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FAZ 18.9.1998 "Beweismittel vernichtet"Streit um ehemals amerikanische Wohnungen verschärft sichrig. Der Streit zwischen städtischer Wohnungsholding und einer Mieterinitiative um Schadstoffe in den ehemals amerikanischen Wohnungen verschärft sich. Kriminelles Verhalten, die Vernichtung von Beweismitteln und grobe Verletzung der Aufsichtspflicht hat die "Arbeitsgruppe der Initiativen bezüglich Schadstoffe in den ehemaligen US-Housings" jetzt der Holding vorgeworfen. Frank Junker, der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsholding, sagte dazu auf Anfrage: "Es kommen keine sachlich fundierten Argumente mehr." Die Anschuldigungen seien vielmehr geprägt von Verleumdungen, persönlichen Verunglimpfungen und Entgleisungen. Es sei eine anwaltliche Abmahnung ergangen, wonach der Initiative untersagt werde, wissentlich falsche Behauptungen zu verbreiten. Weil der Holding jetzt auch noch kriminelles Handeln unterstellt werde, "werden wir mit Strafanzeige reagieren", äußerte Junker. Die Mieterinitiative wirft der Holding unter anderem vor, deren Tochtergesellschaft, die Wohnheim GmbH, lasse aus den von Mietern wegen der Schadstoffe verlassenen Quartieren die Einbauschränke und Fußleisten herausreißen. Was zunächst nach Sanierung in der Edwards-Siedlung in Berkersheim ausgesehen habe, habe sich rasch als Maßnahme des Vermieters entpuppt, Beweismittel beiseite zu schaffen. "Wohin der Sondermüll kam, bleibt offen, heißt es in der Mitteilung der Initiative. Diese Anschuldigung kommentierte Junker mit den Worten: Für die rund 75 leer stehenden Quartiere gebe es um die 700 Interessenten. Die Wohnungen sollten daher wiedervermietet werden. Weil man die Instandhaltungskosten der Einbauschränke, Ausgaben für abgebrochene Schlüssel etwa, in Zukunft nicht übernehmen wolle, würden diese Möbel ersatzlos entfernt. Die Initiative dagegen sieht darin die Vernichtung von Beweismitteln und teilte mit, es müsse unbedingt und dringend durch eine einstweilige Verfügung verhindert werden, daß noch weitere Beweismittel verschwänden. Strafanzeigen gegen Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) als Aufsichtsratsvorsitzende der Holding und gegen das Gesundheitsamt seien in Vorbereitung. Unterdessen haben die Grünen im Römer mitgeteilt, daß noch im Oktober eine Bürgerversammlung zum Thema Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) stattfinde. Während der Veranstaltung stünden Sachverständige zur Verfügung. FR 18.9.1998 PAK Ex-Mieter spricht von ProzeßbetrugDer Streit zwischen den Sprechern der Mieterinitiativen in den früheren USHousing-Siedlungen und der ABG Frankfurt-Holding eskaliert. Mieter-Sprecher Eberhard Centner wirft Holding-Geschäftsführer Frank Junker vor, Beweismittel über die Schadstoflfbelastung gezielt zu vernichten. Junker wies dies als "Verleumdung" zurück. Hintergrund ist ein schwebendes Verfahren um die Schadstoffbelastung in Centners Wohnung. Der Mieter-Sprecher hat nach eigenen Angaben im Frühjahr von der Holding bestätigt bekommen, daß im Parkettkleber seiner Wohnung eine enorm hohe Konzentration krebserzeugender Polyzyklischer Aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) von mehr als 100000 Milligramm pro Kilo gefunden worden seien. Er habe daraufhin seine Mietzahlung an die Holding gekürzt und sich eine andere Wohnung gesucht. Da die Mietminderung von der Holding nicht akzeptiert wurde, wollte Centner in einem Beweissicherungsverfahren vom Frankfurter Amtsgericht klären lassen, wie hoch die Belastung in seiner Wohnung wirklich ist. Ein vom Gericht vorgeschlagener Gutachter sei aber von der Holding wegen Befangenheit abgelehnt worden. Bevor es zu einer Klärung kam, habe die Holding jetzt mit der Sanierung der Wohnung begonnen, sagte der Mieter-Sprecher. Dadurch greife die Wohnungsgesellschaft "massiv und eventuell kriminell in ein laufendes Verfahren" ein. Holding-Chef Junker nannte dies "einen völligen Unsinn". Ihm liege ein Gutachten des Fresenius-Instituts vor, dem zufolge die Wohnung nicht mit Schadstoffen belastet sei, sagte er der FR. Da sie jedoch seit dem Frühsommer leerstehe, solle sie nun renoviert und anschließend neu vermietet werden. Der Holding-Chef warf Centner vor, ohne Legitimation als Mieter-Sprecher aufzutreten, da er schon seit Monaten nicht mehr in der Housing-Siedlung wohne. Während Centner die Holding wegen Prozeßbetrugs und Strafvereitelung verklagen will, sagte Junker, er strebe eine Verleumdungsklage gegen Centner an. matBILD 18.9.1998 US-Giftwohnungen Entfernt die Stadt heimlich Beweise?Von MAX SCHNEIDER Wer spielt da falsch im Gift-Skandal um die ehemaligen US-Wohnungen? Seit Tagen entfernen Arbeiter in der Berkersheimer Edwards-Siedlung Einbauschränke und Fußleisten, die mit krebserregenden Giften belastet sein sollen. Schwerer Vorwurf der Schadstoff-Initiative B.I.S.S.: Beweismittel werden klammheimlich "entsorgt". Die ABG Frankfurt Holding hält dagegen: Hat mit dem Gift nichts zu tun, reine Maßnahme zur Wiedervermietung. Eberhard Centner (44) von der Betroffenen-Initiative: "In meiner ehemaligen Wohnung sollte in Kürze ein Gutachter Schränke auf Giftstoffe untersuchen. Jetzt sind die Schränke weg. Hier soll möglichst viel beiseite geschafft werden." Centner: Massiver, eventuell krimineller Eingriff ins schwebende Verfahren! Holding-Chef Frank Junker (41) hält dagegen: "Wir sanieren die Wohnungen, aus Instandhaltungsgründen kommen die Schränke raus. Normaler Vorgang." Centner contra Junker: "Hätte er eine reine Weste, könnte er die Türen öffnen, die Gutachter in die Wohnungen lassen." Junker kontert: "Ein Versuch, von seinen 100prozentigen Mietschulden der letzten Monate abzulenken." Fortsetzung folgt - vor Gericht. |