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Angiospermae - wichtige heimische Familien

(nach Dr. Wolfgang Licht, zusammengefaßt von Jürgen Harf)

 KLASSE: Monocotyledoneae

Liliaceae (Liliengewächse)

Blütenformel: * P3+3 A3+3 G(3), oberständig

Frucht: Kapsel oder oft auch Beere

Bemerkungen: typisch monokotyler Habitus, Perigon (Perianth im speziellen Sinne, 2x3 gleichartige Blütenblätter à Tepalen), Fruchtknoten ist coenocarp, Blüte ist radiär

wichtige Vertreter: Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Schnittlauch, Zwiebel, Knoblauch, Tulpe, Lilie, Hyazinthe

 

Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse)

Blütenformel: * P3+3 A3+3 G(3), unterständig oder * P(3+3) A3+3 G(3), unterständig

Bemerkungen: Den Liliaceen recht ähnlich.

Oft tritt eine Nebenkrone als Ausbildung des Androeceums auf.

wichtige Vertreter: Schneeglöckchen, Märzenbecher, Narzisse, Amaryllis (Zimmerpfl.)

 

Iridaceae (Irisgewächse)

Blütenformel: * bis ­ P(3+3) A3+0 G(3), unterständig

Bemerkungen: Iris bildet drei Funktionseinheiten innerhald einer Blüte (3 "Blumen"), welche aus je einem äußeren Perigonblatt, einem Griffelast und einem Staubblatt bestehen.

wichtige Gattungen: Iris, Gladiolus, Crocus, Freesia

 

Orchidaceae (Orchideen)

Blütenformel: ­ P3+3 oder K3 +C3 [A1+0 G(3)], unterständig

Blüte: die Lippe (sehr variabel) und ein häufig ausgebildeter Sporn prägen den Habitus, das Staubblatt ist mit dem Griffel zu einer Säule verwachsen

Frucht: Kapsel (enthält einige 103 bis 106 Samen)

Bemerkungen: O. sind meist höchst spezialisierte Samenpfl., welche mykotroph sind; es gibt viele Saprophyten unter ihnen, auch finden sich total chlorophyllose Arten

wichtige Gattungen: Orchis (Knabenkraut), Dactylorhiza (Kuckucksblume), Ophrys (Ragwurz), Epipactis (Stendelwurz), Neottia (Nestwurz, ein Saprophyt)

 

Gramineae oder Poaceae (Echte Gräser, Süssgräser)

Blütenformel: theoretisch (bzw. ursprünglich): ­ P3+3 oder K3 C3 A3+3 G(3), oberständig

reale Verhältnisse: ­ P(2)+2 A3+0 G(2), oberständig

Blüte: Grundlegende Einheit ist das ein- bis mehrblütige Ährchen; typischer Aufbau: untere Hüllspelze, obere Hüllspelze, Deckspelze, sowie Vorspelze, Lodiculae (Schwellkörper), Androeceum und Gynoeceum pro Blüte; ein Staubblattkreis ist ausgefallen, sowie ein Fruchtblatt und je ein Blatt des Perianth (verbleibende äußere bilden die Vorspelze, verbleibende innere bilden die Lodiculae); oft finden sich Grannen (Borsten)

Blätter: Unterblatt bildet eine Blattscheide (umhüllt den Halm) und winkelt sich dann zur Blattspreite (Oberblatt) ab, dort befindet sich oft eine Ligula

Halm: rund, hohl und immer zweizeilig beblättert (distich) à vergl. Fam. Cyperaceae !

Bemerkung: Man unterscheidet dem Habitus nach bestimmungstechnisch Ährengräser, Fingergräser, Rispengräser und Ährenrispengräser

Frucht: Karyopse (eine besondere Form der Nuß)

Bemerkung: Generell sind die Gramineen die wohl erfolgreichste Pflanzenfamilie der Angiospermae überhaupt (sehr groß und individuenreich).

wichtige Gattungen: Festuca (Schwingel), Bromus (Trespe), Poa, Arrhenatherum, Anthoxanthum

 

Juncaceae (Binsengewächse)

Blütenformel: * P3+3 A3 G(3), oberständig

Blüte: einfacher Bau, allgemeiner Monokotylentyp, Perianth besteht aus Spelzen (daher meist recht unscheinbar), Infloreszenzform ist die Spirre

Frucht: Kapsel

wichtige Gattungen: Juncus (Binse), Luzula (Hainsimse)

 

