Zwerg ein Problem dar - er ist einfach zu klein, so daß er ihn nicht zu fassen kriegt. 

 

Alldieweil hat Amonedthorr die Klippe erreicht und etwa zur Hälfte erklommen. Von dort aus versucht er mit Schneebällen und Beschimpfungen die Aufmerksamkeit des Riesen auf sich zu lenken, was auch im zweiten oder dritten Versuch gelingt. Der Riese läßt von Zogar ab und wendet sich dem Schamanen zu. Da er sich knapp außerhalb der Reichweite des Riesen befindet, versucht dieser erst gar nicht ihn mit der Hand zu erreichen, sondern formt seinerseits einen Schneeball - Lawine würde hier allerdings treffender sein. Der Schamane versucht verzweifelt weiter zu klettern, doch gelingt ihm dies angesichts des Riesen in seinem Rücken nicht.

 

Der erste Wurf des Riesen geht knapp daneben und der Schamane beginnt einen Zauber zu wirken, der ihn in Dunkelheit hüllt, um dem Riesen kein Ziel zu bieten. Dieser fährt unverdrossen fort, die Mitte der Finsternis mit Scheebällen einzudecken, was jedoch glücklicherweise nicht von Erfolg gekrönt ist. Daraufhin ändert der Riese seine Taktik und holt tief Luft. Dann beginnt er, einen eisigklaten Wind in die Richtung des immer noch verborgenen Schamanen zu blasen, der alles, was ihm im Weg ist zu Eis erstarren läßt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Schamanen erwischt.

 

In der Zwischenzeit ist Niriel auf wenige hundert Meter herangekommen und beginnt eine Schriftrolle zu verlesen. Mit einem Mal entläd sich ein gewaltiger Blitz, der den Frostriesen trifft. Es ertönt ein erderschütterndes Geheul, welches auch unter mir den Boden zum erzittern bringt. Mit einem Mal verschwindet die Finsternis um den Schamanen. Das Beben hat ihn vom Felsen gerissen und er ist mehrere Meter hinunter gestürzt.

 

Schlagartig hat der Frostriese das Interesse an dem Schamanen verloren und wendet sich dem neuen Gegner zu, der seine Beine in die Hand nimmt und auf den Steinkreis und damit auf uns zurennt. Ich sehe zu, daß ich den Steinkreis zwischen mich und den Frostriesen bringe. Niriel kommt fast gleichzeitig mit mir dort an. Das er schnell ist, wußten wir ja schon seit dem Wettlauf nach Sheila, doch daß er so schnell ist, verschlägt mir fast die Sprache. Trixom hat jedoch nicht soviel Glück.

 

Er wird vom Riesen eingeholt und angegriffen. Dieser versetzt ihn einen so mächtigen Hieb, daß ich schon fürchte, das letzte Stündlein des Glücksritters habe geschlagen. Doch er hat Schwein gehabt und kommt mit knapp mit dem Leben davon. Der Frostriese läßt von ihm ab und läuft weiter auf Niriel zu. Sein Weg führt ihn dabei durch den Steinkreis, was der letzte Fehler des Frostriesen war. Er wird von der mittleren Säule förmlich aufgesogen und kann sich trotz heftiger Gegenwehr nicht mehr befreien. Gerade noch rechtzeitig ist es uns gelungen, den Frostriesen in den Steinkreis zu locken. Denn in diesem Moment sinkt die Sonne unter den Horizont.

 

Nachdem alle wieder beisammen sind, machen wir uns auf dem Weg zu Feenring. Wir hoffen, daß wir die Prüfungen bestanden haben, doch sind wir uns dessen immer noch nicht gewiß. "Na endlich! Das wurde aber auch Zeit, daß ihr kommt!" begrüßt uns der Domowodje und wir werden wieder von einem Schneesturm erfaßt und finden uns einen Augenblick später im Feenring der Luft wieder.

Zu unserer Überraschung sind alle Verwundungen und Schäden auf wundersame Art und Weise verschwunden.

 

Die Moosweibchen

 

"Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich, euch mitteilen zu dürfen, daß ihr alle vier Prüfungen bestanden habt!" begrüßt uns der Domowogje des Feenrings der Luft. "Nun habt ihr es fast geschafft, doch noch liegt eine Prüfung vor euch, bis ihr zum Zirkel der Elemente vorgelassen werdet. - Die Moosweibchen werden euch dies näher erläutern." Mit diesen Worten zeigt er auf drei Frauen, die unbemerkt dem Feenring genähert haben.

