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In die aus dem Fels herausgehauenen Scipionengrüfte an der Via Appia in Rom sind die
ältesten vollständig erhaltenen lateinischen Gedichte eingemeißelt. Sie künden von den
Taten des Scipionischen Patriziergeschlechts während dreier Jahrhunderte, denn vor und
nach Publius Cornelius Scipio Africanus dem Älteren schenkte diese Sippe dem römischen
Staat große Männer, die meisten bewährten sich in den Punischen Kriegen.
Scipio der Afrikaner überragte sie alle. Sein Großvater eroberte Korsika, sein Vater
focht als Feldherr, allerdings erfolglos gegen Hannibal und fiel in Spanien. Dort übernahm
Scipio den Oberbefehl, erstürmte Karthago, gewann durch Verhandlungen die iberischen
Völker, schlug Hannibals Bruder Hasdrubal und vertrieb die Punier aus Spanien. Nachdem er
ein Jahr Konsul gewesen war, landete er in Afrika und siegte auf den "Großen Feldern".
Hannibal, bis dahin als lebensgefährliche Bedrohung in Italien operierend, eilte zur
Entlastung der Heimat herbei. Bei Zama kam es 202 zur Entscheidungsschlacht, in der Scipio
triumphierte. Die Wende in dem ungeheuren jahrzehntelangen Ringen war erzwungen. Karthago
mußte Frieden schließen und sich fortan auf afrikanische Gebiete beschränken. Ferner mußte
es die phantastisch hohe Summe von zehntausend Talente an Rom zahlen, die Flotte bis auf
zehn Schiffe reduzieren und alle Streitelefanten ausliefern; auch durfte es Kriege nur mit
Roms Einwilligung führen und war somit wehrlos. Der römische Senat verlieh Scipio für
seine Verdienste den Ehrennamen Africanus. "Der Afrikaner", den im dritten punischen Krieg
auch ein Adoptivkind seines Sohnes Publius mit dem Zusatz "Der Jüngere" erwerben sollte.
Originalkupferstich (32 x 24 cm) von Peter Paul Rubens.
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