Cyperaceae (Riedgräser, Sauergräser)

Blütenformel: * P3+3 A3 G(3à 2), oberständig

Blüte: getrenntgeschlechtlich, drei Staubblätter oder drei (selten zwei) Fruchtblätter; der Fruchtknoten wird von einem Fruchtschlauch, dem Utriculus, umhüllt; die Infloreszenz ist fast immer aus Ähren zusammengesetzt (Carex: männliche Ähren oben u. weibliche unten)

Blätter: wechselständig und dreizeiliger Anordnung

Halm: grasartig, meist kahl; keine Knoten, meist deutlich dreikantig und nicht hohl à vergl. Fam. Gramineae !

wichtige Gattungen: Carex (Segge), Cyperus, Scirpus (Simse, Binse), Eleocharis (Sumpfbinse), Eriophorum (Wollgras)

 

KLASSE: DIcotyledoneae

Cruciferae oder Brassicaceae (Kreuzblütler)

Blütenformel: * K2+2 C4 A2+4 G(2), oberständig

Blätter: wechselständig, stipellos

Frucht: Schote (typische Frucht der Cruciferae)

Bemerkungen: A2+4 à zwei kleine Staubblätter außen und vier größere innen, zweiteilige Narbe

wichtige Gattungen: Alyssum (Steinkraut), Lepidium (Kresse), Arabis (Gänsekresse), Schotendotter, Meerrettich, Silberblatt, Hirtentäschelkraut

 

Onagraceae (Nachtkerzengewächse)

Blütenformel: * K4 C4 A4+4 G4, unterständig

wichtige Art: Epilobium (Weidenröschen)

 

Papaveraceae (Mohngewächse)

Blütenformel: * K2 C4 A¥ G(¥ à 2)

wichtige Gattungen: Chelidonium (Schöllkraut), Papaver (Mohn)

 

Labiatae oder Lamiaceae (Lippenblütler)

Blütenformel: ­ K(5) [C(5) A4à 2] G(2), oberständig

Bemerkungen zur Blüte: Oberlippe ist meist lang (2 Kronblätter), die Unterlippe ist kurz und dreiteilig

Blätter: gegenständig (dekussiert) und ohne Stipeln, meist ungeteilt

Sproßachse: vierkantig (!)

Frucht: Klause (vierteiliger Fruchtknoten!)

Bemerkungen: viele Arten enthalten ätherische Öle, welche bisweilen auch sehr unangenehm riechen können

wichtige Gattungen: Teucrium (Gamander), Galeopsis (Hohlzahn), Lamium (Taubnessel), Stachys (Ziest); Arzneipflanzen sind hier: Salbei (Salvia), Thymian (Thymus), Minze (Mentha), Majoran (Majorana), Rosmarin (Rosmarinus)

 

Boraginaceae (Rauhblattgewächse)

Blütenformel: * (selten ­ ) K(5) [C(5) A5] G(2), oberständig

Bemerkungen zur Blüte: Das Androeceum ist im Vergleich zu den Labiatae vollständig und die Blüte ± radiär; Schlundschuppen

Blätter: wechselständig, rauh behaart (Name!), keine ätherischen Öle

Frucht: Klausen (vierteiliger Fruchtknoten!)

wichtige Gattungen: Pulmonaria (Lungenkraut), Myosotis (Vergißmeinicht), Symphytum (Beinwell), alle sind krautig

 

Scrophulariaceae (Rachenblütler)

Blütenformel: ­ K5 oder K(5) [C(5) A5à 4à 2] G(2), oberständig

Bemerkungen zur Blüte: Die Blüte kann typischer Weise ausgesackt oder gespornt sein

Blätter: gegen- und/oder wechselständig, letzteres vorherrschend, keine Stipeln

Bemerkungen: wenig einheitliche Familie

wichtige Gattungen: Verbascum (Königskerze), Scrophularia (Braunwurz), Linaria (Leinkraut), Veronica (Ehrenpreis), Digitalis (Fingerhut); Melampyrum (Wachtelweizen) und Lathraea; Zierpflanze ist z.B. das Löwenmäulchen (Antirrhium)

 

Fabaceae oder Papilionaceae (Schmetterlingsblütler)

Blütenformel: ­ K(5) C5 A(9)+1 oder A(10) G1, oberständig

Bemerkungen zur Blüte: Die Kronblätter sind für die charakteristische Blütenstruktur verantwortlich. Die beiden "unteren" Kronblätter sind verwachsen und bilden das sog. Schiffchen, die beiden "seitlichen" die sog. Flügel und das fünfte, "obere" Kronblatt bildet die sog. Fahne aus.