Sie sehen sehr seltsam aus. Die drei sind unterschiedlich groß und scheinen auch unterschiedlich alt zu sein. Die kleinste von ihnen ist gerade einmal einen Meter groß, während die beiden anderen sind gut doppelt so groß. Ihre "Haut" ähnelt der des Baumhirten, sie ist borkig und ähnelt mehr einer Baumrinde, denn einer Haut.

 

Sie haben eine sehr seltsame und verwirrende Art zu sprechen. Eine von ihnen beginnt einen Satz und die anderen sprechen ihn nach und nach zu Ende. Das macht es sehr schwer, ihren Worten zu folgen. Der Domowodje pfeift und von überall her tauchen Naturgeister und Fabelwesen auf, die rasch die Lichtung bevölkern.

 

"Wenn ihr zum Zirkel der Elemente wollt," "so müßt ihr noch drei Prüfungen bestehen." "Jede von uns wird euch eine Prüfung auferlegen." "Ob ihr die Prüfung bestanden habt," "wird das Tribunal entscheiden," "dessen Vorsitzende wir sind." "Wenn ihr euch entscheidet," "die Prüfung anzunehmen," "dann müßt ihr mindestens eine Prüfung bestehen." "Versagt ihr," "so werdet ihr als mahnendes Beispiel für alle die noch kommen werden," "zu Steinsäulen erstarren."

 

Wir müssen heftig schlucken. Die Ausicht, als Steinsäulen den Karmodin zu schmücken ist nicht gerade berauschend. Doch schließlich meint Amonedthorr: "Jetzt sind wir schon so weit gekommen, daß wir nun den letzten Schritt auch noch tun sollten, sonst wäre alles bisher umsonst gewesen."

Wir entscheiden uns also, die Prüfungen anzunehmen.

 

"Nun denn," "ihr habt euch entschieden." "Wir werden euch mitteilen, ob ihr die Prüfung bestanden habt," "oder nicht." "Ihr müßt alle eure Entscheidungen," "ob ihr eine Aufgabe annehmt oder ablehnt," "einstimmig fällen!" "Eure erste Aufgabe besteht darin," "daß ihr von zwanzig Tierarten, die im Karmodin leben" "jeweils zwei Exemplare erlegt." "Dazu habt ihr bis zum Sonnenuntergang Zeit."

 

Wir sind entsetzt! Das kann doch nicht sein, bislang haben die Prüfungen darin bestanden, daß wir den Respekt und die Achtung vor dem Leben und der Natur zeigen mußten, und nun ist es geradewegs umgekehrt. Wir sind einstimmig der Meinung, daß wir diese Aufgabe ablehnen. Auch Niriel erklärt sich damit einverstanden.

 

Wir teilen den Moosweibchen unsere Entscheidung mit. "Nun denn," "es ist eure Entscheidung." "Hier ist eure zweite Aufgabe," "Überlegt gut, ob ihr sie annehmt oder ablehnt." "Ihr müßt diesen Baum dort," Sie zeigt auf einen knorrigen alten Baum in der Nähe, "bis Sonnenuntergang gefällt und in Brennholzscheite zerhackt haben."

 

Wieder sind wir überrascht, daß die Bewohner des Karmodin solches von uns verlangen. "Nein!" lehnt der Schamane sofort kategorisch ab. Auch mir ist das nicht ganz geheuer, doch eine Aufgabe müssen wir schließlich annehmen, wenn wir nicht als Steine enden wollen. Nach langem Zögern und heftigen Bedenken Niriels lehnen wir auch diese Aufgabe ab.

 

Ein Raunen geht durch die Menge, und ich weiß nicht, ob ich das als gutes oder schlechtes Omen deuten soll. Die Moosweibchen schweigen einen Moment, dann heben sie wieder an zu sprechen: "Somit habt ihr auch die zweite Aufgabe abgelehnt." "Es verbleibt nunmehr nur noch eine Prüfung." "Vernehmt nun die letzte Aufgabe." "Ein gutes Stück in diese Richtung" "befindet sich ein Fluß." "Dieser überflutet in jedem Frühjahr während der Schneeschmelze weite Teile des Karmodins." "Eure Aufgabe ist es, auf einer Länge von fünfhundert Metern" "zu beiden Seiten des Flußes bis zum Sonnenuntergang" "einen Deich aufzuwerfen, der die Überschwemmungen verhindern soll."

