Ein isländisches Tagebuch
(Island-Fahrradtour vom 03.07.- 25.08.1998)

1. Teil: Von Münster auf die Färöer-Inseln

Die Vorgeschichte
Es wird ernst – die Wochen vor dem Start
Münster – Hamburg
Hamburg – Hanstholm
M/F Norröna


Die Vorgeschichte

 Alle Fahrradtouren, die ich bisher durchgeführte, habe ich bisher in Begleitung einer oder mehreren Personen unternommen. Eine Tour alleine war für mich also etwas vollkommen neues.
Wie kam es dazu? Und warum gerade Island?
Im Sommer 1994 sprach Peter Hampel an einem schönen Regentag inmitten der schottischen Highlands den entscheidenen Satz zu mir: "Hey Linde, laß uns das nächste Mal gemeinsam nach Island fahren!". Ich sagte natürlich begeistert zu (mehr regnen als hier konnte es dort nämlich auch nicht), erschien mir ein solches Unternehmen zu zweit uns Recken doch gerade angemessen. Selbstverständlich hatte ich keine konkrete Vorstellung, wo jenes Island nun genau liegt, geschweige denn, wie es dort aussieht. Peter hätte ebensogut "Spitzbergen" oder "Franz-Josef-Land" sagen können...
Weitere zwei Jahre später wurde die fixe Idee zur Wirklichkeit! Peter und ich bestiegen am 13.7.96 die M/F Norröna in Esbjerg (Dänemark) und verbrachten unvergeßliche 71/2 Wochen (netto) auf Island. Es war ein sehr guter Sommer, wir ahnten es damals schon. Heute weiß ich es! Es kann nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn man das Zelt innerhalb von fast acht Wochen nur einmal im Regen aufbauen muß, und es am gleichen Abend auch noch trocken wird! Um es auf den Punkt zu bringen - wir hatten eine tolle Zeit! Da wir aber nur mit schmalreifigen Tourenrädern unterwegs waren und schon recht fix die üblichen Probleme mit den LowRidern auftraten (Danke, Dettifoss), hielten wir uns bis auf wenige Ausnahmen an den Verlauf der Ringstraße, machten ausgiebigen und feuchtstürmischen Urlaub auf den Westmänner-Inseln und mieden im vollkommenen Einvernehmen das Landesinnere mit seinen tückischen Straßenattrappen.
Während unserer Reise sprach ich gerne mit alleinreisenden Radlern (Kumpels oder Spinner, wie sie in unserem Fachjargon nannten - uns mit eingenommen), und eines Tages begann ich darüber nachzusinnen, wie es wäre, wenn ich alleine diese Straße entlangstrampeln würde. Das Ergebnis dieser Gedanken befindet sich auf den folgenden Seiten...
 


 Es wird ernst - die Wochen vor dem Start

 Für einen ernsthaften Versuch auf Island blieb mir nur der Sommer 98, denn den nächsten halte ich mir ja für die Diplom-Arbeit frei. Darüber hinaus wollte ich wieder mit der Fähre fahren, die allerdings nur dann bezahlbar bleibt, wenn man den 25% günstigeren Studententarif bis 26 Jahre nutzen kann.
Somit buchte ich Ende Mai die Fährfahrten, obwohl ich zu der Zeit erhebliche Probleme mit dem linken Knie hatte. So stand mehr als vier Wochen lang die "kleine Knieschule" auf meinem Abendprogramm - weiß der Geier, ob diese Tätigkeit lediglich die Nerven beruhigte oder tatsächlich half.
Die Woche vor meiner Abfahrt verlief ziemlich hektisch. Ich war bis zum Schluß als Fachschaftenreferent im münsteraner AStA tätig und wuselte dort auch in dieser Woche fast täglich herum. Aber es galt noch so viel einzukaufen! Vor allem mußte ein neuer Schlafsack her, aber darüber hinaus waren Berge von Kleinkram zu kaufen, an die ich bisher als Teamfahrer nie gedacht hatte.
Das größte Problem stellte allerdings mein Fahrrad dar. Durch einen Unfall an Rahmen und Hinterrad entstellt, mußte eine komplette Grunderneuerung her. Statt diese vom Versicherungsgeld zu begleichen, nutzte ich selbiges zum Kauf eines neuen Tourenrades und legte noch etwas Geld drauf. Leider rechnete ich nicht mit drei bis vier Wochen Lieferzeit bei der "Deutschen Fahrradmanufaktur" in Bremen, so daß ich meinen neuen Drahtesel bei "Drahtesel" in Münster erst fünf Tage vor Abfahrt der Fährte in Hanstholm in den Händen hielt! In einer abendlichen Aktion wurden noch Gepäckträger und Felgen ummontiert, dann war es mir zwar in seinen Eigenschaften und persönlichen Macken völlig unbekannt aber startbereit...
Als ich dann am Donnerstag, den 2.7., endgültig meine Sachen packte, wurde mir schon ganz anders, als ich Unmengen an großen und kleinen Ausrüstungsgegenständen auf meinem Bett liegen sah. Doch die Schlacht dauerte nur wenige Stunden, dann stand ich völlig geschafft neben vier Satteltaschen, einer Lenkertasche und zwei prallen Packsäcken. Hinzu kamen noch zwei Trinkflaschen und eine kleine Rahmentasche für das Werkzeug. Beim Anblick dieses Gepäckberges bekam ich zum ersten Mal richtige Angst. Alles in Ortlieb? Wir werden sehen. Kein Fahrrad der Welt konnte das je alles tragen! Mit dem Mut der Verzweiflung beschloß ich, das Geheimnis um das Gewicht meines Gepäcks erst nach meiner Heimkehr zu ermitteln, da ich schon damals ahnte: Wenn ich das wahre Gewicht weiß, bekomme ich noch mehr Angst und beginne panisch Sachen aus- und wieder einzupacken und bin danach nur frustriert. Somit beschloß ich, mein Gepäck auf mindestens 35 kg plus Verpflegung zu schätzen. Dieser Einschätzung, mit der ich zu Leben vermochte, da ich schon von ähnlichen schweren Fällen gehört hatte, blieb ich bis zum Schluß treu. Wenn ich geahnt hätte...
 