Blätter: wechselständig (oft zweizeilig); oft gefiedert (i.d.R. unpaarig), wobei die Endfieder Ranken ausbilden kann (z.B. Erbse); Stipeln sind vorhanden

Frucht: Hülse (keine Scheidewand, wie bei der Schote)

Bemerkung: Stipeln und Schmetterlingsblüte deutet stark auf diese Familie hin, sehr große Familie

wichtige Vertreter: Ginster, Erbse, Bohne, Linse, Lupinen (Lupinus), Klee (Trifolium), Luzerne (Medicago), Wicke (Vica), Zierpflanze: Goldregen

 

Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse)

allg. Blütenformel: * K5 C5 A¥ G¥ à 1, immer oberständig

Blüte: doppelte Blütenhülle und getrenntblättrige Korolle, oft polymeres Androeceum und Gynoeceum, selten zygomorph, oft Nektarblätter, Farbe: weiß, gelb, blau (sehr selten rot), nie Außenkelch

Blätter: wechselständig und ohne Stipeln, häufig gegliedert

Frucht: Balg (nur bei Aruncus) oder Nüßchen, selten steinfruchtartig

wichtige Gattungen: Ranunculus (Hahnenfuß), Delphinium (Rittersporn), Aconitum (Eisenhut), Clematis (Waldrebe), Caltha (Sumpfdotterblume), Pulsatilla (Küchenschelle), Helleborus (Christrose), Adonis (Adonisröschen)

 

Rosaceae (Rosengewächse)

Unterfamilien: Spiraeoideae, Rosoideae, Maloideae, Prunoideae

allg. Blütenformel: * K5 C5 An5 G¥ à 1, ober- oder unterständig

Blüte: weiß, rosa bis rot (bei Rosoideae), NIE blau

Blätter: Stipeln (fallen bei Maloideae früh ab), wechselständig, oft gefiedert oder gefingert

Frucht: Nüßchen (oft Sammelfrucht, z.B. Erdbeere) bei Rosoideae, "Apfelfrucht" bei den Maloideae (unterständiges G.) und Steinfrüchte bei den Prunoideae

Bemerkungen (zu den Unterfamilien): Rosoideae haben meist gefiederte oder gefingerte Blätter, meist ist ein Außenkelch vorhanden und G¥ ; Maloideae sind i.d.R. Sträucher oder Bäume und weisen G5 auf; Prunoideae G1, sonst aber ähnlich den Maloideae

wichtige Gattungen/Arten (der Unterfamilien):

Spiraeoideae: Aruncus sylvestris (Geißbart), Spiraea

Rosoideae: Rosa (Hagebutte), Rubus (Brombeere)

Maloideae: Cotoneaster, Apfel, Birne, Eberesche

Prunoideae: Prunus s.I., Kirsche, Aprikose/Mandel, Schlehe/Pflaume

 

Caryophyllaceae (Nelkengewächse)

Unterfamielien: Silenoideae, Alsinoideae, Paronychioideae

allg. Blütenformel: * K5 oder K(5) C5 A5+5 G(5-2), oberständig

Blüte: Silenoideae: K(5), weiß oder rot, genagelte Kronblätter (90°, Stieltellerblume), Rand oft gezähnt, Alsinoideae: K5, Krone reinweiß, Kronblätter oft tief zweiteilig,

Blätter: Silenoideae, Alsinoideae: gegenständig, ohne Stipeln und ganzrandig, aus der dekussierten Blattstellung folgt oft ein dichasialer Sproßaufbau, Paronychioideae: häutige Stipeln, Blätter manchmal wechselständig

Frucht: Kapsel, öffnet unter Ausbild. von "Kapselzähnen" (Anzahl = Zahl der Fruchtblätter mal 1 oder mal 2) bei Paronychioideae Nuß (Reduktion der mehrsamigen Kapsel)

wichtige Gattungen/Arten (der Unterfamilien):

Silenoideae: Silene (Leimkraut), Lychnis (Lichtnelke), Dianthus (Nelke), Agrostemma (Kornrade)

Alsinoideae: Stellaria (Sternmiere), Cerastium (Hornkraut), Minuartia (Miere),

Sagina (Mastkraut)

Paronychioideae: Spergula (Spark oder Spörgel), Spergularia (Schuppenmiere)

 