 

Ich sehe mich schon als Steinsäule in der Gegend herumstehen. Ich schaue Amonedthorr an. Er überlegt und meint dann: "Nein, wir können das nicht tun. Die Überschwemmungen sind lebensnotwendig für den Wald!" Ich schaue Zogar an, auch er macht eine verzweifelte Miene. Er hält es für unmöglich, einen solch kurzen Zeit auch nur annähernd einen auf einer Seite auch nur einen Meter Deich aufzuschütten. Niriel macht ebenfalls einen gequälten Eindruck. Er sagt:"Wir hätten bereits die ersten zwei Aufgaben annehmen sollen, die waren einfacher! Nun ich werde mich nicht einfach so versteinern lassen. Wir müssen es auf jeden Fall versuchen!" Trixom sieht auch unentschlossen aus, doch dann schließt er sich dem Schamanen an. In mir herrscht ein gewaltiger Zwiespalt. Auf der einen Seite hat der Schamane oft genug mit seinen Behauptungen über die Natur recht gehabt, doch dies ist eine andere Natur als er sie kennt. auf der anderen Seite will ich nicht als Steinsäule im Karmodin enden und denke, das wir es zumindest versuchen sollten. Ich bin geneigt, mich Niriels Auffassung anzuschließen und überlege, wie Amonedthorr dazu zu "überzeugen" sei, der Aufgabe zuzustimmen. Ich denke sogar daran, ein gewisses Pulver einzusetzen.

 

Derweil kommt es zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen dem Schamanen und dem Elfen. Ich schaue mir das Tribunal an. Einige der Geister tuscheln miteinander und denke so bei mir, "wenn ich nur wüßte, was sie von uns erwarten, das würde die Sache vereinfachen." "Autsch!" Das war der Schlag der Erkenntnis, der mich in diesem Moment getroffen hat. Was bin ich doch für ein Idiot! Warum bin ich nicht eher darauf gekommen. Mir fällt ein Zauber ein, den ich schon länger nicht mehr angewendet habe und der jetzt genau das Richtige wäre.

 

Ich konzentriere mich und nach einem Moment kann ich das Murmeln und Flüstern verstehen. "Nein, ich glaube nicht, das sie das tun." "Und ich sage doch, sie tun das." "Ich halte dagegen, sie haben bereits zwei Aufgaben abgelehnt. Um die dritte auch noch abzulehnen fehlt ihnen der Mut,

das trauen sie sich nicht." - "Ha! Das ist es also."

 

"Amonedthorr, Niriel! Ich weiß wie wir uns entscheiden müssen. Wir müssen auch die dritte Aufgabe ablehnen." Niriel sieht mich zweifelnd an. Ich erkläre, daß ich die Geister belauscht hätte, und das sie erwarten daß wir uns nicht trauen, die Aufgabe abzulehnen. "Nun also, wenn ihr meint." Wir teilen den Moosweibchen unsere entscheiddung mit und es herrscht ein gespanntes Schweigen. Mir stockt das Herz. - Habe ich die Geister doch mißverstanden. Niriel, Amonedthorr und Trixom treten Schweißperlen auf die Stirn, auch sie sind auf das äußerste angespannt.

 

Dann ergreifen die Moosweibchen wieder das Wort: "Ihr habt alle drei Aufgaben abgelehnt." "Damit habt ihr die Prüfung bestanden!" "Laßt uns zusammen Feiern!" Mit einem Mal kommen auch die übrigen Waldbewohner herbei und bringen jede Menge Früchte und Getränke herbei. Die Moosweibchen überreichen uns Geschenke. Mir überreichen sie ein Bündel Kräuter, welches mir in der Natur nützlich sein soll.