 

Der Tanz beginnt (und zwar jetzt in Präsens)

Freitag, der 03.07.98
(mit der Bahn von Münster nach Hamburg)

 Ich nehme den Zug Richtung Norden. Zuvor bin ich wohl viermal die Treppen in dem Haus meiner WG runter und wieder hochgestürmt, um meinen Gepäckberg nach unten zu wuchten. Der Abschied von meinen drei Leuten war kurz und schmerzlos, da außer André niemand zugegen war. Von ihm überspielte ich noch hektisch "Moskau" von Dschinges Khan und dann war ich der Meinung, noch unbedingt die wichtigsten Kracher der "Crossing all over Vol. 6" auf Cassette bannen zu müssen - natürlich alles in letzter Sekunde!
Die 4 km lange Fahrt zum Bahnhof durchlebe ich in aufmerksamer Faszination und Anspannung, ob und warum das Fahrrad das Gepäck trägt und nicht unter seinem Gewicht zusammenbricht. Ich brauche mir nichts vorzumachen, das Hinterrad läßt sich nur mit allergrößter Mühe für kurze Zeit vom Boden anheben!
Am Bahnhof dann das gleiche Spiel wie zu Hause: Die Ausrüstungsgegenstände und das Fahrrad müssen in mehren Schüben auf das Bahngleis getragen werden. Ein Narr, der annehmen würde, es ginge, indem man das bepackte Rad in der eigens für Stahlrösser vorgesehenen Fahrrinne nach oben schübe. Endlich geschafft (im doppelten Sinne) darf ich alles wieder aufladen, um mich beim alsbald einlaufenden InterRegio zum Fahrradabteil begeben zu können.
Und wieder das Spiel: Alles abwerfen, hinein werfen, hoffen, daß der Zug nicht zu früh losfährt. Dann bin ich endlich drin, das B 140 der DFM baumelt gemütlich im Abteil und erholt sich im Stillen sicherlich von dem sich neben ihm auftürmenden Gepäckberg. Ich selbst sitze auf einem Klappsitz und starre selbigen an. Bis Osnabrück wechsele ich wenige Worte mit einem älteren Herrn, der mir kurz mitteilt, daß er wegen der Fuß- und Gepäckfreiheit am liebsten in IR-Fahrradabteilen reise. Im "Zentrum das Osanbrücker Lands" steigt er aus und ich bin allein im Abteil.
Nun ja, eigentlich habe ich ziemlich viel Beschäftigung, denn meine wirren Gedanken schreien nach Beachtung, die sie auch erhalten, da es an Alternativen mangelt. Und womit ich mich geistig beschäftige, ist kurz gesagt. Was ich hier eigentlich tue, denke ich. Wenn das man nicht in´s Auge geht. Es würde wochenlang niemanden geben, mit dem ich richtig Spaß habe, mit dem ich diskutieren könne und den Urlaub genießen. Mit einem Satz: Ich fühle mich zutiefst verunsichert und einsam. Wäre ich doch nur im AStA geblieben und würde die Semesterferien dazu nutzen, die Erstellung des Fachschaftenreader voranzutreiben, die Fachschaftsräte mit Studierendenschafts-Propaganda zu überschwemmen und es mir in netter Gemeinschaft gut gehen zu lassen. Aber nein, ich muß ja unbedingt...
Um meinen trüben Gedanken für eine kurze Zeit lang zu entkommen, forsche ich in einer meiner Lenkertasche nach dem GOTTreport - Neues aus der Schöpfung von meinem Freund Chrischi Kruggel, der ersten Internet-Veröffentlichung des vierköpfigen GOTTteams, dem ich als Ausgleichende Gerechtigkeit angehöre. Wir wollen uns bemühen, Vorgänge auf Gottes Erde und die Wunder der Schöpfung dem einfachen Volke wieder näher zu bringen. Immerhin ist die letzte bekannte Großveröffentlichung schon fast 2000 Jahre her.
Chrischi läßt sich göttlich begründend über die Ausschreitungen deutscher Fußball-Hools mit schwerer Körperverletzung an einem französischen Polizisten in seiner ihm unverwechselbaren Weise aus, daß ich spontan und inniglich zu hoffen beginne, daß ich der auf ewig einzige Besucher dieser Internet-Seite der Uni Hannover gewesen bin. Dennoch komme ich trotz der trüben Laune, in der ich mich befinde, nicht umhin, milde zu lächeln und werfe das zweifelhafte Dokument in den dafür vorgesehenen Mülleimer.
