Batteriebetrieb und Stromaufnahme von GPS-Mäusen
von Carsten Kurz (audiovisual@t-online.de)
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Ich habe mal ein paar GPS-Mäuse an ein Labornetzteil gehängt. Normalerweise sind diese Dinger für die Versorgung aus 5Volt vorgesehen.

Die Evermore Maus (baugleich Haicom 201 oder Holux 9090) verwendet offenbar einen Längsregler. Die Stromaufnahme ist über den ganzen
Eingangsspannungsbereich konstant, ca. 60mA (was ganz schön wenig für so eine Billigmaus ist). Sie läuft erstaunlicherweise bis runter auf knapp über 3Volt, ohne sichtbare Beeinträchtigung der Empfangsleistung. Die Holux 210PS ist etwas hungriger, läuft aber auch bis knapp über 3 Volt. Sie verwendet wohl ebenfalls einen Längsregler, die Stromaufnahme liegt bei etwa 150mA, schwankt aber mehr als bei der 201.

Beide Mäuse lassen sich problemlos ohne weitere Regler direkt aus 3-4 Mignonzellen versorgen, sowohl Akkus als auch Alkali Batterien sind da möglich. Wenn jemand Wert auf kleine Abmessungen legt, sind 3-4 Mikrozellen sinnvoll. Aus 4 aktuellen NiMH Zellen läuft die Evermore Maus damit rein rechnerisch ca. 10 Stunden, aus Batterien knapp das Doppelte, wobei hier schon 3 Zellen reichen. Aus 4 NiMH Mignons kriegt man entsprechend etwa 25-30 Stunden, aus guten Alkalis etwa 40-45h (das ist schon ein verdammt guter Wert ohne spezielle Stromsparmaßnahmen!) Durch den Längsregler hat man keinen Kapazitätsvorteil bei 4 Alkalis gegenüber 3 - man verschwendet bloß Energie dabei.

Die Holux GM-210PS erreicht aber durch ihre prinzipiell höhere Leistungsaufnahme etwa 50% geringere Laufzeiten aus den gleichen Zellen.

Technisch geht wohl bei beiden Mäusen auch der Betrieb mit 3 Akkus, aber man verschenkt damit wohl etwas Restkapazität im Bereich 3Volt. 4 Akkus oder 3 Alkali sind optimal. Passende Batteriepacks für 3-4 Zellen gibts z.B. bei Conrad, Reichelt & Co.

Noch ein kleiner Tip: Wer ganz oder öfters auf Batteriebetrieb umschalten will - das Gehäuse der Holux 9090 ist verschraubt. Es ist ganz einfach, den kompletten Empfänger herauszunehmen und ggfs. mit Batteriepack in ein anderes kleines Gehäuse umzubetten. Den Batteriestrom muss man dann nicht extern über den MiniDin Stecker einleiten, sondern kann den direkt dort anlöten, wo das
Stromversorgungskabel am Empfänger ankommt, man sollte dann nur aufpassen, daß man nicht gleichzeitig zu den Batterien am PS/2 Stecker Saft draufgibt. Die HAICOM Mäuse sind meines Wissens nach verklebt, auf jeden Fall schwieriger zu öffnen, obwohl das Gehäuse auf den ersten Blick identisch ist.

Alternativ könnte man wohl auch bei beiden Mäusen über den Betrieb aus einem LiION Akku für Handys o.ä. nachdenken, wenn man z.B. für sein Handy einen billigen Zweitakku besorgt, den man dann z.B. mit dem KFZ Lader des Handys aufladen kann. Die übliche LiION Spannung von 3.7-4.2 Volt passt sehr gut zu den Mäusen.

Zur weiteren Orientierung: Die Evermore Maus verbraucht etwas weniger als z.B. ein Garmin eTrex Classic, die Holux GM210PS etwa genausoviel (der eTrex Classic läuft aus zwei Zellen, etwa 2.1-3 Volt).

Die Empfangsleistungen beider Mäuse sind nahezu identisch. Erstaunlich bei der GM210 ist das extrem schnelle Kaltstartverhalten. Wo andere ältere Receiver bei der Erstinbetriebnahme oder nach längeren Pausen teilweise 1h für den ersten Fix brauchen, findet die 210PS schon nach 1-2min ihre Position. Die Evermore Maus ist etwas langsamer, aber immer noch sehr gut. Die GM210PS unterstützt WAAS, die Evermore Maus nicht. Auffälig ist, daß beide Mäuse, auch die GM210PS, offenbar kein Höhenkorrekturmodell benutzen - die Höhenangaben sind prinzipiell und deutlich zu hoch. Das findet sich auch beim GM251+ ClipOn Empfänger für den Palm M500 (der ebenso wie die GM-210PS den SIRFII verwendet). Allerdings können beide Mäuse offenbar feststellen, daß sie sich grade nicht bewegen ;-) Der ClipOn Empfänger GM-251+ scheint ein falsch konfiguriertes Filter zu haben - der zeigt ständig eine geringe Geschwindigkeit zufälliger Richtung an - obwohl seine
Firmware eigentlich identisch mit der GM210PS sein sollte. Der PalmV Companion zeigt weder eine Geschwindigkeit im Stillstand, noch eine falsche Höhe. Der Companion für den M500 dürfte ähnlich (gut) liegen.

Vorsicht bei Basteleien - eine Verpolung dürften alle Mäuse durchaus übel nehmen! Wer sich gegen Verpolungen beim Einlegen der Batterien schützen will, nimmt lieber noch eine Diode in Serie dazu!

Veröffentlicht in maus.technik.gps am 11.07.02