Demosthenes zählte zu den einflußreichsten Rhetoren Athens. Er erlangte durch seine ausgefeilte Redekunst vor den athenischen Gerichtshöfen sowie für die Volksversammlung hohes Ansehen. Selbst bei seinen politischen Widersachern fand sein rednerisches Können höchste Anerkennung.

Mit seinen Reden betrat er schnell das Feld der Außenpolitik. So warnte er Athen davor, sich in einen Krieg gegen das Perserreich verwickeln zu lassen und sah in dem sich dynamisch expandierenden Makedonien einen Hauptgegner Athens. Demosthenes übte aber auch Kritik an der Ansammlung aller Überschüsse der öffentlichen Gelder in der Theorikon-Kasse. Im Laufe seiner politischen Karriere erwarb er zu seinem ererbten Reichtum ein erhebliches Vermögen. Hohe Summen wurden ihm insbesondere vom Perserkönig gezahlt, um die Politik Athens zu beeinflussen. Anderseits sind zahlreiche Leiturgien und aufwendige finanzielle Leistungen des Demosthenes für Athen bezeugt.

In der letzten Phase seiner politischen Biographie bestimmte er maßgeblich die Leitlinien der Politik Athens. Doch die Unzufriedenheit über die geringen Erfolge bei außenpolitischen Verhandlungen wuchs so stark an, daß er 323 verurteilt wurde und ins Exil entwich. Nach seiner baldigen Rückkehr nach Athen unterstützte er maßgeblich den Lamischen Krieg gegen Makedonien. Nach der Niederlage bei Krannon wurde er in Athen in Abwesenheit auf Antrag des Demades zum Tode verurteilt. Als er im Poseidonheiligtum auf Kalauria aufgespürt wurde, tötete er sich selbst durch Gift.

Originalkupferstich (33,5 x 23,5 cm) von Peter Paul Rubens.