1. Poste unter einem falschen Namen
2. Poste in die nächstbesten
Newsgruppen
3. Beleidige andere Netzteilnehmer
4. Poste Kettenbriefe
5. Vergleiche jemanden oder etwas mit den
Nazis
6. Quote komplette Newsartikel, möglichst
in falscher Reihenfolge
Diese Sammlung von Verhaltenstips für Usenet-Teilnehmer wird ständig erweitert; der Name gegebenenfalls angepasst. Vorschläge hierfür werden gerne entgegengenommen.
Nichts ist kewler als ein gutes Pseudonym. Namen sind
für Lamer. Was geht es schließlich andere an, wie du
heißt? Im richtigen Leben bist du Thomas Meier, aber im
Netz bist du der Terrordude, Die_F*ckmaschine oder Darth Vader
(Nummer 42 in dieser Newsgruppe, aber was macht das schon?) Und
so soll man dich auch ansprechen, klar, auf jeden Fall.
Ganz wichtig ist es natürlich, das Pseudonym gelegentlich
zu ändern, aber nicht ohne in jeder einzelnen Newsgruppe
einen Hinweis zu posten, daß du jetzt nicht mehr der
Terrordude, sondern der Megakillerdude bist.
Unter falschem Namen oder Pseudonym oder gar ohne Namen zu posten gilt als grob unhöflich. Deshalb achte bitte darauf, daß in deinem Newsreader immer dein kompletter Nach- und Vorname eingetragen sind. Das gilt auch dann, wenn dein Name Bestandteil deiner Mailadresse ist, denn viele Programme werten den Realnamen, der der Adresse beigefügt ist, aus und benutzen ihn um bei einer Antwort als Einleitung einen Text wie "Am 12.12.21 schrieb Thomas Meier in de.foo.bar..." anzuzeigen.
Besonders ärgerlich sind Newsreader, die nach der Installation den Realnamen mit Texten wie "Mein Name" oder "Vorname Nachname" vorbelegen. So zeigt der Newsreader weder Namen, noch EMail-Adresse des Posters an (die immerhin noch zur Identifikation geeignet ist), sondern einen nichts sagenden Standardtext.
Und auch, wenn es verlockend erscheint, sich Werbemails durch Verwendung einer falschen Adresse vom Leib zu halten: nicht jeder ist gewillt, jemandem zu antworten, dessen Adresse er erst durch Entfernen von NOSPAM, Triple-ROT13 und Austausch aller Buchstaben gegen ihr altgriechisches Äquivalent ermitteln muss.
"Wenn ich etwas zu sagen habe, dann will ich auch gelesen werden. Klar poste ich dann auch in die Newsgruppen, in denen mich viele lesen können. Auf jeden Fall in alt.sex.*, das liest bestimmt jeder, hihi. Dann auch noch in de.admin.*, schließlich sind da ganz viele Leute die ganz viel Ahnung haben. Na ja, und vielleicht noch in eine Gruppe, die mit dem Thema was zu tun hat, kann ja nicht schaden."
In aller Regel gibt es im Usenet zu jedem Thema höchstens eine Newsgruppe, in die dieses Thema passt, und genau diese Newsgruppe sollte für Diskussionen darüber auch benutzt werden. Wenn man im Usenet ernst genommen werden will, dann sollte man sich zumindest die Mühe machen, die passende Newsgruppe herauszusuchen.
In Ausnahme- und Zweifelsfällen können es auch einmal mehrere Newsgruppen sein, aber dann sollte die Diskussion spätestens beim Antworten in eine, passende Newsgruppe kanalisiert werden. Dies geschieht, indem man diese Newsgruppe im "Followup-To:"-Eingabefeld des Newsreaders angibt.
Insbesondere sind folgende Argumente sehr schlecht geeignet um
ein Posting in eine themenfremde Newsgruppe zu
begründen:
"Hier im Netz kann mir doch keiner was. Kann ja schließlich keiner durch die Telefonleitung kriechen und mir eine 'runterhauen wenn ich ihn ein A*schloch nenne. Und wie viele A*schlöcher es hier gibt...da wagt es doch tatsächlich einer zu behaupten daß Picard der bessere Star-Trek-Captain war. So ein Schwachfug. Weiß doch jeder daß Kirk der einzig wahre ist. Ich muss ihm gleich eine Antwort schreiben und ihn einen schw*nzlosen Volltrottel nennen, weil er so hohl ist."