Während des Festes fragt mich Amonedthorr, ob ich einen "Rätselmeister" kennen würde. "Du meinst Mizquitotl, den Magier? Natürlich habe ich

von ihm gehört." Der Schamane schaut mich ungläubig und überrascht an. "Er ist einer der bekanntesten Magier der Welt. Soweit ich weiß lebt er bereits seit über achthundert Jahre. - Seit dieser Zeit taucht sein Name zumindest regelmäßig in allen bedeutenden Veröffentlichungen auf. Verschiedenen Gerüchten zufolge soll er von Nahuata stammen. Andere Gerüchte besagen, daß Mizquitotl gar keine Person, sondern ein Titel sei, der immer auf den erfahrensten Nachfahren der Zauberfürsten von Uchana übergeht. Auf jeden Fall ist er geheimnisumwittert und lebt irgendwo im Süden."

 

Ich frage Amonedthorr, wie er auf den Rätselmeister gekommen sei, und er antwortet mit, daß er mit Niriel gesprochen habe. Dieser habe gesagt, daß sein Auftraggeber als "der Rätselmeister" bekannt sei.

 

 

 

 

Der Zirkel der Elemente

 

Nach dem Fest brechen wir auf, um endlich den Zirkel der Elemente zu erreichen. Die Bewohner des Karmodin weisen uns den Weg. Auf das Orakel angesprochen, sagen sie uns, daß wir einfach nur eine Frage stellen müßten.

 

Wir folgen einem schmalen Pfad und nach kurzer Zeit taucht vor uns eine Lichtung auf. Auf der Lichtung ragen fünf Steinsäulen auf. sie sind rund acht Meter hoch. Sie stehen im Kreis und bilden ein Pentagramm. In der Mitte ragt ein weiterer Steinriese auf, der die anderen etwa um das doppelte überragt. Vorsichtig nähern wir uns dem Steinkreis, nichts deutet auf irgend eine Gefahr hin, alles ist ruhig und friedlich.

 

Wir schauen uns die Ecksteine des Pentagramms genauer an, ohne jedoch den Zirkel zu betreten. In einigen Metern Höhe sind Metalltafeln angebracht. Auf ihnen sind die Symbole für Luft, Feuer, Wasser, Erde und Eis eingraviert. Sie ruhen auf einer Grundfläche von rund drei mal drei Metern. Man sieht ihnen an, daß sie bereits seit einer Ewigkeit hier stehen - An den Rändern und den Spitzen sind bereits einige Teile herausgebrochen. Der riesige Obelisk in der Mitte ist mit Schriftzeichen bedeckt, die wir aber nicht erkennen können, ohne den Kreis zu betreten.

 

Nachdem wir von außen nichts neues mehr herausfinden können, betreten wir vorsichtig den Steinkreis. Wir halten einen Moment den Atem an, doch nichts passiert. Wir erkunden den Steinkreis weiter. Die Schriftzeichen in der Mitte des Obelisken halten einen Teil der Geschichte fest. Niriel beginnt damit, Aufzeichnungen zu machen und bereitet Kohleabbilder vor. Das erinnert mich an meine Aufgabe und so hole auch ich meine Sachen aus dem Rucksack.

 

Währenddessen bekommen wir Besuch. Die geheimnisvolle Gestalt mit den blauleuchtenden Händen taucht auf. Sie steht neben dem Zirkel der Elemente und schaut ihn sich ebenfalls näher an. Als Amonedthor ihn fragt, wer er sei, so sagt er, daß er Ciquitotl sei. Er sei folge den Kraftlinien, die sich hier geballt kreuzen würden. Also ich denke, das er ein Druide ist.

 

Ich wende mich wieder dem Obelisken zu und setze gerade an, einen Teil der Schrift abzuzeichnen und fasse dabei den Obelisken an. In diesem Moment wird es um mich herum Dunkel.

 

Hrunidhyrs Falle

 

Plötzlich wird es hell. Aber irgendetwas stimmt ganz und gar nicht. Irgendetwas ist vor meinen Augen. Aber halt, was ist das? Ich war doch gerade noch am Obelisken und hatte ein Stück Pergament in der Hand. Jetzt sind meine Hände leer. Irgendwie schaut mich Amonedthorr seltsam und verständnislos an. Auch die anderen sehen mich seltsam an. Ich blicke mich um und erhasche einen Blick auf den davoneilenden Seelenwolf.