In Bremen bekomme ich kurz Gelegenheit, einem aussteigenden Fahrgast auf seine interessierte Frage nach meinem Reiseziel (seine Augen ruhen offensichtlich auf meinem Gepäck) fest und bestimmt mit "Island!" antworten zu können. Er scheint beeindruckt, steigt wenig später aus und überläßt mich wieder meinen geduldig wartenden Gedanken.
 Hamburg Hbf - Einer der Hauptverkehrsknotenpunkte der Elbmetropole. Dieser Bahnhof besitzt für Radfahrer mit Gepäck einen tollen Service. Jeder Bahnsteig hat einen eigenen gläsernen Lift, mit dem man problemlos Bahnsteige wechseln oder den Bahnhof gänzlich verlassen kann. Draußen schaue ich zunächst auf meine Hamburg-Karte, die ich aus einem ADAC-Atlas in der Uni herauskopiert habe. Etwa eine halbe Stunde muß ich Richtung NW entlang von Hauptstraßen fahren, um zur Wohnung meines Bruders und seiner Frau zu gelangen. Wie schon in Münster mache ich die Erfahrung, daß ein Fahrrad ohne Gepäck sich irgendwie komplett anders verhält als ein bepacktes. Auch sinne ich mal wieder mehr oder weniger ernsthaft darüber nach, ob mir ein Fahrradhelm doch ein etwas größeres Sicherheitsgefühl verleihen würde, zumal ich diesen meiner Mutter eigentlich versprochen habe. Ich habe in Münster bestimmt 15 Stück anprobiert, aber keiner paßte. In übrigen habe ich etwas gegen bunt gemischte Neon-Farben!
Wie auch immer, das Fahrrad rollt, wenn auch nur unter Protest. Zweimal werde ich von Radfahrern unterwegs angesprochen, was ich denn Großes vorhabe. Bezugspunkt sind mindestens einmal die zwei Ersatz-Mäntel mit Mounti-Profil. Wieder meine feste Antwort: "Ich fahre morgen nach Island!" Man wünscht mit viel Spaß und Glück. Ich mir auch. Im übrigen bezweifle ich, daß ich ernsthaft beneidet worden bin.
Mein Bruder betätigt den Summer, nachdem ich geklingelt habe. Zunächst trage ich mein Gepäck zu ihm hinauf in den 2. Stock des Mietshauses und das Fahrrad zum Schluß gleich hinterher. Der Fernseher läuft - Fußball -, aber wir unterhalten uns in der Küche. Ich verrate ihm meine Befürchtungen, was das Alleinreisen angehe, aber er - der er monatelang in Neuseeland und Australien unterwegs gewesen ist – versucht, meine Bedenken zu zerstreuen. Ich werde viele Leute kennenlernen, mit denen ich vielleicht ein paar Tage etwas unternehme und die ich für kurze Zeit intensiv kennenlernen werde - und sie dann gut möglich für immer aus den Augen zu verlieren. Was nicht weiter schlimm sei, meint er, da man ja neue Typen treffen würde. Sein Wort in Gottes Gehörgang!
Er muß fort, und ich lasse mich von ihm zu einem nahen Karstadt-Laden fahren, wo ich den letzten Versuch unternehmen will, einen Helm zu erstehen. Es ist auch schon nach halb acht, aber ich soll Glück haben. Für 99,- DM erstehe ich einen Alpina-Helm, der hinten (preiset den HERRN) nicht spitz zuläuft und in gedeckten Grau- und Schwarztönen ein total ansprechendes Tarnmuster ergibt. Ich gehe zur nahen Wohnung zurück, schnappe mir mein Fahrrad und fahre den Helm etwa eine Stunde lang ein. Die spannenden Fragen lauteten: "Wie eng muß der Stirnriemen wirklich sitzen?" und "Wann werfe ich das nervende Ding spätestens an die Wand?" Gegen 21 Uhr ist die erste Frage zunächst beantwortet.
Wieder zurück überlasse ich mich König Fußball und dem Kühlschrank (Dänemark geht gerade gegen Basilien in einem WM-Achtelfinale mit wehenden Fahnen unter). Irgendwann taucht seine Frau dann auf, um kurz darauf wieder zu verschwinden. Beide kehren erst wieder zurück, als ich schon im Wohnzimmer schlafe.
 

