im Verein immer viele Segler waren
und auch heute die Mehrzahl Freunde des Maritimen sind, wurden Ziele am Wasser bevorzugt. Von Meersburg am Bodensee bis an Deutschlands Küsten reichte die bunte Palette der Reiseziele.
Heute zieht man wärmere Gefielde vor, Mallorca, Ibiza, Korfu und Tunesien standen schon an.
Aber trotz aller Traditionen und besonderer Vereinsregeln, die Freundschaft in gegenseitiger Achtung bleibt das Vordergründigste. Und durch gemeinsame Reisen und Feste mit den Ehepartnern wird die Freundschaft noch intensiviert.
1994
Der Lüttringhauser Turnverein wird 125 Jahre.
Mit einem großen Festakt im CVJM-Saal feierte der Lüttringhauser Turnverein
am 12. Juni seinen 125. Geburtstag.
Eugen Engels berichtete über die Anfänge, die Schwierigkeiten, die fehlenden
Übungsmölichkeiten und die Ausweitung des Turnbetriebes. Was bei Vereinwirt Walter
Starcke begann, das wurde über den Jahnplatz fortgeführt und endete später in den großen Sport- und Schwimmhallen In seiner Festansprache kommt auch die Sprache auf die kurzfristige Fusion des LTV mit dem Ballspielverein 08 im Juni 1919. Diese Ehe hielt nur eineinhalb Jahre.
Hier erfahren Sie alles weitere über den LTV -
www.sds.de/remscheid/vereine/ltv
Mai/Juni 2000
Der Der Heimatbund Lüttringhausen wird 75 Jahre.
Es folgen zwei Beiträge aus dem Lüttringhauser Anzeiger vom 17.5.2000
und 7.6.2000.
Beitrag vom 17.5.2000:
Der Heimatbund, ein Partner von Politik und Verwaltung." - Ein Kompass für die Bodenhaftung in Zeiten der Globalisierung. - Mit 75 Jahren kein Fossil, denn er hat eine Aufgabe. - Stets auf der Höhe der Zeit und kein Altherrenclub. - Das waren am Samstagvormittag bei der Jubiläumsfeier zum
75jährigen Bestehen die mit spontanem Beifall bedachten Aussprüche vom Rednerpult im CVJM-Saal. Und sie setzten im Detail das fort, was der Vorsitzende der permanenten
Bürgeriniative, Jürgen Rausch, in seinem Grußwort geäußert hatte:Wir halten weiter fest zusammen!
Prominente Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gaben sich auf Einladung des Heimatbundes Lütttringhausen ein Stelldichein: Oberbürgermeister Fred Schulz, Baudezernent Helmut Kennepohl, Lüttringhausens
Verwaltungschef Hermann Hörsgen, Wolfgang Wermke, der Leiter der Justizvollzugsanstalt, der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende und Landtagskandidat Hans-Peter Meinecke, CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Manfrd Schwick, Landtagskandidat Wieland Gühne von der
Wählergemeinschaft in Remscheid, Altbürgermeister Reinhard Ulbrich und schließlich die Bezirksvertretung angeführt von Vorsteher Philipp Veit und Stellvertreterin Ingrid Leukel. Aus der sicht des Jubilars ist die Liste mit dem Ehrenvorsitzenden Robert Braun und den Ehrenmitgliedern Eugen Engels und Albert Dominicus zu ergänzen.
Der Einsatz für Lüttringhausen geht weiter
In seiner Begrüßungsansprache bezeichnete Vorsitzender Jürgen Rausch den Heimatbund ais ein Gasthaus des Lebens. An markanten Stellen gelte es Einkehr zu halten und zurückzublicken, aber auch die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren. Dann ein Loblied aud die engagierten Damen in der Gemeinschaft: Sie kommen langsam, aber durchaus gewaltig nach vorn. Und zum Schluss die Prognose: Der Einsatz für Lüttringhausen geht weiter.
Ein Wochenende im Zeichen Lüttringhausens
Danach hatte Oberbürgermeister Fred Schulz mit der Bemerkung, dieses Wochenende stehe nach dem Besuch der Bergischen Heimatspiele ganz im Zeichen Lüttringhausens, die Sympathien auf seiner Seite. Er stellte das breit gefächerte Betätigungsfeld
der Organisation heraus und ergänzte die Prognose von Jürgen Rausch: keine
Frage, der Heimatbund wird sich stets weiterentwickeln. Sein Mitbringsel: der Teller der Stadt Remscheid und die berüchtigte Knösterkiste mit barem Inhalt.
Der Höhepunkt: Die Festrede von Dr. Müchler
Dann der unbestrittene Höhepunkt der Veranstaltung: die Festrede von Dr. phil. Günter Müchler. Er wuchs im Dorf auf, baute am Röntgengymnasium sein Abitur und machte als Rundfunkjournalist Karriere. Und das journalistische Spektum - vom Plaudern, anheimelnden Erzählen, Vergleichen, Werten, Pointieren bis hin zum Glossieren - öffnete sich den Zuhörern über die angenehme Stimme des nunmehr als Programmdirektor des Deutschlndfunks tätigen Lütterkuser Joungen.
Heimat, Bilder, die wir in uns füllen
Es war nicht der bei solchen Gelegenheiten übliche Blick zurück. dafür umkreiste Dr. Müchler den Begriff Heimat, meldete scheinbar Zweifel an der Wertigkeit
an (Was soll ein Heimatbund noch neben Mc. Donalds?), um dann jedoch gezielt die positiven Seiten herauszufiltern: Heimat ist prinzipiell unverlierbar. Sie besteht nicht aus Erde, sondern aus Bildern, die wir uns mit Eindrücken füllen. Und gerade dafür steht der Heimatbund.