 

Amonedthorr spricht mich an, doch seltsamerweise nennt er mich Ireka, und es dauert eine Weile bis ich merke, daß er mich meint. "Aber ich bin es doch! - Sulvahîr!" rufe ich. Der Schamane stutzt, dann meint er; "Diese Bestie! - Er hat Wort gehalten, doch auf seine Art und Weise!" "Kann mir mal jemand sagen, was überhaupt passiert ist? Und was ist mit mir los? Und wer ist überhaupt diese Ireka, die du gerufen hast?"

 

Amonedthorr erzählt mir, was geschehen ist:

In dem Moment, wie ich den Obelisken berührte, sei ich zu einem Eisblock erstarrt, wie zuvor der Hammer Zogars. Kurz danach tauchte Hruindhyr auf. Er bot den anderen einen Tausch an: Er hatte meine Seele gefangen und würde mich nur im Austausch gegen Liovann wieder freilassen. Doch dann tauchte Ireka die Kiae in ihrer menschlichen Gestalt auf.

 

Auf zum Rätselmeister

 

Sie schlägt vor, den Herren Niriels, Mizquitotl aufzusuchen und ihn zu bitten, daß er meine, bzw. ihre Seele wieder befreie, da sie sich im Austausch für mich angeboten hat. Niriel meint, daß sein Meister wohl in der Lage wäre, dies zu tun, doch es sei eine andere Frage, ob er dies auch tun wolle.

 

Hruindhyr läßt sich auf den Tausch ein, von der Absicht, Mizquitotl herbeizuholen, weiß er jedoch nichts. Er verspricht, mich wieder frei zu geben und an meiner Stelle Irekas Seele festzuhalten. Sobald wir mit Liovann wieder hierher kommen, so verspricht er, will er die Kiae wieder freilassen. So finde ich mich also im Körper Irekas wieder.

 

Wir fragen Niriel, wo sein Meister beheimatet ist, und er sagt uns, daß er in Nahuata sein Domizil hat, da, wo wir gerade mehr oder weniger hergekommen sind, und wo Huracana den Schergen des Camazotz zum Opfer gefallen ist. Wir machen uns auf den Weg und reisen zügig bis nach Corinis. Dort finden wir nach einigem Suchen einen Kapitän, der bereit ist, in die Richtung zu fahren.

 

Die Pyramide des Rätselmeisters

 

Nachdem etwa zwei Monate seit unserem Aufbruch aus dem Karmodin vergangen sind, erreichen wir die Küste Nahuatlans. Der Elf fordert den Kapitän auf, eine Stelle an der Küste anzulaufen. Für uns und anscheinend auch für den Käpt'n sieht die Stelle aus, wie jede andere. Nichts deutet darauf hin, daß es hier etwas anderes gibt, außer dichtem Dschungel. Doch wir müssen Niriel vertrauen und landen an. Als das Boot, welches uns zum Ufer gebracht hat, wieder ablegt, habe ich das Gefühl, mitten in der Wildnis zu stehen. Doch der Elf geht zielstrebig auf eine Stelle im Dschungel zu. Nach einem kurzen Marsch durch das Dickicht stoßen wir auf einen Wildwechsel, dem wir eine Weile folgen. Nach etwa zwei Stunden Marsch durch den Dschungel taucht vor uns eine riesige Pyramide auf. Wir gehen um sie herum und sehen dabei, daß sie von jeder Seite eine andere Farbe besitzt. Außerdem sind die Wände mit Figuren, Ornamenten und Reliefs verziert, die in den Stein gemeißelt sind. Die Ostseite ist in rot gehalten. Die Nordseite ist schwarz und die Westseite leuchtet weiß. Die Südseite besteht aus blauen Steinen. Hier gibt es auch eine Treppe, die zur Spitze der Pyramide führt. Niriel ignoriert sie und führt uns zur Nordseite der Pyramide. Wir sollen die Wand hochklettern, die rund zwanzig Meter in die Höhe ragt.

 

Wir klettern an den Figuren hoch, die einen guten Halt bieten. Bald haben wir die Spitze der Pyramide erklommen und werden mit einem phantastischen Ausblick über den Dschungel belohnt. Die Pyramide ist hier oben abgeflacht und bildet eine mehrere Meter breite Plattform. In der Mitte befindet sich ein Schacht, dessen Grund wir jedoch nicht sehen können. Niriel zeichnet mit gelber Kreide ein Hexagon neben den Schacht. Als er damit fertig ist, nimmt er eine Schriftrolle - Ich frage mich, wo er die bloß alle her hat - und beginnt sie zu zitieren. Als er damit fertig ist, meint er zu uns; "Ihr müßt selber einen Weg hinein finden." Damit tritt er in die Mitte des Schachtes und schwebt langsam in die Tiefe.

