XXV. ABBILDUNG
Dies ist die größte Art von Vanille. Zwei Arten wachsen in Surinam, von denen eine Art in Blatt und Frucht etwas kleiner ist. Die Blätter sind so dick wie ein Finger, reichlich so dick wie in Europa der Dachwurz. Dieser klettert die Bäume empor wie der Efeu und hält sich daran ganz fest. Stiel und Blatt sind grasgrün. Die grüne Frucht ist dreieckig wie eine Bohne, Voll von wohlriechenden öligen Samen. Die Pflanze wächst wild an den höchsten Bäumen, doch am liebsten an solchen, die an feuchten und sumpfigen Stellen stehen. Ihre Verwendung in der Schokolade ist bekannt. Es ist schade, dass es keine interessierten Menschen in diesem Lande gibt, die so etwas kultivieren und noch nach anderem suchen, was ohne Zweifel in dem großen und fruchtbaren Land zu finden ist. Die braunen Raupen habe ich viel auf solchen Pflanzen gefunden (wie es auch auf der Murucuia oder Passionsblume unter Nr. 21 zu sehen ist), die sie gefressen haben bis Ende Mai, als sie sich festgemacht haben und zu Puppen geworden sind, aus denen am 7. Juni solche schönen Tagfalter schlüpften, deren Innenseite safrangelb und deren Außenseite gelb, rot, braun und mit silbernen Flecken verziert war, wie es der hier sitzend und fliegend abgebildete Falter zeigt. Ferner findet sich auf dieser Pflanze eine kleine Raupe von grüner Farbe, wie sie auf dem unteren Blatt zu sehen ist. Am 12. Februar 1700 ist sie zu einer grünen Puppe geworden, aus der am anderen Tage ein kleiner grauer Eulenfalter schlüpfte, der sehr schnell fliegen konnte. Dies ist die Volubilis siliquosa mexicana foliis plantaginis von Rajus, der Flilxochitl, flos niger et aracus aromaticus von Hernandez in seiner Historia Mexicana, und sie ist die Vanilla flore viridi et albo, fructu nigrescente von Plumier in seinem Traktat nova plantarum Americanarum genera. Mit noch vielen anderen Bezeichnungen wurde dieses Gewächs von verschiedenen Autoren vorgestellt, die alle in dem Almagnestum botanicum von Plukenet S. 381 zu finden sind.