"Schriftzeichen der zweiten Weltendämmerung"

16.07.1994

Bericht Zogar na Yotun's für die Chronik des Zwergenvolkes

 

Wir standen an dem Boot, welches uns hoffentlich wieder zurück ins Frei bringen sollte. Dvarhelm, Amonedthorr und ich schauten uns ein letztes Mal um und sprangen auf das Boot. Wegen der starken Strömung des Flusses @ wurde das Boot immer schneller, die beiden Menschen konnten gar nichts erkennen, ich ein wenig und was ich sah beruhigte mich auch nicht sehr, die Felswände beiderseits des Flusses waren schroff und zackig, der Fluß schäumte und brodelte um Stromschnellen herum, daß wir tatsächlich heil ins Freie gelangen, darauf wollten wir nicht wetten, aber uns blieb nur die Hoffnung. Hoch über uns hockte der Drache auf seinem Hort. Er hatte Lyranija getötet, die ihn unvorsichtigerweise geweckt hatte. Dies hatte auch zur Folge, daß ein Großteil des Geldes, das wir in den Orkhöhlen gefunden hatten nun mit Teil seines Hortes geworden war. Vor uns lag wiederum eine Zeit großer Geldknappheit. Daß Elrohir und ich die Königsinsignien unserer Völker gefunden hatten machte uns zwar reich aber auch gleichzeitig arm, da wir die gefundenen Reichtümer auf keinen Fall verkaufen konnten. Und nun lag auch noch die Last der Verantwortung auf unseren Schultern. Elrohir war Sohn des ermordeten Königs von Alba, @ hat die Regierung übernommen und ist im Volke alles andere als beliebt. An Elrond war es nun, die verschollenen Insignien seiner Königswürde zu finden und er würde seinen Widersacher herausfordern müssen. Wenn er bis dahin den Mordkommandos entgehen könnte. Ich bin mehr oder weniger der einige Überlebende des Adels meines Volkes, die anderen sind getötet. Eine Handvoll Zwerge arbeitet noch unter schrecklichen Bedingungen in den Höhlen der Orks, unsere alte Festung ist in der Hand eines Drachen, dessen immense Macht wir unlängst verspüren konnten. Ab und an meine ich in der Dunkelheit über uns Orks erkennen zu können, die uns nachglotzen. Was sie wohl denken, wohin wir gelangt sind ? Hoffentlich versperren sie nicht die Stelle an der der Fluß ins Freie strömt. Nun ist vorne Licht zu erkennen, offenbar sind wir soweit unbeschadet hindurchgekommen. Noch immer kann ich nicht ohne Stütze laufen und dies ist der angenehmste Weg, der für uns hätte bereitstehen können. Nicht auszudenken, wenn wir durch die Höhlen der aufgeregten und alarmierten Orks hätten hindurchlaufen müssen. Endlich, wir sind unbeschadet ins Freie gelangt und müssen geblendet vom Tageslicht die Augen schliessen. Als wir sie wieder öffnen können sehen wir uns durch noch karge Steppen gleiten, die weiter unten in Wälder übergehen. Unser nächstes Ziel heißt nun Lanselin.

Lanselin ist die nördlichste Festung des Königreiches. Dort können wir fürs erste unterkommen. Nachdem meine Beinwunde entsprechend geschient ist ziehen wir weiter ins Dorf Crealdun. Hier nutzen wir die Zeit, die uns bleibt - Elrohir möchte gerne Erkundungen einziehen und ich bin noch nicht voll einsatzbereit - die Dinge zu lernen, von denen wir glauben, daß sie uns auf der nun folgenden Fahrt nach Tidford von Nutzen sind. Elrohir will am Mittsommerstag in Tidford seinen Thronanspruch vor die versammelten Fürsten bringen. Nach altem Brauch werden alle Fürsten in Tidford sein, um zu richten und zu begnadigen, wie es ihnen recht dünkt. Ich werde nun endlich lernen müssen, einen Dolch zu führen, denn schon mehrmals mußte ich feststellen, daß dies die einzige Erlaubte Waffe in Städten ist, will man nicht ständig Ärger mit der dortigen Gerichtsbarkeit heraufbeschwören. Und so mußte ich nicht selten feststellen, daß mir in kritischen Situationen nur die Faust zur Wahl stand, während Hammer und Schwert in der Herberge lagen. Amonedthorr verwendet die Zeit, in den Wäldern mit Geistern zu reden und sich auf sie einzustimmen. Wenn ich nicht genau wüßte, daß Amonedthorr schon so manches Mal Dinge von ihnen erfahren hatte, die uns von größtem Nutzen waren, ich hätte es verlorene Zeit genannt. Und Amonedthorr ist ein sehr guter Kämpfer, so daß man wirklich nicht behaupten kann, er würde unnütze Dinge erlernen.

