Geschichte des Schamanen Amonedthorr (Amntr')

Amonedthorr wurde als Kind einer Bauernfamilie auf Pfrtlpmpf, einer der Vulkaninseln im Dorfe Apfrtl' tl geboren. Schon früh erkannte der Schamane des Stammes der Pfrtt' hya die magische Begabung des Kindes und setzte gegen den Willen der Eltern durch, daß ihm eine Unterweisung in den Dingen, die für einem angehenden Schamanen wichtig sind, zuteil wurde.

Als Amonedthorr einige Jahre älter geworden war, machte er zum ersten Male persönliche Bekanntschaft mit einem der sogenannten 'Eisenmänner', jenen Eroberern, die um das Nachbarreich Huanaca einen heftigen Bruderkrieg mit der auf kulturellen Stillstand bedachten Priesterschaft geführt und verloren hatten und von denen sich einige nun unter anderem auch auf die Vulkaninseln zurückgezogen hatten. Von diesem Manne, einem ergrauten Krieger namens Raxtimngul, der eigentlich aus einem fernen Land namens Ageniron stammte, erfuhr der wissensbegierige Amonedthorr einiges über Kultur und Menschen einer völlig fremden Welt, was ihn unge- mein faszinierte. Er begann, in seinem Stamm davon zu erzählen und kritisierte dabei auch indirekt die hiesigen Verhältnisse (zumindest wurde es vom Stammesschamanen so aufgefasst). Die Folge davon, sich gegen so strikte Traditionen aufzulehnen (zumal als Lehrling des Stammesschamanen!) bestand in einer schweren Rüge und der Auflage, zu niemanden mehr von diesen ketzerischen Ideen zu erzählen noch besagten Fremdling wiederzusehen. natürlich konnte Amonedthorr seine Klappe nicht lange halten, doch nun sprach er nur noch im Geheimen und zu auserwählten Personen von seinen neuen Ideen. Trotzdem wurde er eines Tages belauscht und vom Häuptling zur Rede gestellt. Alle Verteidigung nutzte nichts, er wurde zur Strafe vom Stamme verbannt. Das Einzige, was ihm nur noch blieb, war der Glaube an die neuen Ideen, über die er doch eigentlich viel zu wenig wusste. Er beschloß, diesen Fremden wieder aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. In dessen Siedlung konnte er aber lediglich in Erfahrung bringen, daß jener in einen riesigen Ort namens Arey aufgebrochen war. Also brach auch Amonedthorr, der kaum Ahnung von den Entfernungen hatte, auf. Er wanderte über Ziki naha nach Mache, von dort aus durch ein recht gebirgiges und einsames Land nach Huasca, wo er sich einem Handelszug als Wächter anschloß. Mit diesem erreichte er Kapa-huac, eine Stadt, die an Menschenmenge wiet über das hinausging, was er bisher in seinem Leben jemals gesehen hatte. Als er dann aber Arey erreichte, bekam er einen regelrechten Kulturschock. Davon erholt bemühte er sich nach Kräften, Raxtimngul zu finden -jedoch vergeblich. Schliesslich erfuhr er vom Hafenmeister, daß ein gewisser Raxtimngul aus Ageniron mit einem Schiff namens 'Güldenmaid' gen Norden aufge- brochen sei. Amonedthorr dachte lange darüber nach, seine Heimat nun völlig, vielleicht für immer zu verlassen, zugunsten einer ungewissen und gefährlichen Zukunft. Fast wäre er soweit gewesen, wieder zurück nach Pfrtlpmpf zu kehren und in der Nähe seines Heimatdorfes zu leben, aber dann packte ihn erneut die Neugier mit unglaublicher Kraft und er begann, für die Schiffspassage hart zu arbeiten. So vergingen die Tage, und als schliesslich die Güldenmaid im Hafen anlegte, bot Amonedthorr sein ganzes Geld und seine ganzen Ueberredungskünste auf, um eine Passage zu erhalten, was ihm schließlich auch gelang. Trotz mehrerer Stürme und der Sichtung eines vielarmigen Seeungeheuers erreichte die Güldenmaid viele Wochen später den Hafen von Corrinis...

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