Navigation mit dem Notebook

Vielfach besteht der Wunsch ein vorhandenes Notebook zur Navigation im Fahrzeug einzusetzen. Einige Hinweise auf die Verwendung und benötigte Ausstattung sollen das Thema etwas näher beleuchten und "Denkanstöße" geben.

Zuerst sollte man sich Gedanken über die Befestigung des Notebook im Fahrzeug machen. In Abhängigkeit von Größe und Gewicht des Notebook sind spezielle Haltevorrichtungen erforderlich. Diese sind bei verschiedenen Anbietern erhältlich, kosten allerdings auch einige Euro. Besitzer von Subnotebooks sind hier etwas im Vorteil, da sich die Geräte aufgrund der geringeren Größe und Gewichtes leichter befestigen lassen. Je nach Fahrzeug (PKW, Van, Wohnmobil, LKW) sind spezielle Lösungen erforderlich, wobei größere Fahrzeuge in der Regel einen einfacheren Einbau, auch mit selbstgebauten Halterungen, ermöglichen.

In Abhängigkeit vom Fahrzeug ist auch zu beachten, dass ggf. eine Außenantenne notwendig ist, um einen sicheren Empfang von GPS-Signalen zu gewährleisten. Steile Frontscheiben z.B. bei einigen Vans / Wohnmobilen etc. behindern ggf. den Empfang, genauso wie spezielle (metallbedampfte) Wärmeschutzgläser. Derartig behandelte Frontscheiben weisen zwar nach Berichten von Anwendern häufig "Löcher" in der Beschichtung auf, die Lage dieser unbehandelten Stellen ist aber unklar und muss ggf. durch Probieren gefunden werden.

Als GPS-Empfänger kann eine GPS-Maus (Empfänger und Antenne in einer Black-Box) oder ein GPS-Handgerät eingesetzt werden. GPS-Mäuse sind in der Anschaffung in der Regel kostengünstiger, aber von den Verwendungsmöglichkeiten eingeschränkter. Es gibt sie zum Anschluß an serielle oder USB-Ports. Eine serielle GPS-Maus wird über ein Datenkabel und ein Stromversorgungskabel (PS/2 - Mini-DIN) an das Notebook angeschlossen, USB-Empfänger bündeln beide Anschlüsse über die USB-Schnittstelle. Handgeräte werden über ein serielles Datenkabel an das Notebook angeschlossen und können zusätzlich, wenn ein entsprechendes Y-Kabel (Daten- und Stromversorgungskabel) vorhanden ist, über eine Bordsteckdose mit Spannung versorgt werden.

Da die Preise für eine GPS-Maus und ein GPS-Handgerät tlw. nicht großartig differieren, sollte man sich überlegen, ob eine Maus den eigenen Ansprüchen genügt. Ein Handgerät liefert praktisch auch als reiner Empfänger GPS-Daten an ein Notebook und man hat hiermit weitere Anwendungsmöglichkeiten. Das Handgerät lässt sich auf dem Fahrrad, beim Wandern auf Bootstouren und bei anderen Outdoor-Aktivitäten einsetzen. Es erfordert jedoch im Fahrzeug etwas mehr "Kabelsalat" (s. Y-Kabel). Für GPS-Handgeräte gibt es spezielle Kfz-Halterungen,  man kann aber in vielen Fällen auch Universal-Handy-Halterungen verwenden, die deutlich günstiger erhältlich sind. Für GPS-Handgeräte ohne externen Antennnenanschluß gibt es Re-Radiating-Antennen.

Notebooks der aktuellen Generation verfügen häufig nur noch über USB-Anschlüsse und nicht mehr über serielle Ports. Beim Einsatz von Handgeräten wird dann noch ein USB-Seriell-Wandler benötigt.

Die Navigationssoftware stellt im einfachen (kostengünstigen) Fall die aktuelle Position auf einer Landkarte und die Bewgungsrichtung dar. Hier kann man zwischen topografischen Karten und Straßenkarten bis hinunter auf Wohnstraßengenauigkeit wählen. Für die Navigation im Fahrzeug lassen sich die einschlägig bekannten Programme wie TTQV, Fugawi oder auch GPS-TrackMaker einsetzen. Der Vorteil ist, dass sich eigene gescannte Karten verwenden lassen oder man greift auf die lieferbaren Karten zurück.

Alternativen sind je nach Verwendungszweck die digitalen topografischen Karten für die einzelnen Bundesländer (TOP50-Reihe) oder andere Produkte wie z.B. Marco Polo Großer Reiseplaner oder Route 66.

Software, die zusätzlich Fahranweisungen / Abbiegehinweise in grafischer und / oder akustischer Form ("Ansage") gibt, ist deutlich teurer (Travelbook, Road Scout u.a.). Im Handel werden tlw. auch "Komplettpakete" (GPS-Maus und Software) angeboten. Wie immer bei derartigen Anschaffungen, sollte man die Preise vergleichen.

Eine informative Übersicht von Routenprogrammen gibt es auf den Seiten von Ralf Schönfeld.

Thomas Hasse
06.01.2003