Samstag, der 04.07.98
(mit dem Bus von Hamburg nach Hanstholm)

 Der Tag der Wahrheit beginnt um 7.30 Uhr. Leise frühstücke ich und packe meine Sachen zusammen (die beiden schlafen noch), wobei mir noch jede Routine und das Gespür fehlt, wo ich bestimmte Dinge hinpacken soll, um sie später schnell wiederzufinden.
Lautstark aber tapfer trage ich all meinen Krimskrams wieder das Treppenhaus hinunter und verabschiede mich von den beiden Hauskatzen. In einer nahen Bäckerei kaufe ich ein Schwarzbrot - das letzte für viele Wochen -, dann fahre ich los. Der Weg zum Hauptbahnhof war ist ja bekannt, nicht aber der genaue Aufenthaltsort des ZOB, den ich fast eine Viertelstunde vergeblich suche. Als ich ihn endlich erreiche und den noch leeren Bussteig ausgemacht habe (es ist etwa 9.15 Uhr), erspähe ich schnell einen Burschen Anfang bis Mitte 20, neben dem sich ein rotes Peugeot-Mountain-Bike präsentiert, das auch auf den 2. Blick noch gut bepackt wirkt. Darüber hinaus trägt sein Besitzer noch einen kleinen Rucksack auf dem Rücken. Was für ein beruhigender Anblick!
Wir kommen schnell ins Gespräch. Er heißt Wieland und steht nun kurz davor, seine dritte Reise nach Island anzutreten. Für so etwa ein Jahr will er dort in Reykjavík Biologie studieren. Solche Leute gibt´s tatsächlich!
Bald bevölkern weitere Menschen den Busparkplatz. Der Smyril-Line-Shuttle-Bus läßt dann auch nicht mehr lange auf sich warten und die inzwischen auf die Zahl drei angewachsene Fahrradmenge kann bequem in den Gepäckfächern verstaut werden, da nur etwa 15 Leute diesen Zubringer-Busdienst nutzen wollen, der immerhin auch DM 90,- (+ 20,- für´s Fahrrad) kostet.
Vor der Abfahrt lege ich mir noch eine taz und leichten Reiseproviant zu, um wenig später in ein tieferes Gespräch mit Wieland abzutauchen. Bald gewinne ich den Eindruck, daß dieser sympathische Mensch mit etwas zu großer Kassenbrille und sauber gestutztem Oberlippen- und Kinnbart (wie ihn die schnieken Anti-Helden in Karl-May-Verfilmungen zu tragen pflegen) ähnlich wie ich erleichtert ist, jemandem zum "Volltexten" gefunden zu haben. Ich für meinen Teil bin wirklich froh, einen Gesprächspartner gefunden zu haben.
Shuttlebus an der deutsch-dänischen Genze während Pi-PauseAn der deutsch-dänischen Genze legt der Bus einen kurzen Zwischenstop ein, so daß man Gelegenheit bekommt, sich kurz die Beine zu vertreten, "etwas" wegzustellen und die anderen Mitreisenden im Bus mal aus anderer Perspetive zu sehen. Von unserem 3. Radler haben Wieland und ich bisher nämlich nur den wuscheligen Hinterkopf gesehen. Allerdings ist die Zeit zur endgültigen Kontaktaufnahme noch nicht gekommen. Zugegeben, eine junge und allein reisende Rucksackfrau hinter uns interessiert mich zur Zeit auch mehr.
Meine Unterhaltung mit Wieland (= Wísland...) ebbt etwas ab und kommt vorübergehend zum versiegen, da er sich zum Schlafen anschickt. Immerhin ist er des nachts mit der Bahn nach Hamburg gekommen. Ich schnappe mir daher meinen Walkman, starre abwesend in die vorbeiziehende dänische Landschaft, die mir wenig interessant erscheint, um in 7 Wochen in ihr von Hanstholm zur deutschen Grenze zurückzufahren. Auch ich schließe die Augen und versetzte mich mental an das DJ-Pult einer gut gefüllten Münsteraner Mensa-I-Party...
Jemand tippt mich am Arm. Wieland will wissen, von welchem Lied die Baßrhythmen gerade stammen, die er schwach aus meinen Kopfhörern vernimmt. Ich teile es ihm mit, und kurz darauf sind wir wieder in ein neues Gespräch vertieft.
Die Landschaft ändert jetzt ihr Gesicht, wir nähern uns der Fjordküste. Diese Gegend ist schon viel mehr nach meinem Geschmack (besonders was meine Planungen der Rückfahrt betreffen). Etwa eine Stunde vor Ankunft in Hansholm treibt mich ein mäßig dringendes Bedürfnis auf die piecksaubere Bordtoilette. Als ich wieder heraustrete, ist Wieland mit dem jungen Mädel im Gespräch. Sie heißt Birgit, und wie sich herausstellt, ist sie für uns beide ein willkommenes Opfer, um irgendwem unsere fundierten Islandkenntnisse vorzuführen. Bald stellen wir etwas besonderes fest: sie reist ohne Zelt! Birgit hat nicht einmal eine genaue Vorstellung, wohin sie sich zunächst auf der Insel wenden soll, und so beschreiben wir beiden Pfundskerle ausgiebige die Vorzüge und Nachteile einer nördlichen oder südlichen Route, wobei wir von Zeit zu Zeit vorsichtig das Thema Jugendherbergsdichte anklingen lassen. Oder soll ich besser sagen: Jugendherbergsdünne? Auf jeden Fall will sie zurückfliegen, wovor sie ähnlich viel Angst hat, wie vor einer bevorstehenden schaukligen Seefahrt, denn außerhalb des Busses ist es doch schon ziemlich windig geworden.
