Mit Tracks zur eigenen Basemap

Mit einer Basemap wird auf GPS-Empfängern eine werksseitig installierte Landkarte bezeichnet, die nicht verändert werden kann. Hier sind je nach Ausführung Küstenlinien, Flüsse, Strassen, Städte, Seezeichen etc. gespeichert und dienen der Orientierung.

Mit der Tracklog-Funktion, die bei den meisten GPS-Empfängern vorhanden ist, können die Bewegungen des Gerätes, also des Nutzers, aufgezeichnet und angezeigt werden. Der zurückgelegte Weg wird als Strich bzw. Linie dargestellt, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Modell, auch farbig und / oder andere Differenzierungen aufweisen kann. Diese sogenannten Tracks dienen zur Visualisierung des zurückgelegten Weges und können bei Garmin-Empfängern auch zur TracBack®-Funktion genutzt werden. Mit TracBack® navigiert der Empfänger entlang der aufgezeichneten Strecke zu einem vorher festgelegten Startpunkt zurück. Dies ist der Punkt, an dem die Aufzeichnung (der Tracklog) gestartet wurde.

Kann auf die Tracklog-Funktion verzichtet werden, läßt sich der Tracklog-Speicher dazu nutzen, um eine eigene, ganz individuelle simple Karte im GPS-Gerät darzustellen (z.B. bei Garmin 12/ 12XL, 12CX, II/ II+, III ....). Verfügt ein Gerät neben dem Speicher für den Active Tracklog auch noch über die Möglichkeit „Saved Tracks“ abzuspeichern (erweiterte Tracklog-Speicherverwaltung), braucht auf die Tracklog-Funktion prinzipiell nicht vezichtet werden (z.B. bei Garmin 12map, III+, eTrex, eMap, GPS76, .....), wenn gewisse Nachteile/ Einschränkungen in Kauf genommen werden können. Dies ist unabhängig davon, ob das verwendete Geräte über eine Basemap verfügt oder nicht und ist z. B. in Fällen interessant, wenn man sich für einen GPS-Empfänger ohne werksseitige Basemap und ohne zusätzlichen Kartenspeicher entschieden hat (z. B. aus Kostengründen). Oder natürlich in Fällen, wo die Basemap für den betreffenden Anwendungsfall nicht detailliert genug ist oder ein Gebiet nicht abdeckt. Mit der eigenen individuellen „Basemap“ kann so eine zusätzliche Navigations- bzw. Orientierungshilfe geschaffen werden.

Kann (soll) diese Karte nicht als „Saved Tracks“ abgelegt werden, ist der Verzicht auf die Tracklog-Funktion in der Regel erforderlich, d.h. die Trackaufzeichnung sollte während des Betriebes unterdrückt werden, da sonst im ungünstigsten Fall die laufende Trackaufzeichnung die selbst erstellte Karte überschreiben kann. Hier sind die „Eigenheiten“ des jeweiligen Empfängers zu berücksichtigen.
Im Handbuch finden sich Hinweise, welche Aufzeichnungsarten ausgewählt werden können (z. B. Track-Log Off, Auto, Fill, Wrap, ....). Wenn möglich ist die Einstellung „Off“ oder „Fill“ zu empfehlen. Beim eTrex Grundmodell (gelb), Camo und Summit sowie eMap kann der Track-Log allerdings nicht ausgeschaltet werden, aber dafür stehen 10 „Saved Tracks“ zur Verfügung. Ob die Saved Tracks bei diesen Geräten ebenfalls auf der Map-Seite angezeigt werden können, kann ich nicht sagen. Soviel mir bekannt ist, ist dies zumindest beim „gelben“ eTrex und Camo leider nicht möglich. Die Aussagen beruhen auf Erfahrungen mit dem Garmin 12-er, 12CX, eTrex Vista und GPS76-Reihe.

Das beschriebene Verfahren kann prinzipiell bei vielen Garmin-Geräten eingesetzt werden. Bei den neueren Geräten, die eine erweiterte Tracklog-Speicherverwaltung mit „Saved Tracks“ haben, funktioniert dies ebenfalls (z.B. 12map, III+, eTrex, GPS76, eMap, ...).

Bei Ihnen stehen dafür grundsätzlich 2 Möglichkeiten zur Auswahl:

1.) Ablage der „Basemap“ als „Saved Track“
Allerdings werden dabei neue Tracksegmente bzw. Firstpoints (wenn ein neuer Trackabschnitt beginnt) ignoriert, und alles als ein zusammenhängender Track dargestellt. Beispielsweise bei der Darstellung eines komplexeren Straßennetzes, das aus mehreren unterbrochenen (neuen) Trackabschnitten zusammengesetzt ist. Das wird chaotisch und unübersichtlich.

