Luftbilder aus tiris (Tirol Online-GIS) nutzen

Über den Luftbildatlas Tirol erhält man Zugriff auf Luftbilder für das gesamte Bundesland. Nach der Auswahl eines Bereiches wird das Luftbild mit seinen Eckkoordinaten (links unten / rechts oben) im (Austria) Gauß-Krüger System und der entsprechenden Zone angezeigt. Die Koordinaten geben links unten den Wert einschliesslich der Massstabsleiste (mit tiris Logo) an.

Hat man die gwünschte Zoomstufe eingestellt, können die angezeigten Eckkoordinaten mit der Maus markiert und in die Zwischenablage kopiert werden. Als zweite Anwendung startet man jetzt einen beliebigen Texteditor und fügt die Koordinaten aus der Zwischenablage dort ein und vergibt einen Namen für das Luftbild. Im Online-Viewer startet man die Druckausgabe durch Links-Klick auf das Druckersymbol. In der folgenden Vorschau der Druckausgabe kann das Luftbild durch Rechts-Klick auf die Grafik auf der eigenen Festplatte gespeichert werden. Speichert man das Luftbild unter dem im Editor vergebenen Namen, ist bei der weiteren Verarbeitung einer einfache Zuordnung der Eckkoordinaten möglich.

Anschliessend geht man von der Druckausgabe zurück auf den Viewer, verschiebt das Luftbild, ohne den Masstab zu verändern, auf den nächsten Ausschnitt, wobei zum vorherigen Ausschitt ein geringer Überlappungsbereich zu berücksichtigen ist. Wie bereits beschrieben, werden die neuen Eckkoordinaten kopiert und im Editor gespeichert und über die Druckvorschau die Grafik gespeichert. Für weitere Ausschnitte sind die Schritte entsprechend zu wiederholen.

Ist der Wunschbereich entsprechend zusammengestellt, kann man jetzt die einzelnen Ausschnitte in die GPS-Software übernehmen und über die Eckkpunkte kalibrieren.


Weiterverarbeitung mit GIS-Software

Alternativ kann mit der kostenlosen Excel-Tabelle tfwcreat eine tfw-Datei zur Georeferenzierung erstellt werden, in dem man die Tabelle "Bildränder" verwendet. Über die Eckkordinaten sind die Rechtswerte für den linken und rechten Bildrand sowie die Hochwerte für den oberen und unteren Bildrand bekannt. Als ergänzende Information benötigt man jetzt noch die Breite und Höhe der Grafikdatei in Pixeln. Die Information kann man mit einem Grafikeditor oder Bildbetrachter (z.B. IrfanView) einfach ermitteln. Da die Grösse der Grafikdatei einheitlich ist, müssen die Informationen nur einmal ermittelt und die Tabelle eingetragen werden. Sind die Daten in die Tabelle eingetragen, wird der Inhalt des World-Files automatisch berechnet und braucht nur noch als World-File (tfw, jgw etc.) entsprechend dem jeweililgen Namen der Luftbilddatei gesopeichert werden.

Beispiel: Bild1.tif Bild1.tfw, Bild1.jpg bild1.jpw

Hat man für die einzelnen Luftbildausschnitte die World-Dateien erstellt, können sie georeferenziert in das kostenlose QGIS oder Spatial Commander eingelesen werden und man erhält automatisch ein Gesamtbild aller Ausschnitte, wenn sie mit einer geringen Überlappung gespeichert worden sind. Durch die Georeferenzierung entfällt das ansonsten ggf. erforderliche Zusammenfügen der einzelnen Luftbilder mit einer Grafiksoftware.

QGIS bietet die Möglichkeit gpx-Daten (Wegpunkte, Tracks, Routen) zu erzeugen, leider scheint die Funktion noch nicht ausgereift, da QGIS beim Erzeugen der gpx-Daten oft abstürzt.

Mit den freien GIS-Programmen können auf Basis der Luftbilder Wegpunkte oder Tracks im shp-Format erzeugt werden. Die shp-Daten enthalten bei diesem Vorgehen Koordinaten im Austria Gauß-Krüger Format und können mit Mapedit eingelesen werden, um Vektorkarten für Garmin oder Alan-GPS zu erzeugen.

Beim Import der shp-Daten in Mapedit wählt man als Coordinate System "Gauss Kruger (m)", als Central Meridian 10,333333° (für die Zone 28) und Datum Austrian.

In Mapedit können die Daten im Polish-Text (Ptxt) Format gespeichert werden, wobei die Koordinaten automatisch in Dezimalgrad umgerechnet werden. Mit Ptxt2shp können Daten im Ptxt-Format in das shp-Format umgewandelt werden.

© Thomas Hasse
05.02.06