Unverkennbare Zuneigung zu den Wurzeln
Das saloppe Aneinanderreihen seiner Vergangenheitseindrücke ließ das Lüttringhausen vor vierzig Jahren auferstehen und verriet die tiefe Zuneigung des
Erzählers: Auf allen Bildern trage ich als Junge kurze Hosen. - Der Duft des Flieders
am Schulweg. - Apfel und Kirschen in Nachbars Garten, die Taten dort sind läöngst verjährt. - Die alte Milchkanne, deren Emaille reichlich abgeplatzt war und zum Bierholen diente und als Behältnis beim Waldbeerenpflücken Verwendung fand. Und: Die unvermeidlichen Dampflokomotiven in diesen Jahren.
Den Kopf weit aus dem Fenster...
Dann die Rivalitäten zu Lennep, dessen krummbeinige VFL-Fußballer auf dem Jahnplatz Niederlagen kassierten. Anschließend ein launig zelebriertes Statement, das den stürmischen Beifall geradezu herausforderte: Als der BV 08 Lüttringhausen bei einer Fusion seinen Namen aufgeben musste, war das für mich Verrat. Alles locker und flockig serviert, heiter im Tonfall, unbeschwert - denn: Solche Rivalitäten sind nichts Ernstes, sie entsprechen vielmehr den menschlichen Bedürfnissen. Schließlich die bildhafte Umschreibung des Jubilars: Den Kopf weit aus dem Fenster, aber die breiten Füße haben Bodenhaftung.
Ein würdiges Rahmenprogramm<
Der Festausschuss hatte für ein würdiges Rahmenprogramm mit heiteren und beschwingten Zügen gesorgt. Erstaunlich, mit welcher Sicherheit und offensichtlich auch Zufriedenheit der erst 17 Jahre alte Volksbühnenakteur Thomas Beck zwei Gedichte in bergischer Mundart vortrug und strahlend schlussfolgerte: ... wer dat Platt nit kallen kann, der ess alt em Leewen duurt. Souverrän führte Hans Helmut Hager den Posaunenchor
von Lüttringhausen vom Huldigungsmarsch (Edward Grieg), über Come back to Sorrento, bis zum phonstarken Ausklang des offiziellen Teils. Passend dazu die - so der Vorsitzende
Klaus Everling - unverdächtigen Heimatlieder des Lüttringhauser Männerchores. Ein paar lukullische Köstlichkeiten und ein Schlückchen Sekt begleiteten dann die Gespräche, die zumeist so begannen: Weißt du, der Heimatbund ist schon eine Institution, nicht nur im Dorf...
Beitrag vom 7.6.2000
Schwungvoller Heimatbund-Festabend in der Mehrzeckhalle an der Pestalozzistr. am 3.6.2000.
Schon die Klänge der einleitenden Melodien lockten die ersten Paare aufs Parkett.
Und das sollte auch so bleiben. Tanz wurde an diesem Abend groß geschrieben.
Die black birds waren alles andere als schwarze Krähen.
Das Trio verstand es den ganzen Abend, die Festteilnehmer in Bewegung zu halten. Ob Disko-Fox
oder Blues, ob Cha-Cha-Cha oder Foxtrott, die Abwechslung war gegeben, und der Sound stimmte. Dass die Band Tango und Walzer vernachlässigte, schien keinen zu stören.
Zu diesem Abend in der Reihe der Festveranstaltungen zum 75jährigrn Bestehen des Heimatbundes begrüßte der Vorsitzende Friedel Rausch die Gäste, wobei er auf
eine langatmige Rede bewusst verzichtete. Und so konnte es dann auch gleich zur Sache gehen.
Dem Kalt-/Warm-Büfett mit bergischen Spezialitäten wurde seitens der Besucher gut
zugesprochen - und das während des ganzen Abends.
Als erster Höhepunkt des Abends stellte sich der Auftritt der Lüttringhauser
Volksbühne mit dem Sketch Das Ehetunier heraus. War bisher bei Pitter und Trina Brendel stets der Mann Herr im Haus gewesen und hatte mit bergischer Bottheit domoniert, so wurde alles anders, als mit Trautchen, der neuen Dienstmagd, alles anders wurde. Mit Hilfe von Nachbarin Röwenstronk, die das Frauentrio vervollständigte, wurde aus dem donnerkielenden Pitter schließlich ein zahmer Ehemann, als die Frauen begannen, sich nicht mehr alles gefallen zu lasen. Das Frauenlist ohne Ende im Spiel war
und der trotzige Pitter mit den von Trautchen erfundenen Sebastiansspuk überlistet wurde, machte letztlich den humorvollen Hintergrund aus.
Als Gegenstück dazu entpuppte sich zu späterer Stunde die brasilianische Tanzgruppe Samba Brasil Rio live. Kopfschmuck mit riesigen bunten Federn und knappe, paillettenbesetzte Kostüme - die fünf kaffeebraunen, langhaarigen Girls zeigten Samba, wie er in Südamerika getanzt wird.
Rasch gingen die feurigen Rhythmen auf die Gäste über und brachten selbst bergisches Blut in Wallung. Als schließlich die Zuschauer nit einer Polonaise in das Geschehen einbezogen wurden, gab es einen grandiosen Schlusspunkt zu diesem Auftritt, der mit viel Beifall bedacht wurde.
Alles in allem war die Veranstaltung gut gelungen. Wer nicht dabei war hatte eben etwas versäumt.Ein besonders Lob gilt der stellvertretenden Vorsitzenden Christiane Karthaus, die diese Veranstaltung mit ihrem Team vorbereitet hatte und am Abend gekonnt Regie führte.
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