Die Ablage als „Saved Track“ eignet sich daher besser für künstliche Tracks, die aus einem durchgehenden Linienzug bestehen (z.B. eine geplante Fahrtroute als Track anstelle als ROUTE vorbereitet). Ist die erforderliche Anzahl an Trackpunkten für die „Basemap“/ Fahrtroute größer, als die Kapazität eines „Saved Tracks“ (je nach Gerät ca. 125/ 250 oder 500 Punkte), muß der Track geteilt, und mit unterschiedlichen Namen ins Gerät hochgeladen werden. Er muß also vor dem Upload in mehrere „Saved Tracks“ aufgeteilt werden.
Grundsätzlich hinterher nicht vergessen, die Saved Tracks als sichtbar auf der Karte zu markieren. Dies ist aber wohl zumindest beim „gelben“ eTrex und Camo leider nicht möglich.
Die Funktion TracBack (= „Rückweg finden“) funktioniert prinzipiell ohne Probleme, sofern die Reihenfolge der künstlichen Trackpunkte entsprechend sinnvoll gewählt wurde.
Die Aufzeichnung des Active Track-Logs ist von alle dem unabhängig.
 

2.) Ablage im Active Tracklog Speicher
Wenn alle Trackpunkte am Stück ins Gerät übertragen werden sollen, oder die „Basemap“ wie schon erwähnt komplex aus mehreren unterbrochenen Tracksegmenten zusammengesetzt ist, müssen die Trackpunkte in den „Active Tracklog Speicher“ geladen werden.
Im Active Tracklog werden neue/ unterbrochene Tracksegmente (Firstpoints) berücksichtigt.
Dazu muß der Track mit der „eigenen Basemap“ als „ACTIVE LOG“ hochgeladen werden, d.h. im verwendeten GPS-Programm entsprechend so benennen.
Dann aber empfiehlt es sich, wie weiter oben bereits erwähnt, die Tracklog-Aufzeichnung zu deaktivieren, um ein Überschreiben zu verhindern (leider nicht möglich bei eTrex „gelb“/ Camo/ Summit und eMap).
Grundsätzlich sind natürlich auch hier die Möglichkeiten/ Eigenheiten des verwendeten GPS-Softwareprogrammes zu berücksichtigen.
 
 

Trackansicht Track-Karte mit Wegpunkten

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Die Abbildung links außen zeigt einen Screenshot mit selbsterstellter "Basemap".

Die Abbildung links zeigt die mit Tracks und Wegpunkten erstellte Karte am PC. In dieser Form wird sie auf den GPS-Empfänger geladen.

Mit einer Karte aus Tracks können z.B. Straßen, Wege, Seen, Flüsse, Waldgebiete, etc. dargestellt werden. Alle Objekte, die aus Linien erzeugt werden, lassen sich wiedergeben. In Kombination mit gespeicherten Wegpunkten ergibt sich eine recht brauchbare Landkarte. Welche Objekte in welcher Genauigkeit auf der Karte dargestellt werden, sollte man sich vorher überlegen. So wird ein Wanderer eher den genauen Verlauf von Pfaden, Wegen, Flüssen, Waldgebieten oder sonstigen Orientierungspunkten benötigen, als ein Autofahrer, der vielleicht das Netz oder die Hauptstraßen einer Region bzw. eines Gebietes als ausreichend betrachtet. Ein Paddler kann beispielsweise den Flußverlauf mit Zuflüssen, Flußteilungen etc. als „Basemap“ wiedergeben. Versehen mit Wegpunkten an markanten Stellen z. B. an Wehren, Stromschnellen, Ortschaften, Übernachtungsplätzen, ..., kann auch bei einfachen preiswerten GPS-Empfänger eine praktische Orientierungshilfe geschaffen werden. Der Segler oder Seekajakfahrer kann damit Küstenlinien, Inseln usw. als „seine Basemap“ erzeugen, oder der Wüstenfahrer das Offroad-Pistennetz.

Die Einsatzmöglichkeiten so einer individuellen „Basemap“ können also recht vielfältig sein. Ist man dann unterwegs, kann auf der Map-Seite des Empfängers der eigene Standort erkannt werden und man hat weitere Bezugspunkte direkt vor Augen (die erstellten Tracklinien der „Basemap“ und die festgelegten Wegpunkte). Durch die Zoom-Funktion der Map-Seite läßt sich der Kartenausschnitt des GPS-Empfängers zudem anpassen. Die momentan eigene Position und beispielsweise Abkürzungen oder Tourvarianten können dann sehr schnell erfasst werden. Je mehr Wegpunkte und Tracklinien vorab definiert wurden, umso schneller erfolgt die Orientierung oder umso einfacher kann auf Touränderungen reagiert werden.