 

Trixom hat ein zwanzig Meter langes Seil dabei, doch haben wir keine Möglichkeit, das Seil hier oben zu befestigen. Der Schamane klettert wieder herab, um einen starken Ast zu suchen, an dem wir das Seil befestigen können. Nach kurzer Zeit hat er etwas geeignetes gefunden und wir können das Seil fest machen und daran herab klettern. Wir haben Glück; das Seil reicht gerade bis über den Grund und wir kommen ohne Probleme am Grund des Schachtes an.

 

Unten erwartet uns Niriel. Er hat auch hier ein Sechseck auf den Boden gezeichnet. Er fordert uns auf, uns bei den Händen zu fassen. Wieder zitiert er eine Spruchrolle - dann finden wir uns unvermittelt in einer großen Halle wieder.

 

Die Halle wird von einem seltsamen Licht erleuchtet. Der Boden ist anscheinend aus Obsidian, auf jeden Fall ist er aus einem schwarzen glänzenden Material. An den Wänden befinden sich Regale, in denen sich eine ganze Reihe dicker Wälzer und Schriftrollen befinden. Auch andere Utensilien, die man zur Handhabung der arkanen Künste braucht, befinden sich hier. Am Kopfende des Saales befindet sich ein Thron, neben welchem ein zwei Meter hoher silberner Spiegel steht.

 

Den Mann, der auf dem Thron sitzt und einen Kelch mit Wein in der Hand hält, kann man nur als alt bezeichnen. Seine Haut spannt sich wie Pergament über seine Knochen und Muskeln. Der größte Teil von ihm ist jedoch durch kostbare Gewänder verhüllt. Niriel tritt vor und flüstert ihm etwas zu. Es muß Mizquitotl sein. Ich hätte nie gedacht, daß ich ihn je einmal sehen würde, und nun sehe ich ihn leibhaftig vor mir.

 

Er mustert uns dann spricht er mit erstaunlich fester Stimme:"Nun, hier seid ihr nun. Mein Schüler sagte mir, daß ihr ein Anliegen habt?"

Wir schildern ihm unser Problem und tragen unsere Bitte vor, uns in den Karmodin zu begleiten.

 

Ein seltsames Duell

 

"Warum sollte ich das tun?" "Nun," sage ich, "soweit ich weiß interessiert ihr euch für unbekannte und geheimisvolle Dinge. Da wäre der Karmodin doch genau der richtige Ort?" "Was glaubt ihr, warum ich Niriel dorthin geschickt habe? Doch ich schlage euch etwas anderes vor. Wir machen einen Wettkampf. Ich stelle euch fünf Rätsel und ihr stellt mir fünf Rätsel. Wenn ihr mehr Rätsel oder auch nur gleich viele Rätsel löst wie ich, so begleite ich euch in den Karmodin, wenn nicht, so werden wir sehen, was geschieht."

 

Wir überlegen und kommen zu dem Schluß, daß wir die Herausforderung annehmen. "Um euch noch einen Ansporn zu geben, mache ich jedem von euch ein Geschenk, wenn es euch gelingt, mich zu schlagen. Ihr habt jeweils fünf Minuten Zeit ein Rätsel zu lösen und wiederum fünf Minuten, um mir eins zu stellen. Ich werde beginnen. Jedes Rätsel wird nur einmal Vorgetragen."

 

"Hier nun das erste Rätsel:

Ihr seids gewiß in vielen Dingen

Im Tode seid ihrs nimmer mehr.

Derweil ihr lebt seid ihr es eben

In Geist und Angesicht.

Und weil ihr lebt seid ihr es eben

bis jetzt noch nicht."

 

Wir stecken die Köpfe zusammen, doch kommt uns keine Idee was es sein könnte. Viel zu schnell sind die fünf Minuten vorbei und der Rätselmeister fragt uns: "Nun, ich erwarte eure Antwort?" "Vielleicht menschlich!?" sagt Zogar etwas unsicher. "Nun nicht schlecht, aber falsch. Die richtige Antwort lautet 'verschieden'. Nun seid ihr dran."