Chenopodiaceae (Gänsefussgewächse)

Blütenformel: * P5 oder P(5) A5 G(2) selten: G(5), oberständig

Blüte: oft eingeschlechtlich, auch zweihäusige Arten, oft windbestäubt und daher eher unscheinbarer Farbgebung

Blätter: fast immer wechselständig; manchmal sukkulent

wichtige Gattungen: Salicornia (Queller), Atriplex (Melde), Chenopodium (Gänsefuß), Nutzpflanzen sind Spinacia (Spinat), Beta (Runkelrübe, Mangold)

verwandte Familie: Amaranthaceae (Fuchsschwanzgew.) mit Gattung Amaranthus

 

Polygonaceae (Knöterichgewächse)

Blütenformel: * P3+3 A3+3 g(3), oberständig

Blätter: wechselständig, häufig Stipeln; Stipeln sind zu einer röhrigen Scheide (Ochrea) verwachsen, welche den Stengel umgibt

Frucht: dreikantige Nuß, seltener linsenförmig

wichtige Gattungen/Arten: Rumex (Ampfer, Sauerampfer), Polygonum (Knöterich), Rheum (Rhabarber)

 

Umbelliferae oder Apiaceae (Doldenblütler)

Unterfamilien: (Hydrocotyloideae, Saniculoideae,) Apioideae

Blütenformel: * K5 C5 A5 G(2), unterständig

Blüte: weiß bis gelb, tetrazyklische Blüte, hochabgeleitet

Infloreszenz: Typisch ist die Doppeldolde (bestehend aus Doldenstrahlen 1. und 2. Ordnung), oft reduzierte Tragblätter (bilden Involucrum und Involucellum), "Spätblüher"

Frucht: Spaltfrucht mit einem Karpophor

Blätter: keine Stipeln (Blattgrund bildet oft eine scheidenartige Erweiterung), meist einfach oder mehrfach gefiedert, oft auch dreiteilig; der Stengel ist häufig hohl

Bemerkungen: Die bei uns mit Abstand wichtigste Unterfamilie sind die Apioideen. Hydrocotyloideen sind in der südl. Hemisphäre weit verbreitet. Häufig sind Stauden.

wichtige Gattungen: Anthriscus (Kerbel), Oenanthe (Wasserfenchel), Peucedanum (Haarstrang), Pimpinella (Biebernelle); wegen ihrer ätherischen Öle bekannt sind Kümmel, Anis, Koriander; Küchenkräuter sind Petersilie, Dill, Fenchel, Kerbel; Gemüse ist z.B. die Möhre oder Sellerie

 

Compositae oder Asteraceae (Korbblütler)

Blütenformel: * bis ­ K5 [C(5) A5] G(2), unterständig

Blüte: Tetrazyklische Sympetalenblüte, hochabgeleitet. Der Infloreszenzbereich bildet das sog. Köpfchen bzw. Körbchen aus (hierin sind bis zu einige hundert Blüten versammelt, welche sehr klein sein können). Der Kelch wird oft durch den sog. Pappus ersetzt. Sämtliche Farben kommen vor. Wichtige Stichwörter sind: Köpfchenboden, Röhrenblüte, Strahlenblüte und Zungenblüte, Pappus, Involucralblatt und Spreublatt.

Frucht: Achäne (eine besondere Form der Nuß), oft Phänomen der Heterokarpie (Folge: zwei oder mehr verschiedene Verbreitungseinheiten von unterschiedlichem Habitus bei einem Individuum)

Blätter: keine Stipeln; meist wechselständig, bisweilen auch gegenständig oder rosettig

Bemerkungen: Die Compositen bilden die größte Familie der Samenpflanzen überhaupt, die Arten sind meist krautig. Speicherstoff ist Inulin (nicht Stärke)! Spätblüher (im Norden)

wichtige Gattungen/Arten: Taraxacum (Löwenzahn), Bellis (Gänseblümchen), Hieracium (Habichtskraut), Achillea (Schafgarbe), Chrysanthemum (Wucherblume), Artemisia (Beifuß), Centaurea (Flockenblume), Crepis (Pippau), Aster (Aster), Inula (Alant), Arctium (Klette), Tragopogon (Bocksbart), Carduus (die "Distel"); Heilpflanzen sind z.B. Kamille, Wermut, Arnika; Salatpflanzen sind Cichorium (Chicorée), Lactuca (Kopfsalat); weitere Nutzpflanzen sind die Sonnenblume und die Artischocke