 Als wir 15.45 Uhr in Hanstholm eintreffen, weht es wirklich ganz anständig aus Westen, aber der Himmel ist zumindest heiter. Das Fährschiff Norröna muß erst vor kurzem eingelaufen sein, und man ist gerade dabei, die ersten heimkommenden Autos aus dem Schiffsrumpf zu bitten. Mein Rad!Wir richten unsere Fahrräder wieder her und nehmen nunmehr Kontakt zu unserem 3. Mann auf - Kalle, einem Tischler mit unordentlich frisierten dunkelblonden Haaren und einem gleichfarbigen Schnauzer aus der Nähe von Paderborn, dem leider nur 4 Wochen Urlaub zur Verfügung stehen, von denen er fast eine Woche auf der Fähre zubringen wird. Aber er will es gerne so.
Da wir offensichtlich noch viel Zeit haben, besteigen wir den Dünenwall nahe des Hafens, den ich zu dieser Zeit mit seinen paar Häusern und Geschäften fälschlicherweise für den kompletten armseeligen Ort halte. Wir erklimmen einen Aussichtspunkt mit großer Kompaßrose und machen uns nach ausgiebiger Besichtigung des Panoramas wieder an den Abstieg.M/F Norröna im Hafen von Hanstholm Da die Norröna immer noch fleißig ausgeladen wird, schnappten wir uns unsere Räder, machen zunächst den nahen Fischerhafen unsicher und ärgern dort ein paar Silbermöwen, um kurz darauf noch an die steinige Küste zu radeln, an der uns ein kräftiger Wind eine laute und aufgewühlte Brandung entgegenbläßt. E
twas weiter zur Straße hin erstrecken sich an dieser dunkelbraune, niedrige Holzbaracken, die vermutlich Fischereigerätschaften enthalten, die "Fawelas" von Hanstholm, wie sich Wieland auszudrücken pflegt. ''Fawelas'' von HanstholmDiesen Eindruck kann man in der Tat gewinnen.
Da die planmäßige Abfahrt des Schiffes für 20 Uhr angekündigt ist, bauen wir uns so gegen 18 Uhr erwartungsfroh in Sichtweite des Fährpersonals auf (den Festmokers, wie Chrischi sagen würde), um auch möglichst früh eingelassen zu werden. Pustekuchen!
Im zunehmend auskühlenden Wind bekommen wir reichlich Zeit zur Verfügung gestellt - in der man uns beflissendlich ignoriert -, gegenseitig genauer unsere Räder und das dazugehörige Gepäck in Augenschein zu nehmen. Und um alles noch etwas abwechslungsreicher zu machen, sind wir auch bald zu fünft, da sich noch zwei junge Spunde mit Mountain-Bikes zu uns gesellen, die offensichtlich etwas weniger Gepäck dabeihaben als ich, aber sie sind ja auch zu zweit! Um sich zu beschäftigen, setzen sie ihre coolen Wollmützen auf und einer von beiden beginnt zu jonglieren.
Wieland, Kalle und ich frieren lieber. Wielands Rad trägt neben den 4 üblichen Taschen eine Lenkertasche und einen festen und durchsichtigen Riesenplastikbeutel als Regenschutz für Zelt, Isomatte und Schlafsack. Auch Kalle kommt mit nur einem Packsack aus, den er sogar noch längs auf dem Gepäckträger schnallen kann. Wie ich fährt er (nur) ein Tourenrad, mit dem er aber bei seiner früheren Islandtour gute Erfahrungen gemacht hat - trotz schmaler Reifen. Seine hydraulisch gefederte Sattelstütze und sein geschwungener Lenker erregen meine weitere Aufmerksamkeit, der Lenker besonders, da ich auch gerne den gleichen gehabt hätte, sich aber die Ortlieb-Lenkertasche nicht daran befestigen läßt. Dieses Problem hat er (der handwerklich Begabte) mit einer eigenen Haltekonstruktion beseitigt. Neid!
Und noch einen weiteren nützlichen Ausrüstungsgegenstand entdecke ich an beiden Fahrrädern und vermisse ich an meinem. Eine 1/2-Liter-Thermoskanne im praktischen Flaschenhalter! Habe ich so ein Ding nicht schon in Münster in der Hand gehabt? Irgendwie beginne ich zu ahnen, daß sich diese Dinger diesen Sommer auf Island bezahlt machen könnten!