Nach Ablauf von fünf Wochen drängt Dvarhelm, wie Elrohir sich zur Tarnung nennt zum Aufbruch. Inzwischen sind auch Trixom, Sulvahir und Suvenn eingetroffen, die wir bereits seit @ kennen eingetroffen, sie wollen uns nach Tidford begleiten. Trixom ist ein recht patenter aber oft seltsamer Kriegsmann auf Glückssuche. Sulvahir, oft verkannt, ist unser Magier. Jede Gruppe die durch dieses Land zieht braucht einen Zauberer, und wir hoffen, daß Sulvahir uns auch weiterhin hilft, sollte er einmal zu Macht gelangt sein und mehr als einen Schlafzauber beherrschen. Suvenn ist ein Mann der Steppe, recht ungeschlacht und manchmal sogar unhöflich aber eine gute Unterstützung bei Handgreiflichkeiten, auch wenn er so manche verursacht. Und noch verursachen wird. Wahrscheinlich wird er uns aber vor Tidford verlassen, da dort ein uneingelöstes Heiratsversprechen auf ihn wartet. @ wartet auf ihn, damals war sie bereits schwanger, als er 'nur mal eben schnell Holz sammeln' gehen wollte. Am Abend des Tages kehren wir im Wirtshaus in @ ein. Bei einem Bier und einer warmen Mahlzeit beobachten wir das Treiben der Spielleute und Akrobaten. Ein Mädchen scheint es Amonedthorr besonders angetan zu haben, sie setzt sich zu ihm und macht schnell eindeutige Anspielungen. Amonedthorr seinerseits hat es einer der Akrobatinnen angetan, sie schaut oft zu ihm herüber und setzt sich dann auch zu uns. Dabei raunt sie mir eine Warnung für Amonedthorr zu - das Mädchen auf seinem Schoß sei der Köder einer bekannten Diebesbande, der er doch bitte nicht auf den Leim gehen sollte. Gerade als ich überlege, wie ich es Amonedthorr deutlich machen kann, fängt Suvann an, lautstark über Essen und Bier zu schimpfen. Dabei erregt er - so gar nicht zu seinem Verdruß - Anstoß bei anderen betrunkenen Gästen, die ihm (ihre schlechten) Manieren beibringen wollen. Auch das noch, wir wollten doch nicht mehr auffallen, als ohnehin notwendig. So eine zusammengewürfelte Gruppe von Ausländern erregt ohnehin schon Auffallen, egal wohin sie sich wendet. Dvarhelm schürzt die Lippen, zahlt und verläßt das Wirtshaus, um frische Luft zu geniessen (ohne Gebrüll, Pöbelei und eine in der Luft liegende Schlägerei). Ein kurzer Blick über das Gasthaus sagt mir, daß hier nichts zu gewinnen ist. Auch ich bevorzuge frische Luft und nicke der freundlichen, geschickten Dame im knappen Mieder neben mir zu, ob sie nicht draußen weiter plaudern möchte. Ein kurzer Blick auf Amonedthorr und Larena, wie die Herzensdame heißt, sagt mir alles. Soll er sich doch die Finger verbrennen, wenn er sie schon nicht bei sich lassen kann. Draußen klärt mich Tuilja die Akrobatin weiter auf. Larena sei der penetrante aber hübsche Köder eineer Diebesbande, die Amonedthorr in der Scheune ans Leder und den Beutel will. Dvarhelm rollt mit den Augen. Sulvahir gesellt sich zu uns und weitere Leute, denen bei dem Gebrüll der Durst vergangen ist, verlassen das Lokal. Nachdem drinnen außer Gebrüll nun auch Krachen und Schreien zu hören ist, kommt Larena zur Tür hinaus und verschwindet in den Stall, vermutlich nicht nur um ihr zerrissenes Kleid zu ordnen. Und auch Suvann verläßt die Schankstube und wendet sich ihr nach. In eindeutiger Absicht. Nun ist es an mir, die Augen zu rollen. Kurze Zeit später, drinnen steigert sich die Lautstärke immer noch, kommt Amonedthorr mit schmerzverzerrtem Gesicht und ovalem Gang durch die Tür. Er war wohl doch zu stürmisch - kein Wunder bei seinem Temperament. Zusammen gehen wir los, um Suvann sein Schäferstündchen sauer zu machen. Sobald wir die Stalltür öffnen fällt er uns auch schon entgegen - bewußtlos. Während des Schäferstündchens geschoren und gehörnt. Wir tragen ihn erst einmal in Sicherheit und folgen dem Rat, den Tuilja mir gegeben hatte, wir nehmen ein Zimmer in der anderen Herberge und schlafen ruhig. Vorher habe ich noch aus dem Augenwinkel mitbekommen, wie Amonedthorr kurz nach Trixom schaute, der noch in die Prügelei verwickelt war - es ging ihm besser als je zuvor... .

