Palm-PDA als GPS-Datenspeicher

PDA (Personal Digital Assistent) lassen sich als Datenspeicher für GPS-Geräte verwenden, um die tlw. eingeschränkten Speichermöglichkeiten der Geräte zu erweitern. So kann mann bei mehrtägigen Touren Tracks auf dem PDA sichern, Wegpunkte und Routen transportieren, um sie bei Bedarf auf das GPS zu laden oder von dort zu sichern.  Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf die Verbindung Palm-PDA und Garmin-GPS, gelten aber im Wesentlichen auch für andere PDA, abhängig von der jeweils verfügbaren Software. Eine Auswahl für WindowsCE und EPOC findet man in der FAQ.

Um den Palm als Navigationssystem mit Landkarten einzusetzen, gibt es auch Clip-On GPS-Empfänger. Einen Testbericht über Routenplanern hat Hannes Frischat verfasst. Bei Ihm sind auch Adapter erhältlich, um die Palm M50x Reihe mit Clip-on GPS-Empfängern auszurüsten.
 

Verbindung Palm - GPS
In der einfachsten Form benötigt man nur einen Adapter, wenn man über ein Hotsync-Kabel (oder Craddle) und ein GPS-Datenkabel verfügt. Als Adapter verwendet man einen Nullmodem-Genderchanger. Was ist das ?
In diesem Fall ein 9-poliges Zwischenstück, das auf beiden Seiten Stecker (männlich) aufweist, um das vorhandene Hotsync- und GPS-Datenkabel zu verbinden. Diese haben 9-polige Buchsen (weiblich).
Zur Datenübertragung werden nur 3 Signale verwendet: Tx (senden), Rx (empfangen) und (GND) Masse. Tx und Rx müsen gekreuzt werden, um eine Verbindung  zu gewährleisten. Deshalb spricht man von einem Nullmodem-Adapter.

Ein Adapter lässt sich einfach selber löten. Hierzu werden jeweils Pin 2 mit Pin 3 und Pin 5 mit Pin 5 verbunden. Nachdem man die beiden Stecker gelötet und verschraubt hat, kann man sie mit Gewindestangen (D=3 mm) verbinden und erhält eine kompakte Einheit. Alternativ sind auch vorgefertigte Gehäuse für die Aufnahme von 2 Steckern erhältlich, z.B. bei Reichelt. Fertige Adapter sind im Elektronik-Handel erhältlich, Verbindungskabel und Palm-Stecker sind bei Carsten Kurz oder Haids zu beziehen.

Welchen Palm kann ich verwenden ?
Wenn man den Palm nur als Datenspeicher einsetzen will, sind Modelle mit 2 MB RAM vollkommen ausreichend und kostengünstig. Bei Bedarf lassen sich 2 MB-Modelle auch auf 8 MB aufrüsten (www.palmhelp.de).
Der Speicherbedarf für einen Trackpoint beträgt ca. 20 byte, für einen Wegpunkt ca. 90 byte, wenn man die empfehlenswerte Freeware GPilotS einsetzt. Für Routenplaner auf dem GPS sollte man ein Modell mit 8 MB RAM und Speicherkarten verwenden, da Landkarten speicherintensiv sind. Weitere Infos zu den Palm-PDA gibt es hier.