Nach und nach dürfen die ersten Autos langsam in die Fähre hineinfahren. Währenddessen steigt die Zahl an Radfahren sprunghaft auf 16 an, da eine Reisegruppe von zehn radfahrenden Tschechen und einer Tschechin eingetroffen ist und etwas abseits von uns zu warten beginnt. Diese Leute erwecken sofort mein Interesse. Warten auf´s ChristkindAlle sind recht high-tech-mäßig gekleidet, viele haben schnittige Helme und Radlerbrillen, die sie auch die ganze Zeit des Wartens über tragen. Am ehesten geht mir aber auf, daß sie für meine Verhältnisse unheimlich wenig Gepäck mit sich führen (fast keine LowRider, wenig Lenkertaschen, kleine oder keine Packsäcke). Sehr bald beginnt in mir eine gewisse Heldenverehrung ihnen gegenüber ob dieser selbst auferlegten Entbehrungen zu erwachsen.
Zunächst aber müssen wir weiter warten, und ich suche umständlich nach meiner Pfeife und entzünde sie im Wind noch umständlicher. So gegen acht (wir erinnern uns, offizielle Ablegezeit!) faßt sich einer der beiden jungen Biker ein Herz und fährt direkt auf die nahe Anlegebrücke zu, um das Schiff im Handstreich zu entern. Ich darf behaupten, daß wir zum ersten Mal vom Chef-Festmoker wahrgenommen werden, da er unseren Burschen kurz angebunden und kompromißlos zu uns wartenden Gestalten zurückschickt. Inzwischen zerfetzt der Wind ein paar Plastikfolien über nahem Frachtgut. Eine traurig anmutende Szene.
 Etwa eine halbe Stunde später dürfen wir dann endlich an Bord, nachdem der verladefertige Oldtimer für die Shettland-Inseln und alle anderen Container und Anhänger längst im Schiffsrumpf verstaut sind. Das übliche Norröna-Spiel, um den Radfahren zu zeigen, wer hier die Deppen sind!
So allmählich wird es auch Zeit, denn ich habe mir in den Kopf gesetzt, pünktlich zum Viertelfinale Deutschland gegen Kroatien um 21 Uhr im Viking-Club zu sitzen. Zunächst heißt es aber Gepäck schleppen, da ich - einer alten Gewohnheit folgend - kein Gepäck auf dem Autodeck lasse, auch wenn dieses während der Fahrt von niemandem Betreten werden kann. Peter und ich hörten vor zwei Jahren von einer Frau, der man den Schlafsack vom Fahrrad geklaut hatte. Also ist mal wieder Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Leider sind meine Kenntnisse von den Örtlichkeiten auf dem Schiff gänzlich dahin, so daß ich zunächst einen "Ein-Mann-Spähstrupp" aussende, um meine Kabine unter Deck auszukundschaften. Natürlich befindet sie sich am anderen Ende des Schiffes, so daß die umständliche und schweißtreibende Verfrachtung des "Handgepäcks" nur mühselig vonstatten geht. Welch ein Akt! Immer von neuem überrasche ich meine drei isländischen Kabinenkumpels mit neuen Stückgutfragmenten, bevor ich mich völlig ausgepumpt mit Wieland, den ich aus seiner Kabine hole, in den Viking-Club zurückziehe (nachdem ich mir zuvor eine Tablette gegen - na was wohl - eingeworfen habe).
Deutschland verliert 0:3 gegen die wesentlich besseren Kroaten, nachdem Wörns - die Sau - auch noch vom Platz gestellt worden ist, und man braucht kein Dänisch zu verstehen, um den amüsierten Ausführungen des Kommentatoren folgen zu können. Na ja, wenigstens muß ich mir jetzt keine Gedanken mehr darüber machen, ich könne auf Island wichtige Spiele mit bundesdeutscher Beteiligung verpassen.
Nach dem Fiasko für Fußball-Deutschland, dessen trauriges Schicksal nur die wenigsten Zuschauer im Saal anzurühren scheint, verabschieden Wieland und ich uns bald für die Nacht. Zurück in meiner Kabine legen sich meine drei jungen Burschen von der Eisinsel schon zum Schlafen nieder, vergessen es aber nicht, mich wegen des verpatzten Spielausgangs zu bedauern. Die Luft hier drinnen ist zum Schneiden! Da ich gerne noch duschen würde, fahnde ich etwa 10 Minuten erfolglos im Halbdunkeln nach meinem Duschgel, das ich wohl bei meinem Bruder liegengelassen habe. Nachdem ich mich aber zu dieser Erkenntnis durchringe, muß jeder andere wache Anwesende in dieser Kabine zu der festen Überzeugung gelangt sein, ich hätte mindestens die Hälfte aller Taschen und Rucksäcke im Raum gründlich durchwühlt. Auf der Suche nach was?
Ich wasche mich also lediglich mit Norröna-Seife in dem ein Deck höheren Waschraum, der mir von früher noch sehr bekannt vorkommt und lege mich danach hin, um lange darauf warten zu dürfen, bis mich ein unruhiger Schlaf überkommt. Die Norröna stampft und rollt sich derweil tapfer gegen den Wind auf die nächtliche Nordsee hinaus.
 

