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Abdera, eine ionische Kolonie in Thrakien, war das Schilda der antiken Welt. Inmitten
dieser Gesellschaft von Philistern wuchs einer der überragenden Geister Griechenlands
auf: Demokritos, der "lachende Philosoph".
Aus vermögendem Hause, konnte er seine Zeit dem Nachdenken und Forschen über die
uralte Meschheitsfrage widmen: Was sind Sinn und Zweck des Lebens? Einzig lohnendes Ziel
des Daseins sei es, "das dauernde seelische Wohlbefinden, die Gesundheit, frei von äußeren und inneren Störungen, zu erhalten." Also möge der Weise seine
Leidenschaften und Erregungen unterdrücken, sich maßvoll mit dem Erreichten begnügen,
gerecht und gut handeln und ein sittliches Leben führen. Demokrits Ethik ist, gemessen an
jener des Sokrates oder Platon, blutlos und egoistisch nüchtern.
Vierhundert Jahre vor Christi Geburt stellt der Mann aus Abdera eine Atomtheorie auf, die
der Wahrheit überraschend nahe kam: unsere ganze Umgebung sei nur Trug unserer Sinne,
in Wahrheit gebe es nur kreisende, um Zentralkerne rotierende Urteilchen und Materie,
aus denen sich alles zusammensetze. Dazwischen gähne die Leere das Nichts des
unendlichen Raumes, welches die wahre Seele des Alls sei. Nur durch verschiedene
Geschwindigkeiten der Bewegung, durch Ordnung Lagerung und Gewicht der kreisenden Teile
und der Mikroplaneten entstehe die Verschiedenheit der Elemente. Allerdings ließe der
Urgrund der Dinge, Atome und leere Räume, sich nicht mehr messen oder sinnlich
feststellen. Nur im reinen Denken sah er einen Weg zur Offenbarung der Geheimnisse.
Originalkupferstich (28 x 23 cm) von Peter Paul Rubens.
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