Der Begrenzungsfaktor für eine selbsterstellte Karte ist die Anzahl der Trackpoints, die ein Empfänger speichern kann. Das Minimum bei Garmin-Empfängern beträgt ca. 1000 Punkte. Die teueren Geräte können bis zu 5000 Trackpunkte speichern. Die neueren Geräte-Generationen von Garmin (12map, III+, eTrex, eMap, GPS76, ...) bieten darüber hinaus noch Speichermöglichkeit wie schon erwähnt für 10 „Saved Tracks“, deren Kapazität je nach Gerät bei ca. 125/ 250 oder 500 Trackpunkte pro Saved Track liegt.

Wie kommt man nun zur individuellen „Basemap“ bzw. wie kann ein Track künstlich erzeugt werden? Hierzu ist nun zunächst eine geeignete Software zur Trackerstellung für den heimischen PC erforderlich. Mit Hilfe von eingescanntem Kartenmaterial oder digitalen Karten-CDs wird dann mit einfachen Mausclicks am PC die eigene „Basemap“ erstellt und anschließend auf den GPS-Empfänger übertragen, d.h. in den Trackspeicher geladen. Sehr komfortabel ist dies mit GPS-Programmen wie beispielsweise Fugawi, OziExplorer, Touratech-QV, der Freeware GPSTrackmaker u.a. möglich. Eine Beschreibung der Programme findet man hier. Auf die Trackerstellung selbst soll hier jetzt nicht eingegangen werden. Die Vorgehensweise ist in dem Handbuch bzw. der Online-Hilfe des jeweiligen Programms erklärt.
 

Track-Erstellung auf den Top50/ 200 in Verbindung mit GarminCommander

Ich beschreibe hier die Erstellung einer eigenen Karte auf der Basis der TOP50 / TOP 200 der Landesvermessungsämter in Deutschland, da sie offensichtlich bei GPS-Nutzern eine recht weite Verbreitung haben. Mit den Pendants Austrian Map und SwissMap 100 unserer Nachbarländer, soll die nachfolgende Vorgehensweise ebenfalls möglich sein.
Wer über dieses Kartenwerk auf CD verfügt, kann mit dem kostenlosen Programm "GarminCommander" (GC) eine eigene Karte aus Tracks erzeugen. Da mit GC keine Verbindung zum GPS-Gerät hergestellt werden kann, ist eine weitere Software mit Kommunikationsmöglichkeit erforderlich: GC unterstützt die folgenden Dateiformate: Waypoint+ (Freeware), G7ToWin (Freeware), GARTrip und OziExplorer. Rolf Herrmann hat GC entwickelt und bietet Support, der sich durch kurze Antwortzeiten auszeichnet.

1. Schritt
Mit der Grafikfunktion der TOPXX-CD werden die linienhaften Elemente nachgezeichnet, die man später auf dem GSP-Gerät sehen möchte. Bei der Erstellung der Linien sollte man generalisieren, soweit für den jeweiligen Einsatzzweck möglich, da jeder Zwischenpunkt einer Linie in einen Trackpunkt umgewandelt wird und den Tracklog-Speicher des Empfängers füllt. Hier hilft am Anfang nur ein wenig Probieren, um die richtige Darstellung zu erreichen. Da die auf der TOPXX-Karte erstellten Linien nicht nachträglich ergänzt oder einzelne Teile gelöscht werden können, empfiehlt es sich nur kurze Linienabschnitte zu bilden. Somit kann man Fehler bei der Linienerstellung ohne großen Aufwand korrigieren.

2. Schritt
Die auf der TOPXX-Karte erstellten Linien als OVL-Datei speichern. WICHTIG: Speichern als ASCII-Datei (voreingestellt ist binär)! Dann mit GC die OVL-Datei in eine Trackdatei umformen (konvertieren), entsprechend der Software, die man zum GPS-Upload verwenden möchte.

3. Schritt
Die eigene Karte auf den GPS-Empfänger hochladen.
 

Alternative Verwendung von Garfile

1. Schritt
Wie oben beschrieben.

2. Schritt
Die auf der TOPXX-Karte erstellten Linien als OVL-Datei speichern. Bei Verwendung von Garfile können die OVL im ASCII- oder Binärformat gespeicher werden.

3. Schritt
Mit Garfile die Daten auf den GPS-Empfänger hochladen.
 

Excel-Konvertierungstabellen mit GPS TrackMaker

Eine weitere kostenlose Möglichkeit hat Ronny Martin mit seinen Konvertierungstabellen auf Basis Microsofts Excel in Verbindung mit dem Freeware-Programm GPS TrackMaker geschaffen. Näheres hierzu findet man unter „Datentransfer zwischen GPS TrackMaker und Top50“.

Thomas Hasse unter Mitwirkung von Ralf Schönfeld (http://kanadier.gps-info.de)

15. Mai 2001
letzte Aktualisierung: 10.12.2002 (Ralf Schönfeld)