Sonntag, den 05.07.98
(M/F Norröna)

 Für den Morgen habe ich mich mit Wieland zum lockeren Frühstück verabredet. Als ich im Geschaukel endlich aus der Kabine triefe, schlummern meine drei Eismänner noch selig vor sich hin. Eigentlich schlafen sie fast immer, wenn ich sie in der Kabine antreffe.
Auf dem Zwischendeck bei der Information sehe ich Birgit auf dem Teppich vor der backbordseitigen Fensterfront sitzen. Magenmäßig, antwortet sie auf meine Frage, habe sie die erste Nacht ganz gut überstanden. Also alles bestens! An Deck ist es windig, das Schiff stampft, und Gischtfahnen wehen vereinzelt über das Deck. Eissturmvögel, Raubmöwen und hier und da ein Baßtölpel begleiten unsere ansonsten einsame Fahrt. Um die Dirk vor dunstigen Shettland InselnMittagszeit passieren wir die Shettland-Inseln, die wir zunächst fälschlich für die Orkneys halten, da die Fahrtroute auf den zollfreien Plastiktüten von Smyril-Line etwas irreführend verzeichnet ist.
Während Wieland und ich häufiger zusammen hocken, läuft uns Kalle nur manchmal über den Weg. Dabei wird in mir eine anfängliche Ahnung zur Gewißheit. Der Kalle ist ein Orni - also ein leidenschaftlicher Vogelbeobachter! Schon am Hanstholmer Hafen begann er nämlich eine Liste mit allen (See-)Vögeln zu führen, die er mit seinem Optholyth-Fernglas erspähen konnte. Auch ich interessiere mich für die gefiederte Lebenswelt, doch habe ich es noch nie bis zum "Twitscher" gebracht, also einem Abhaker von Vogelarten. In Ornithologen-Fachkreisen wird solch ein "Haken" hinter einer Vogelart im Bestimmungsbuch auch als "Tick" bezeichnet. Und damit man an manchen Arten auch mehrfach Spaß haben kann, gibt es bei ziehendem Federvieh auch den Frühjahrestick, den Herbsttick, den Urlaubstick, ...
Nun ja, Kalle führt also eine Liste, die zusehends länger wird, und auf die ich dann und wann einen verstohlenen Blick werfe, um mich zu vergewissern, daß ich selbst auch ja noch nichts übersehen habe.
Wieland regt am frühen Nachmittag ein verspätetes Mittagessen in der Cafeteria an. Da Kalle nun aber nicht nur Vogelfreund sondern auch Vegetarier ist, genehmigen lediglich Wieland und ich uns ein Stück Braten mit Kartoffeln und Rotkohl. Kalle sieht uns leidenschaftslos dabei zu.
Auch ich bemühe mich, aus Überzeugung Fleisch möglichst selten, dann aber bewußt als etwas besonderes zu essen. Daher habe ich vor jedem konsequenten Vegetarier einen ziemlichen Respekt. Im Urlaub mutiere ich allerdings allzu häufig zum ernährungsmäßig emotionslosen Generalisten...
Am selben Tisch mir gegenüber sitzt ein alter Mann, der zunächst schweigsam unsere gemeinsamen Pläne zur Entdeckung der Färöer-Inseln verfolgt, um sich dann - nachdem ich im Duty-Free-Shop Toblerone erstanden habe - allmählich in unser Gespräch einzuschalten. Er ist ein Einheimischer auf dem Weg nach Hause, der sein Leben lang im zweitgrößten Ort der Inselgruppe (Laksvík auf der Insel Borðoy) gelebt hat. Die folgende Stunde lauschen wir gebannt seinen mit Freude auf englisch vorgetragenen Erzählungen aus früheren Tagen auf den Farörern. So erzählt er uns von seiner Kindheit und seiner Familie, von denen einige inzwischen in Dänemark leben (er hat vor kurzem eine Schwester in Kopenhagen besucht) und vom Fisch- und Walfang in kleinen Booten sowie der langsamen aber stetigen wirtschaftlichen Entwicklung in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts. Letztendlich gibt er uns eine Menge wertvoller und interessanter Tips für unseren fast dreitägigen Inselaufenthalt, während seine Finger ständig auf der Karte hin und her flitzen. Ein besonderes Vergnügen scheint es ihm zu bereiten, Kalle mental von einem Ende des Archipels zum anderen zu schicken, um ihn auf Mykines, Vágar oder Fugloy an bedeutende Vogelbeobachtungsstätten heranzuführen. Leider werde dazu unser begrenztes Zeitbudget nicht ausreichen, versichern wir den Herrn, aber auf jeden Fall legt er uns den Besuch der Kirche und des Friedhofs von Saksun auf der Hauptinsel Steymoy ans Herz, welches an einer 11 km langen Stichstraße im Nordwesten zu finden sei. Die Toblerone ist inzwischen irgendwie verschwunden.
