LIV. ABBILDUNG
Diese Pflanze, die von den Indianern Ballia genannt wird, wächst im Walde am Rande sumpfiger Gewässer, vier oder fünf Fuß hoch. Sie hat grüne Blätter wie Ried und bekommt eine rote dicke Blüte. Die kleinen Knospen sind etwas zarter. Die untere am Blatt hängende Raupe ist gelb und schwarz und mit Streifen verziert. Sie fraß diese Blätter und wurde am 14. Juni zu einer leberfarbenen Puppe, wie eine auf dem gleichen Blatt liegt. Am 21. Juni schlüpften da solche grauen schwarzgepunkteten Eulenfalter, wie einer an dem gleichen unteren Blatt zu sehen ist. Die obere gelbe Raupe mit schwarzen Streifen und braunem Kopf fraß diese Blätter bis zum 2. April, als sie ihre Haut abzog und ein Gespinst machte, wie es auf dem zweiten Blatt liegt. Am 14. April schlüpften solche ockerfarbenen Eulenfalter heraus, wie einer oben auf der Pflanze zu sehen ist. Etwa zur gleichen Zeit fand ich an meinem Fenster einen ovalen Lehmklumpen. Diesen öffnete ich und fand darin vier Aushöhlungen. Darin lagen weiße Würmer mit ihren Häuten, die sie neben sich abgestreift hatten, wie unten auf dem Blatt zwei davon liegen. Am 3. Mai schlüpften daraus solche wilden Bienen oder Wespen, wie ich sie hier fliegend zeige. Von ihnen wurde ich in Surinam täglich geplagt. Wenn ich malte, flogen sie mir um den Kopf. Sie bauten ein Nest aus Lehm, wie oben erwähnt, neben meinem Farbkasten, das so rund war, als ob es auf einer Töpferscheibe gedreht worden war. Es stand auf einem kleinen Fuß. Daherum machten sie einen Deckel aus Lehm, um das Innere vor allem Ungemach zu beschützen. Sie ließen darin ein rundes Loch, um hinein- und herauszukriechen. Danach sah ich sie täglich kleine Raupen hineintragen, zweifellos als Nahrung für sich und ihre Jungen oder Würmer, wie es auch die Ameisen tun. Als mir schließlich diese Gesellschaft lästig wurde, zerbrach ich ihr Haus und verjagte sie, wenn ich ihr Treiben sah. Dieses Gewächs ist meiner Meinung nach die Lachryma arundis folio et facie Plumer, von Herrn Tournefort in seinen Institutiones rei herbariae dargestellt.