Welche Software brauche ich ?
Erste Wahl ist meiner Meinung nach die Freeware GPilotS. Hiermit kann man die Datenübernahme zwischen PC, GPS und Palm bewerkstelligen. Der Vorteil von GPilotS besteht darin, dass der Palm gegenüber dem PC ein GPS emuliert, somit kann man mit beliebiger GPS-Software auf dem PC, Datenaustausch mit dem Palm betreiben. Im Zusammenspiel mit den digitalen Karten der TOPXX-Reihe sowie dem Freewareprogramm "GPSTrans" lassen sich Wegpunkte, Routen und Tracks auf den TOPXX-Karten planen bzw. anlegen und mit GPilotS im Garmin-Format auf dem Palm speichern.Unterwegs kann man die Daten mit GPilotS zwischen Palm und GPS austauschen. Wegpunkte und Routen können auf dem Palm erstellt und bearbeitet werden. Neu in der Version 5.0 (beta 6 de) ist die erweiterte Map-Ansicht für Tracks. Tracks können gezoomt und auf dem Display verschoben werden. Ein Gitternetz sowie Wegpunkte lassen sich zusätzlich ein- oder ausblenden. In der Version 6.2 können nun auch Tracks direkt auf dem Palm aufgezeichnet werden. Im Map-Modus wird bei angeschlossenem GPS die Position angezeigt. Karten aus Tracks können somit auf dem Palm zur Navigation eingesetzt werden. Wegpunkte lassen sich optional einblenden. In der Version 6.4 werden die erweiterten Schnittstellenmöglichkeiten von PalmOS 5 unterstützt. Ferner können eigene Datenbanken für Wegpunkte / Routen und Tracks angelegt werden. Das Potsdam (Rauenberg)-Kartendatum wird unterstützt.
Tipp: bevor man sich für ein Palm-Modell entscheidet, sollte man auf der GPilotS-Homepage prüfen, ob GPilotS auf dem Modell läuft und welche Garmin-Modelle unterstützt werden. Zur Zeit ist eine Verbindung mit Geräten, die nur noch über eine USB-Verbindung kommunizieren nicht möglich. Erfahrungen mit GPilotS kann man im naviboard, TTQV-Forum oder mit Google in den Newsgroups finden.

Eine Alternative zu GPilotS ist das kostenpflichtige PahtAway (Demo-Version und Kauf in Deutschland auch bei pdassi). Seit der Version 2.0 können Daten (Wegpunkte, Routen, Tracks) zwischen Palm und GPS ausgetauscht werden. Gescannte Karten können in unterschiedlicher Farbtiefe auf dem Palm gespeichert werden. Seit Juli 2002 arbeitet TTQV mit PathAway zusammen und ermöglicht die einfache Übertragung von digitalen Landkarten zwischen PC und PDA mit PalmOS. Mit PathAway kann man seine Touren bzw. Routen auf dem Palm planen, auf das GPS laden und navigieren; Tracks und Wegpunkte, die man tagsüber neu angelegt hat, lassen sich dann auf dem Palm sichern. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Tracks "live" auf dem Palm aufzuzeichnen, wenn z.B. größere Datenmengen anfallen. PathAway unterstützt eine große Zahl von GPS-Geräten, u.a. auch Clip-On-Empfänger für Palm-PDA.

Mit der Freeware Cetus (www.cetusgps.dk) können u.a. Tracks direkt auf dem Palm gespeichert werden, sofern eine Datenverbindung zwischen GPS und Palm besteht. In einem wählbaren Zeitintervall werden die Trackpunkte gespeichert. Die Tracks können nicht vom Palm auf das GPS übertragen werden, sondern nur auf einen PC. Wegpunkte können ebenfalls auf dem Palm gespeichert werden, wobei die aktuelle Position vom GPS übermittelt wird. In der Version 1.2 können Tracks von Garmin-Geräten geladen werden.

Einen interessanten Ansatz verfolgt die Stick-e Suite (Freeware) für den Palm. Sie besteht aus mehreren Programmen, mit denen standortbezogene Erhebungen auf dem Palm gespeichert werden können. Mit selbst definierten Vorlagen und GPS-Anbindung können Daten mit umfangreichen Erläuterungen und Koordinaten direkt auf dem Palm gespeichert werden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der kostenlose "GPS-Buddy". Das Programm liest Koordinaten und weitere Infos aus einem GPS-Gerät und speichert diese Informationen zusammen mit benutzerdefinierten Eingaben. Für den Datenaustausch mit Windows steht ein Conduit zur Verfügung. Der Leistungsumfang ist im Vergleich zu "Stick-e Suite" jedoch deutlich geringer.

Für das Palmdatenbankprogramm thinkDB steht ein GPS-Plugin (GetGPS) zur Verfügung, um GPS-Daten in Palm- oder PC-Datenbanken zu übernehmen.
 
Neu ist seit einiger Zeit auch die Möglichkeit Landkarten im Garmin-Format auf einem Palm mit SD-Speicherkarte abzulegen. Auf http://gps.chrisb.org steht ein kostenloses Tool (Beta) zum Download.

© Thomas Hasse

2. September 2001
Letzte Aktualisierung: 12.01.2005