Das Netz ist ziemlich anonym. Dass man für
Beleidigungen keine auf die Nase bekommt, legitimiert aber noch
lange nicht, dass man sich verhält wie die Axt im
Walde. Wenn du etwas posten willst, was möglicherweise
andere beleidigt, dann denke vorher darüber nach, ob du dich
auch trauen würdest, der anderen Person das ins Gesicht zu
sagen. Falls nicht: lass' es lieber, denn: wie man in den Wald
ruft, so schallt es zurück.
Vergiss' auch nicht: das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Auch
für eine Beleidigung im Usenet kannst du strafrechtlich
belangt werden. Über deinen Provider bist du für die
Staatsanwaltschaft identifizierbar; verlasse dich nicht darauf,
dass man dir nichts beweisen kann.
"Hey, was ist das? 'MAKE MONEY FA$T'? Geld kann ich immer gebrauchen. Mal sehen: ich soll $1 an den Ersten auf der Liste schicken, den Namen streichen, meinen Namen dransetzen und das Ganze in 200 Newsgruppen schicken. Mach' ich doch glatt. Kostet mich ja nichts. Den $1 schicke ich natürlich nicht und meinen Namen setze ich ganz oben hin, hehe!"
Kettenbriefe sind nicht nur ein großes Ärgernis,
sie sind auch illegal und vor allem: sie funktionieren
nicht. Überleg' doch mal: Du schickst den Brief an 200
Newsgruppen. Wenn nur ein einziger Usenet-Teilnehmer in jeder
Newsgruppe den Brief liest und ebenfalls weiterschickt, dann sind
das schon 40000 Briefe, und das sind mehr als es Newsgruppen
gibt. Der einzige, der bei einem Kettenbrief möglicherweise
Gewinn macht, ist der, von dem der Kettenbrief stammt, und auch
der kann damit nur ein paar Dollar/Mark gewinnen, macht sich aber
strafbar.
Auch andere Formen von Kettenbriefen, die von sich behaupten,
anwaltlich geprüft und legal zu sein, sind es auf jeden Fall
in Deutschland nicht. Das beste, was man mit Kettenbriefen machen
kann ist, sie einfach zu löschen. Wenn der eigene Newsreader
dies unterstützt, kann man einen "Killfilter" darauf
ansetzen, der Newsartikel mit verdächtigen Betreffs
(Stichworte: MONEY, mehrfache Dollarzeichen etc.) löscht,
bevor man sie überhaupt zu Gesicht bekommt.
"Ich habe hier das Recht zu sagen was ich will. Du hast hier gar nichts zu bestimmen. Du benimmst dich wie ein Nazi-Blockwart."
Es gibt im Usenet das Sprichwort "The thread went nazi and
died.", auch bekannt als "Godwin's Law". Kurz gesagt: wer zu
einem Thema zuerst jemanden mit Nazis vergleicht, hat die
Diskussion verloren. Die Erfahrung zeigt: es lohnt sich einfach nicht, auf
dieser Ebene miteinander zu diskutieren, also lässt man's am besten, auch wenn
man damit nicht das letzte Wort hatte.
Weil sie auf die andere Seite wollte.
On 16.03.1998 some@one.net wrote:
>Warum ist die Katze über die
Strasse gegangen?
>
>Greetinx
> Some one
>--
>"The price of freedom is eternal
vigilance." (Thomas Jefferson)
Hier sehen wir ein typisches Usenet-Posting eines Outlook Express-Benutzers, ganz leicht daran zu erkennen, dass die Antwort vor der Frage steht (genau dort, wo das Programm den Cursor platziert) und - weil's so bequem ist - der komplette Bezugsartikel zitiert wurde. Eine eigene Zeile, sechs Zeilen gequotet. Bei einem realen Posting wären es wahrscheinlich hundert oder mehr Zeilen Zitat - warum auch nicht. Den Poster kostet dies nur Bruchteile eines Pfennigs, das gesamte Netz um einen fünf- bis sechsstelligen Faktor mehr.
Durch die hohe Verbreitung von Outlook Express ist es in
einigen englischsprachigen Newsgruppen sogar schon so weit
gekommen, dass manche diese Form des Postings als normal ansehen,
und alteingesessene net.citizens anmeckern, weil diese die
traditionellen, seit Jahrzehnten bewährten Regeln
beherzigen:
*) Auf vielfachen Wunsch weise ich darauf hin, dass es natürlich auch OE-Benutzer gibt, die die Regeln einhalten, genauso wie man auch mit jedem anderen Programm falsch zitieren kann. OE macht es halt nur etwas leichter, Fehler zu machen.
Version 991226. Dieses Dokument ist ©1998-1999 Kai Rode und darf unentgeltlich in unveränderter Form kopiert und verbreitet werden.