Am nächsten Morgen brechen wir ohne Komplikationen nach Earthir auf. Tuilja wollte zwar mit uns kommen, aber Dvarhelm hielt es für ein zu großes Risiko, da er nicht ganz sicher sein könne, daß er ihr vertrauen könne. Sie hatte ja schon am Abend zuvor ein nicht geringes Interesse an den Belangen unserer Reisegruppe gezeigt. Meiner Meinung nachhing das allerdings eher mit der Anziehungskraft Amonedthorrs zusammen, dem sie auch heute wieder sehr zugetan scheint. Dvarhelm ist schon sehr vorsichtig, aber der heutige Abend sollte uns allen noch lehren, daß man nie vorsichtig genug sein kann.

Der Tag verlief ohne große Ereignisse und wir erreichten frohgemut das Gasthaus in Earthir. Dort mieteten wir ein Zimmer im Schlafsaal und aßen reichlich zu Abend. Die Überraschung begann, als der Wirt uns eröffnete, es habe eine Reisegruppe den Teil des Schlafsaals angemietet, den er für uns vorgesehen hatte. Der Kaufmann würde auch für alle Mehrkosten aufkommen, so daß wir ohne Bedenken ein freies Einzelzimmer und ein Fünferzimmer belegen könnten. Das bedenklich Stimmende war, daß er uns diesen Vorschlag sichtlich nervös unterbreitete, als sei ihm dieser Handel selbst nicht ganz geheuer. Dvarhelm belegte für sich das Einzelzimmer und wir bezogen das benachbarte Fünferzimmer. Nachts einigten wir uns auf Wachen, je einer sollte in den Räumen wachen und durch Klopfzeichen sichergehen, daß der andere nicht eingeschlafen ist. Eine weitere Merkwürdigkeit - zumindest für Dvarhelm - war das plötzliche Erscheinen von Tuilja in der Schankstube, die uns nachgereist war und Amonedthorr mit Geschicklichkeit und Körpereinsatz becircte. Ach und da war noch Suvann, der erst jetzt bemerkte, daß seine 60 Goldstücke aus dem Beutel verschwunden waren und direkt Tuilja verdächtigte, und auch übel beschimpfte. Da aber jeder von uns gesehen hatte, daß die Geldstücke weg waren, bevor Tuilja um einen Obulus bat, wandte sich der Verdacht einem Mann zu, der hinter Suvann auf der Bank saß. Meiner Meinung nach hatte Suvann die Goldstücke seit dem Vortag nicht mehr.