 

Wieder stecken wir unsere Köpfe zusammen. Wir suchen nach einem Begriff, den wir verschleiern könne. Zogar sagt, "es darf aber nicht zu bekannt sein, sonst kommt er zu schnell drauf!" "Das ist es!" sage ich, "bekannt, das ist schön doppeldeutig." Auch Amonedthorr und Trixom sind von dem Begriff begeistert und fieberhaft suchen wir nach einer passenden Umschreibung.

 

"Nun, wie lautet euer Rätsel?" hallt es durch den Saal. "Nun denn, vernehmt unser Rätsel:

Viele sind es, viele nicht.

Viele haben es, manche zu ihrem Schaden.

Viele haben es nicht, auch zu ihrem Schaden."

So verkündet es Zogar dem Rätselmeister, der in tiefes Grübeln verfällt.

 

Nach fünf Minuten fragt Zogar nach:"Nun wie steht es mit eurer Lösung?" "Nun es ist ein schwerer Brocken, aber ich denke, ihr meint Reich ?"

"Nicht schlecht, aber trotzdem nicht richtig. Die Lösung lautet 'bekannt'!"

 

"Es steht Null zu Null, doch nun folgt das zweite Rätsel:

Die Sonne kochts, die Hand brichts, der Fuß tritt

es, der Mund genießt es."

Dabei nippt er wieder genüßlich an seinem Wein.

 

Wieder lassen wir unsere Köpfen rauchen. Relativ bald einigen wir uns darauf, daß Wasser die Lösung sein muß. Wir nutzen die restliche Zeit, um uns neue Rätsel auszudenken. Nach fünf Minuten meldet sich Mizquitotl wieder zu Wort:"Habt ihr eine Lösung gefunden?" Wiederum antwortet Zogar: "Nun wir denken, daß es sich um 'Wasser' handelt." "Ihr seid gut Zogar, doch auch dieses Mal liegt ihr, wenn auch knapp daneben. Die richtige Lösung lautet 'Wein'." Mit diesen Worten nimmt der Alte einen kräftigen Schluck aus seinem goldenen Pokal.

 

Wir überlegen uns unser nächstes Rätsel. Nach fünf Minuten fragt uns der Rätselmeister ob wir bereit seien, ihm das nächste Rätsel zu stellen.

Wieder stellt Zogar das Rätsel:

 

"Der Krieger braucht ihn gut,

der Adelige hat ihn gut.

 

Nach fünf Minuten hat es der Rätselmeister immer noch nicht erraten, und er tippt etwas kleinlaut geworden auf wiederum auf Reichtum, was jedoch nicht die richtige Lösung ist, wie ihm Zoger klarmacht. Die Lösung lautet 'Stand'.

 

Es steht immer noch Null zu Null. Nun stellt uns der Rätselmeister sein drittes Rätsel:

 

"Mein erstes, das ist die Sonne nicht,

Mein zweites bringt Wahres nicht ans Licht.

Drum geb ich oft nur trügerische Wonne

und stets ein ungewisses Licht."

 

Wieder rauchen unsere Köpfe und Zogar meint; "das erste könnte der Mond sein" " Hmm, dann wäre es möglich, das Mondschein gemeint ist, das würde passen, auch mit dem ungewissen Licht..." "Der Schein trügt! - Das würde auch passen!" "Ja, es muß sich um den Mondschein handeln! - Es kann nichts anderes sein."

 

Nachdem die fünf Minuten verstrichen sind, fragt uns der Rätselmeister:"Nun, habt ihr die Lösung?" Wiederum antwortet Zogar für uns:"Nun, ich denke schon, wir sind davon überzeugt, daß es auf dieses Rätsel nur eine Antwort gibt, und die lautet 'Mondschein'!"

 

"Wohl geraten! dieses Mal habt richtig geraten. Ich bin gespannt, auf euer nächstes Rätsel!" Wieder steken wir unsere Köpfe zusammen, um uns ein neues Rätsel auszudenken.

 

Nach fünf Minuten fragt uns Mizquitotl nach unserem dritten Rätsel. Diesmal trägt es Trixom vor:

 

"Ich bin in aller Munde

und auch in jeder Kunde.

