Auf ein Wort ...
Es ist eine Übergangszeit im Kirchenjahr. Gerade noch befanden wir uns in der Weihnachtszeit – schnell ist die Passionszeit da. Gerade noch das Kind in der Krippe: Gott, der an dieser Stelle wahrer Mensch geworden ist, auch für die Kleinen wie die armseligen Hirten, für alle Welt als universales Ereignis – das zeigen uns die "Könige" aus dem fernen Land, herangeführt durch eine besondere Sternenkonstellation. Bald das Kreuz mit seinen Vorboten wie Verleugnung und Verrat, üble Nachrede und bitterste Einsamkeit. Anfang und Ende eines Lebens – eines bestimmten Lebens: das Leben Gottes als wahrer Mensch. Dem harten Holz der Krippe entspricht das harte Holz des Kreuzes. Dazwischen: das Leben mit Freud und Leid, Erfolg und Scheitern, gefeiert und gefeuert werden, bewundert und verlacht sein. Alles oftmals dicht beieinander. So ist es bei Jesus – ist es so nicht bei uns allen?! In der Tat gehört all das zum Wesen menschlicher Existenz. Gott, wahrer Gott und wahrer Mensch hat es kennengelernt. Er ist daraufhin ansprechbar. Nicht eine distanzierte Gottheit ist Er, sondern mitfühlender Gott, der eben auch das Weinen kennt.
Viele Gedanken hängen damit zusammen. Eine wesentliche – zutiefst christliche – Einsicht dabei ist diese: Gott lädt uns ein zum Gebet, also zum Reden mit Ihm und Hören. Stets in der Gewissheit: unser Gott hört und versteht, weil er das Leben mitgemacht hat, existentiell, nichts ist dabei ausgeklammert worden. Mit dieser Botschaft will er uns gut tun. Nehmen wir sie dankbar an!
Ihr Pfarrer Renfordt