In der Nacht hörte Trixom plötzlich ein Geräusch an der Tür, als er noch Alarm rufen wollte, drang bereits ein grau vermummter Mann in den Raum ein und verwickelte ihn in ein Gefecht, bei dem er sehr schnell den Dolch seines Gegenübers zu spüren bekam. Hinter dem Angreifer kam auch Tuilja nach, die mit ihrem Dolch in den Kampf eingriff. Im anderen Zimmer setzten sich Amonedthorr und Sulvahir mit einer Gestalt auseinander, die durch die Tür eindrang und einem, der versuchte, durch das Fenster hereinzukommen. Noch während ich meine Waffen ergriff, hatten Amonedthorr, Tuilja, Dvarhelm und Trixom bereits die Eindringlinge nach draußen vertrieben, sie sprangen hinterher und stellten sie auf dem Hof. Dvarhelm hatte den Einsteiger bereits im Fensterrahmen verletzt und dieser lag nun tot unter seinem Fenster. Als ich herauskam lebten nur noch zwei der grauen Garde - einer flüchtete sich in einen nahegelegenen Stall, einen töteten Tuilja, Amonedthorr und ich bevor er flüchten konnte. Dabei verletzte er die beiden. Sofort eilten wir zum Stall, dessen Tor Amonedthorr sicherheitshalber schon verriegelt hatte. Hufgetrappel empfing uns, offenbar wollte der letzte türmen. Noch während wir draußen Stellung bezogen kam die Stadtwache herbei und befahl uns unsere Waffen niederzulegen. Nach kurzer Untersuchung, während der Tuilja zusammenbrach, sprach alles für uns. Schließlich sind graue Gewänder, vergiftete Dolche und Wurfsterne ein deutliches Zeichen. Der letzte allerdings war im Getümmel durch die Hintertür entkommen. Amonedthorr fand die Blutspur und führte die Wache zu einem anderen Stall, in dem er sich verschanzt hatte. Nachdem er ebenfalls eine Stadtwache mit dem vergifteten Dolch verletzt hatte, stürte er sich nach heftigem Kampf in sein eigenes Messer.

Trixom, Dvarhelm, Tuilja und Amonedthorr waren verletzt worden, davon waren Tuilja und Trixom in heftige Fieberkrämpfe verfallen und wir alle bangten, ob sie durchkommen würden. Amonedthorr kümmerte sich um beide mußte aber festellen, daß er wenig gegen Gifte ausrichten konnte. Dieser Überfall hätte leicht für uns alle tödlich sein können, zumindest aber für Elrohir, hätten wir nicht gewacht. Betreten gingen wir wieder zu Bett und Sulvahir und ich wollten die nächste Wache übernehmen.

Am nächsten Morgen wurden wir eingehend befragt, wie es denn dazu käme, daß wir von Assasinen verfolgt würden. Ich sagte aus, der Anschlag habe mir gegolten, es gäbe Thronstreitigkeiten unter den Zwergen und ein Nebenbuhler versuche mich auszuschalten. Zum Glück nahm man mir diese Lüge ab, und da man nichts mit Zwergenstreitigkeiten zu tun haben wollte, gab man uns den Rat, die Stadt möglichst schnell zu verlassen, was ja auch in unserem Sinne war. Am darauffolgenden Tag war Trixom zumindest wieder reisefähig und wir reisten auf der Straße kurzzeitig von Tidford weg, um nicht den Weg nehmen zu müssen, der uns durch albisches Gebiet führen würde. Gegen Mittag wurde ich von einer Schlange gebissen, auf die ich mich unglücklicherweise gesetzt hatte, nicht weiter schlimm, aber das zeigte, daß wir vorsichtig sein müssen. In einem Wald schlugen wir unser erstes Nachtlager im Freien auf. Tuilja zog es vor, ein Netz an zwei Bäume zu knoten und so über dem Boden zu schlafen, leider sollte es mit ihrer Knotenkunst nicht allzu haltbar beschaffen sein. Amonedthorr und ich hielten die erste Wache. Plötzlich glühte Gurthrauk rot auf und ich weckte schnell die anderen. Ungefähr zehn Gestalten kamen auf uns zu, anscheinend von einem eigenen Lagerfeuer aus. Dvarhelm zog es vor zu Pferd zu kämpfen und Trixom setzte sich auf Tuiljas Pferd, um sich in Sicherheit bringen zu können. So zogen wir uns ein bißchen in die Schatten zurück und warteten. Orks waren es, wie wir erkannten, drei Große und fünf Kleine. Eine Menge für uns. Dvarhelm wartete auf seinem Pferd und wir stellten uns in einen Kreis, die Waffen erhoben. Tatsächlich wurden die Orks langsamer und schienen zu zögern. Gurthrauk funkelte rot und in gebührendem Abstand brüllten uns die Orks an. Acht gegen vier, Amonedthorr, Suvann, Dvarhelm und ich. Ich stellte mich bereits auf die Schlacht ein, als die Orks sich zurückzogen. Wir brachen unser Lager ab und schlugen ein neues einige Wegminuten entfernt auf, nicht ohne zu wachen, ob sich Orks zeigen würden. Die Nacht verging ohne weitere Zwischenfälle und am nächsten Morgen brachen wir bereits zeitig auf. Einige Male kamen wir an Ortschaften vorbei, deren Bewohner nicht gut auf bewaffnete Fremde zu sprechen waren. Kaum waren wir in Sichtweite gekommen schellten Alarmglocken und die Bewohner sammelten sich zur Verteidigung ihrer Ortschaft. Wir müssen auch nicht gerade vertrauenserweckend ausgesehen haben, ich trug ja bereits zwei Waffen auf dem Rücken und zwei im Gürtel, aber was will man machen. Gurthrauk, @ und Durins Axt muß ich nun einmal mitschleppen. Vermutlich waren die Orks, die wir letzte Nacht angelockt haben auf der Rückkehr von einem Beutezug in die Nebelberge, da wir im nahegelegenen Dorf einige verbrannte Ruinen sahen.