 Am Nachmittag verbringe ich einige Zeit im Viking-Club, um zu lesen. Insgesamt habe ich fünf Lesebücher eingesteckt, da ich für gewöhnlich immer viel schmökere. Diese Büchermenge soll aber auch einen eventuellen Knie-Notstop etwas abfedern, so er denn nötig werde. Während ich mir nun die ersten Seiten von Richard Adam Klassiker-Fortsetzung "Tales from Watership Down" verinnerliche, trällert Bob Marley seine fröhlichen Botschaften aus den Lautsprechern der kleinen - und am Nachmittag unbenutzten - Tanzfläche hinaus.
Ansonsten ist der restliche Tag von behaglicher Bedeutungslosigkeit geprägt. Als ich mich schließlich so gegen 21 Uhr in die Koje hauen will, entdecke ich doch zum ersten Mal an diesem Tag Leben in unserer Bude! Meine drei Kabinengenossen schicken sich zu einem Ausgang in den abendliche Viking-Club oder die wasweißich-Bar an und sind doch ehrlich erstaunt über mein Begehr, mich jetzt auf´s Ohr zu hauen (was ja eigentlich grammatikalisch völlig falsch ist; richtig müßte es heißen: mir auf´s Ohr zu hauen..., ähem). Ich mache ihnen klar, daß ich morgen früh zur Ankunft auf den Färöern zeitig aufstehen wolle, worauf einer der drei versucht, in deutscher Sprache "to see the mountains araise from the sea" zustandezubringen.
Sie selbst sind (natürlich) auf der Heimreise einer dreiwöchigen Europa-Tour, in der sie unter anderem die Tschechei, Deutschland und Dänemark besucht haben. In letzterem haben sie am berühmt-berüchtigten Roskilde-Open-Air-Festival teilgenommen, um noch immer Feuer und Flamme von Rammstein zu schwärmen. Einer dröhnt sich die ganze Zeit die Ohren voll mit diesem akustischem Gemetzel, während die anderen beiden recht treffsicher den Refrain von "Engel" intonieren. Tja, Deutschlands Exportkultur der 90er!
Angesprochen auf meine Reisepläne, erwähne ich unter anderem die Hochlanddurchquerung entlang der Kjölur-Route, was doch allgemeines Kopfschütteln auslöst ("There´s plenty of nothing!"). Nun gelingt es den Isländern ja beim besten Willen nicht, nur einen Funken Verständnis für diese irren Typen aufzubringen, die in ihrem Land mit dem Fahrrad herumgurken. Vermutlich nehmen sie an, alle spinnerten Biker müßten ihre masochistischen Neigungen in ihrem Jahresurlaub auf isländischen Pisten ausleben. Das dieses Unverständnis den Charakter der Isländer in ihrer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft aber um keinen Deut schmälert, soll hier groß hervorgehoben werden!
So verlassen die drei also die Kabine, um nächtens einen Drauf zu machen. Ich hingegen lege mich ab, komme aber beileibe nicht zur Ruhe, da etwas genau an meiner Bettwand (wo ich genau dahinter den tiefen Ozean vermute) entsetzlich knarrt und bullert. Immer in der Aufwärtsbewegung gibt die Wand ein leidendes Quietschen von sich. Ich versuche, das Smyrl-Line-Leihhandtuch zwischen Bett und Raumbegrenzung zu zwingen, kann damit das Aufjaulen für eine Zeit lang in Schach halten, erzeuge damit aber jenseits der Trennwanden einen regelmäßigen dumpfen Schlag! Längere Zeit denke ich darüber nach, ob das Schiff nun bald sinken werde, doch gerade noch rechtzeitig verhindert zu unser aller Glück der Sandmann ein von mir mental verursachtes Durchtrennen des Schiffsrumpfes! Die M/F Norröna bleibt von diesem Unheil verschont.

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