XL. ABBILDUNG
Die Bäume, von denen ich hier einen Zweig vorstelle, sind von zweierlei Art. Die eine Art ist fruchtbar, die andere unfruchtbar. Letztere bringt nur Blüten hervor, die von sehr zierlichem Aussehen sind. Sie wird das Männchen genannt und hängt immer voller Blütentrauben. Die Art, die ich hier zeige, ist das Weibchen. Sie bringt aus dem Stamm kleine weiße Blüten hervor, aus denen die Frucht wird. Die Früchte sind sehr ungleich, die einen sind rund, die anderen oval. Es gibt große und kleine. Wenn man hineinschneidet, fließt eine weiße Milch heraus. Innen sind sie voller schwarzer Samen. Sie haben einen angenehmen Geschmack und schmelzen im Munde. Wenn sie reif sind, sind sie gelb. Wenn sie halb reif und gekocht sind, schmecken sie wie die besten Rüben. Man kocht sie auch allein in Wasser, und sie werden dann geschnitten gegessen. Der Stamm ist weich wie ein Kohlstrunk, innen hohl. Er wird zu Dachrinnen verwendet, um das Regenwasser aufzufangen. Er wächst in kurzer Zeit hoch auf, mit geradem Stamm, der zierlich anzusehen ist, aber er vergeht auch schnell. Die Blätter wachsen oben aus dem Stamm. Er sieht aus wie eine Krone, zierlich ausgebreitet, und wird in dem Land Papaybaum genannt. Im Wipfel dieser hohen Bäume fand ich viele weiße Raupen. Da der Baum hoch und hohl ist, kann man nicht hinaufklettern, und ich ließ ihn darum abhacken, um die Raupen zu bekommen. Ich fütterte sie mit den Blättern dieses Baums bis zum 10. Juni 1700, als sie sich einspannen. Sie wurden zu leberfarbenen Puppen, wie eine auf dem Stiel der Frucht zu sehen ist. Am 3. Juni schlüpften solche Eulenfalter heraus, wie einer auf der Frucht sitzend zu sehen ist. Weiter fand ich im Wipfel dieses Baums gelbe Raupen mit leberfarbenen Streifen, die ich mit diesen Blättern gefüttert habe. Sie haben sich am 6. April festgesponnen und in Puppen verwandelt, aus denen am 20. April solche weißen Tagfalter schlüpften, wie oben einer fliegend gezeigt wird. Diese zwei Bäume, Männchen und Weibchen, werden sehr schön beschrieben und abgebildet im ersten Teil des Hortus Malabaricus. Es gibt viele Namen für diese Bäume, die alle in meiner Flora Malabarica unter den Namen Pepo arborescens et Papaja orientalis columnae und Pepo arborescens masseu sterilis Paradisi Bat. Prodrom zu finden sind.