Die folgende Nacht und der folgende Tag verliefen ohne Zwischenfälle und wir begannen uns auf ein festes Nachtlager in Tidford zu freuen. Ein recht denkwürdiges Erlebnis hatten wir an der Fähre oberhalb Tidford, wo man uns weismachen wollte, daß drei Goldstücke doch ein recht akzeptabler Preis sind, wenn der Fährmann zehn verlangt. Ein kurzes Nachfragen bei einem Passagier ergab den üblichen Preis von zwei Argent, man wollte uns also neppen. Mißmutig setzte der Fuhrmann uns acht zuzüglich dreier Pferde für zwei Goldstücke über. Kurz vor Tidford schickte Dvarhelm Tuilja vor, um mit uns die genaue Vorgehensweise durchzusprechen.

Trixom soll auf Tuilja aufpassen und danach bei den Bettlern untertauchen, um nicht erkannt zu werden. Dvarhelm würde dann nach ihm vorgehen und ein Zimmer in der 'Rose und dem Dorn' beziehen. Wir sollten so nachkommen, daß wir zwar ein Auge auf ihn werfen können, aber nicht direkt mit ihm in Verbindung gebracht werden. Wie erwartet erkannten uns die Torwachen wieder und begrüßten uns Ehrenbürger in der Stadt Tidford. Nachdem wir einige Höflichkeiten ausgetauscht haben, ohne allzuviel davon preiszugeben, was wir in der

Stadt vorhaben, oder mit was und vor allem mit wem wir das letzte Jahr verbracht haben, machen wir uns auf, in der 'Rose und dem Dorn', unserer Stammherberge ein Zimmer zu beziehen. Dem Wirt ist es augenscheinlich peinlich, an die Schmach seiner älteren Tochter erinnert zu werden. Suvann hatte ihr ja die Ehe versprochen und sich davongemacht, als sie schwanger wurde. Aber da wir es ihm nicht allzu schwer machen und ihm nicht gerade auf Brot schmieren, was offensichtlich ist: Nämlich daß Suvann sich unehrenhaft davongemacht hat und nicht wiederkehren wird. Aufgrund unseres chronischen Geldmangels beziehen wir nur ein Lager im Gemeinschaftsraum und keins der angebotenen guten Zimmer. Danach gehe ich sofort zum Drachenzahn um mit Murdock auf die ruhmreiche Geschichte des Zwergenvolkes und eine (hoffentlich) glänzende Zukunft zu trinken, die Insignien sind aufgetaucht und ich werde alles daran setzen, der Knechtschaft durch die Orks und den zahlreichen Schrecken und dunklen Wesen ein Ende zu bereiten. Heute wird gefeiert, schließlich muß das auch sein. Tuilja, die im Drachenzahn eine Probe ihrer Kunst gibt, lade ich ein, sich ebenfalls an die Theke zu setzen und mitzutrinken. Später erzählte sie mir, daß sie den Plan, mich betrunken zu machen und auszuhorchen schnell aufgegeben hätte - warum bloß? Ein wenig später - was wäre ein schöner Abend ohne schöne Frauen - schlage ich Tuilja vor, ihr die Stadt zu zeigen, ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Nachdem ich ihr die Brücke über den Tuarisc, das Reichenviertel, die Geschäftshäuser in der Nordstraße gezeigt habe, fällt mir ein, daß heute @tag ist und im singenden Zaunkönig ein Geschichtenwettkampf stattfindet. Dies ist eine lokale Tradition, von der nur gute Kenner der Stadt wissen, die sich aber lohnt. Vielleicht werde ich auch einmal von meinen Abenteuern berichten, wenn der Gerichtstag vorüber ist. Tuilja jedenfalls erzählt mir von den merkwürdigen Ereignissen, die sie im Überwasserhaus miterlebt hat, und nur mit viel Glück überlebt. Tja, wenn ich bedenke, wieviele Priester und Magier mit böser Orientierung wir inzwischen kennen gelernt haben und wie selten wir in der Lage waren ihre Pläne auch nur zu durchkreuzen, geschweige denn ihnen ernsthaft zu schaden, dann wird mir ganz anders. Unsere Welt birgt doch eine Menge dunkler Geheimnisse und beherbergt eine Menge Menschen, die diese für ihre eigenen Ziele gerne aufwecken. Hoffentlich bleibt es mir vorerst erspart, einer Assassinin zu begegnen, die sich unsichtbar machen kann und mit Hilfe eines Frettchens, das fast nie zu sehen ist, von allem erfährt.

Danach machen wir uns Richtung Nachtlager auf, Tuilja schläft ebenfalls im Gemeinschaftsraum in der Rose und dem Dorn. Beim Frühstück am nächsten Morgen wirkt Amonedthorr sehr nachdenklich und geschafft, offenbar hat er wieder mit seinen Geistern gesprochen und wichtige Dinge erfahren. Dvarhelm winkt uns danach unauffällig auf sein Zimmer, eigentlich war es unverantwortlich, ihn diese Nacht ohne Bewachung schlafen zu lassen, aber er lebt ja noch. Heute wären einige wichtige Besuche zu erledigen, einer von uns müsse McBeorn den Juwelier aufsuchen und einen Termin für heute nachmittag ausmachen. Ein anderer soll zum Rechtsanwalt gehen und sich erkundigen, wie die Rechtslage aussieht, falls Elrohir mit den Insignien auftaucht und die Königsherrschaft einfordert. Ich erkläre mich bereit zum Juwelier zu gehen und Sulvahir wird als angehender Gelehrter auserkoren, den Rechtsanwalt zu befragen. Einen Juwelier McBeorn kenne ich zwar nicht, tippe aber richtig auf die Nordstraße. Dort erkläre ich, daß ich direkt aus den Nebelbergen komme und seine Meinung über ein paar Fundstücke hören möchte, die von nicht geringem Wert sind. Damit dürfte seine Neugier geweckt sein und ihm müßte klar sein, daß dies kein alltäglicher Auftrag ist. Um die dritte Stunde solle ich wiederkommen, dann habe er Zeit für mich. Sulvahir erkundigt sich direkt nach einem guten Rechtsanwalt, vielleicht nicht gerade unmißverständlich, aber McBeorn gibt bereitwillig Auskunft. Auf dem Weg zu @ begegnen wir einem Trupp Soldaten, der meine Aufmerksamkeit erregt, und Sulvahirs Mißfallen. Ich will sie beobachten und Sulvahir geht weiter Richtung @. Offenbar begleiten sechs Wachen der Stadtgarde neun Ortsfremde, sechs Soldaten und zwei Offiziere Gartwains und eine Person in Zivil. Vielleicht ein Botschafter, er betritt mit den beiden Offizieren das Rathaus und verbleibt einige Zeit darin. Dann geleitet die Stadtgarde, die sich in Tidford ja aus Bürgern bildet die Eskorte zum Stadttor, wo sie davonreiten.

Beim Mittagessen in der Rose und dem Dorn treffe ich dann wieder auf Amonedthorr, Sulvahir, Tuilja und Dvarhelm. Nach dem Essen ist wieder Besprechung. Amonedthorr und ich sollen heute nachmittag dem Tempelobersten einen Besuch abstatten, da er eine starke und einflußreiche Persönlichkeit darstellt und Dvarhelm gerne unauffällig um seinen Standpunkt wüßte. Dabei sollten wir wieder von Trixom beschattet werden, ob uns verdächtige Personen verfolgen. Dvarhelm und Sulvahir würden McBeorn aufsuchen, bei dem ich ungeschickterweise einen Termin für mich ausgemacht habe, im Glauben ich würde heute nachmittag wieder mitkommen. Naja, Dvarhelm wird schon klarkommen. Sulvahir hat erfahren, daß die Insignien zwar einen Thronanspruch bedeuten, es aber zu einem Duell kommen müßte, da Gartwain den Thron nun schon so lange inne habe. Im folgenden möchte ich nun versuchen, das Gespräch wiederzugeben, soweit es mir in Erinnerung ist, da es einige Fäden für die Zukunft legt.

Amonedthorr und ich stehen vor den Portalen des Tempels Dei Albae und betreten die große Halle. Im Hintergrund stehen einige Götterstatuen und ein junger Priester richtet den Altar. Ich bleibe im Mittelpunkt des Raumes stehen und schaue ihn erwartungsvoll an. Er tritt zu mir und grüßt: "@ zum Gruße, was ist euer Begehr?", "Ich bin Zogar na Yotun aus den Nebelbergen, von wo ich komme und einige Kostbarkeiten von großer Bedeutung mitgebracht habe, die Hohepriester @ interessieren werden." Er verbeugt sich und verschwindet im Nebenraum. Nach kurzer Zeit kommt er wieder und bittet uns zu @, der im Empfangsraum warte. @ ist @. "@ zum Gruße, Zogar nah Youtun?", "Zogar na Yotun." bestätige ich, "Dies ist mein Freund Amonedthorr aus dem fernen Süden." Er bittet uns Platz zu nehmen. Freundlich lächelnd griff ich in meine Tasche und holte Streitaxt, Mithrill-Helm und Kristall hervor und legte sie vor mich auf den Tisch. "Vor Euch sitzt ein kleines Wunder. Das Volk der Zwerge lebt im Exil, Orks hausen in ihren Gängen, ein Drache sitzt auf ihren Schätzen und bewacht ihre Bergfestung. Die wenigen Überlebenden müssen für die Orks und ihre dunklen Hintermänner Erz schürfen. Unter unvorstellbaren Bedingungen; auch ich habe dort arbeiten müssen und war dem Tode nahe." kurze Pause "Ich bin einer der wenigen Überlebenden meines Volkes, bin totgeglaubt. Das Reich der Zwerge gilt als ausgelöscht, seine Angehörigen als tot, seine Stätten verwüstet, seine Reichtümer verschollen, das Königreich der Zwerge gilt als beendet, die Schreckensherrschaft der Orks als besiegelt." Nach wiederum einer Pause, in der ich ihn eindringlich beobachte, sagt er, ohne auf meine Anspielungen im geringsten einzugehen, "Ich bin nicht sehr bewandert in den Angelegenheiten der Zwerge, wieso kommt ihr nun gerade zu mir?" Kurze Pause, dann spreche ich "Dies sind die Insignien des Zwergenkönigs." kurze Pause "Durch sie wird die Thronfolge der Zwerge geregelt und sie stehen für ein Wiedererstarken des Königreichs." Wahrscheinlich ahnt er nun worauf ich hinauswill, "Aber den Thron kann nur besteigen, wer auch Abkömmling des Königshauses ist; die Insignien alleine genügen nicht." Nickend stimme ich ihm zu und schweige, um meinen Worten mehr Gewicht zu verleihen. "Soweit ich weiß, gibt es auch bei Euch in Alba eine ähnliche Situation." Schweigen, er ergreift das Wort "Ich weiß, daß nicht wenige bei und hoffen." Nach einer Pause sage ich "Ich wäre nicht zu Euch gekommen, wenn ich Euch nichts wichtiges zu berichten wüßte." und schweige lächelnd. Nach kurzer Zeit bricht Amonedthorr die Spannung und sagt "Auch ich bin für mein Volk hier und wäre an der Aufnahme freundlicher Beziehungen interessiert, nicht nur zur politischen Führung." Wiederum nach einer Zeit des Schweigens ergreift @ das Wort: "Ihr habt mir eine Menge zum Nachdenken gegeben." - "Wie gerne würde ich mich persönlich von Euren Berichten überzeugen, könntet Ihr morgen früh wiederkommen, ich werde Euch gerne empfangen." Dazu gibt es nichts mehr zu sagen, wir verabschieden uns herzlich und gehen zurück zur Rose und zum Dorn - Amonedthorr schaut mich an und meint lächelnd "Schau an, Herr Zwerg, soviel Diplomatie hätte ich Euch gar nicht zugetraut." - "Der Zwerg wächst mit seinen Aufgaben." - "Wahrscheinlich wollt ihr mir nun auch noch zu verstehen geben, daß ihr mit dem Königshaus verwandt seid." Ich lächele nur.

Dvarhelm wirkt auch sehr zufrieden und seine Laune bessert sich noch, als wir ihm berichten, @ erwarte ihn am nächsten Morgen im Tempel. Heute abend wolle er noch einen Informanten im schwarzen Habicht treffen, wir sollten aufpassen, daß es nicht zu einer Falle wird. Den Weg zum schwarzen Habicht meistern wir in meiner seltsamen Prozession, Sulvahir und Amonedthorr gehen vor und sondieren die Lage, einige Minuten später folgt Dvarhelm, ich will immer sagen Aneherin, aber diesen Decknamen hat er schon lange nicht mehr benutzt. Trixom überwacht Dvarhelm und bleibt vor dem schwarzen Habicht, um die Straße zu beobachten. Danach folge ich, um den Rücken freizuhalten. Als ich die Rose verlasse, treffe ich auf Tuilja, die neugierig geworden ist, was das zu bedeuten hat, zusammen gehen wir Richtung schwarzer Habicht. Ich halte ohnehin niccht viel davon, ihr gegenüber zu verheimlichen, was wir vorhaben, da sie so nur Aufsehen oder Schwierigkeiten erregen kann, wenn sie uns ohnehin aus Neugier nachspioniert. Sie selbst möchte allerdings auch nicht zu oft mit uns gesehen werden, so daß sie weiter handlungsfähig bleibt, wenn es zu einem offenen Schlagabtausch mit Gartwains Garde kommt und wir abtauchen müssen. Im lockeren Gespräch erreichen wir den schwarzen Habicht, wo ich mich von ihr verabschiede und mit großem Hallo Sulvahir und Amonedthorr begrüße, von denen ohnehin fast jeder in Tidford weiß, daß ich sie gut kenne. Dvarhelm sitzt abseits und beobachtet die Gäste mißtrauisch. Einer der Gäste scheint ihm größere Aufmerksamkeit zuzuwenden, als eigentlich normal wäre und so gibt Ammo die Personenbeschreibung an Trixom durch. Dvarhelm verschwindet für einige Zeit mit einem anderen Besucher die Schankstube. Als er zurückkehrt, schaut er kurz zu uns herüber und zahlt. Sulvahir und Trixom sollen ihm folgen, Tuilja verläßt nach Sulvhir ebenfalls das Lokal. Amonedthorr und ich schauen, ob wir noch die Aufmerksamkeit weiterer Gäste erregt haben. Nachdem eine Viertelstunde vergangen ist und nichts auffälliges vorgegangen ist, machen wir uns auf den Heimweg. An der Rose und dem Dorn treffen wir auf eine auffällige Gruppe, zwei Personen stehen um eine liegende herum. Trixom und Sulvahir haben den Fremden überwältigt, der Dvarhelm bis hierher gefolgt ist. Zusammen schaffen wir ihn an den Tuarisc, wo ihn Sulvahir und T eingehend befragen wollen. Als abzusehen ist, daß er nicht überleben darf, wende ich mich ab, was soll ich hier noch? Später erfahre ich, daß er sich dumm stellte, bis Amonedthorr hinzukam und ihn eingehend anschaute, danach begann er bereitwillig auf alle Fragen zu antworten, die sie an ihn richteten und erzählte sogar noch weiteres. Er gehöre der grauen Garde an und sie seien noch sieben weitere in Tidford. Ihr Anführer heißt Preorlas. Diese Nacht stellen wir Wachen in Dvarhelms Zimmer auf, aber die Graue Garde ließ uns zum Glück ruhig schlafen - noch, sie würden ja wissen müssen, daß wir einen der ihrigen ausgeschaltet haben. Und in @ sind wir mit Sicherheit auch zu identifizieren. Am Nächsten Tag sollen wir während Dvarhelm bei @ ist einen Termin bei Elrod McFenron und Balcar McGrin ausmachen. Später näheres dazu.