Verbinden tu ich vieles auf der Welt,

auch Hruindhyr mich gefangen hält."

 

Mizquitotl macht ein ziemlich verdrossenes Gesicht und versinkt in Gedanken. Nach fünf Minuten wendet er sich uns wieder zu. "Nun das ist ein dicker Brocken, ich denke, daß ihr die 'Seele' meint?" "Falsch, es ist das Wörtchen 'und', welches wir suchen." Damit steht es Eins zu Null für uns, doch noch kommen jeweils zwei Rätsel, und der alte Magier stellt uns auch schon das Nächste:

 

"Es ist fremd den Bewohnern

von Erde, von Wasser, von Luft und von Licht,

geschaffen wurd's nicht vom göttlichen Sein,

und wenn es dir fehlt, ist alles dein."

 

Zum vierten Mal beginnen unsere Köpfe zu rauchen. Nach fünf Minuten fragt uns der Rätselmeister:"Wohlan meine Freunde, was ist zu meinem Rätsel eingefallen?" - "Nichts!" antworten wir. "Das ist richtig. Nun stellt mir euer viertes Rätsel!"

 

Trixom hat bereits ein neues Rätsel, welche er nun vorträgt:

 

"In der Ziviliation findet man sie häufig,

sie verbinden das Leben und Natur,

In freier Wildbahn ragen Paarweise sie empor."

 

Der Rätselmeister überlegt. Dabei mustert er uns kritisch. Eine Weile bleibt sein Blick beim Schamanen hängen, dann wendet er seinen Blick wieder ab. Nachdem die Zeit um ist, fragt Trixom, ob er die Lösung wisse. Etwas verunsichert antwortet der Rätselmeister: "Löffel?!" "Das stimmt, damit steht es zwei zu eins" anwortet der Glücksritter.

 

"So vernehmt nun mein letzes Rätsel:

 

Ich bin im Feuer, doch nicht in der Glut,

ich bin im Wasser doch nicht in der Flut,

bin stets auf Erden doch nie am Boden,

in Gräbern und Grüften, doch nie bei den Toten."

Wir überlegen hin und her, was damit gemeint sein könnte, doch uns fällt nichts ein. Doch dann fällt mir auf, das der Buchstabe "R" in jedem Wort steht, wo zuvor ein "Ich bin" vorsteht, aber in den Worten, vor denen "aber nicht" steht, nicht vorkommt. Ich mache die anderen darauf aufmerksam. " Hmm, aber was ist mit der Erde, da steht 'auf' und nicht 'in'." "Nun, aber es ergibt als einziges Sinn, und vielleicht soll das ganze nur zur Verschleierung dienen!?"

 

Nun die Zeit läuft ab und Mizquitotl fragt uns nach der Lösung. Ich sage:"Nun, Meister der Rätsel, wir denken, daß es sich um den Buchstaben 'R' handelt." "Dies ist gut gedacht, ihr habt damit mein letztes Rätsel gelöst. Nunmehr laßt mich euer letztes Rätsel hören!"

 

Wir überlegen und haben bereits ein halbes Dutzend Rätsel verworfen. "Verworfen, das ist es! Laßt uns zusammen ein Rätsel stellen dessen Lösung 'verworfen' ist!"

 

Wir stellen dem Rätselmeister das folgende Rätsel:

 

"Vieler Menschen Tun es ist,

und was es ist, das ist nichts mehr.

Durch ihr Tun sind's die Menschen ganz allein,

Den Dingen wird's zuteil durch andre.

Auch die Erde ist's manchmal von ganz allein."

 

Der Rätselmeister schaut uns kurz an und versinkt dann in tiefes Nachdenken. Nachdem seine Zeit abgelaufen ist. "Nun das war ein schweres Rätsel, und es sieht so aus, als müßte ich euch eure Belohnung geben und euch in den Karmodin begleiten."

 

Zurück in den Karmodin

 

Mizquitotl sucht einige Gegenstände aus dem Regal. Es sind ein paar Amulette und eine Schpruchrolle, die er uns aushändigt. Dann gibt er Anweisung, den großen Spiegel in eine große Decke zu hüllen. Er läßt Niriel ein Hexagon auf den Boden zeichnen, und, als dieser damit fertig ist, fordert Mizquitotl uns auf, uns bei den Händen zu fassen und einen Kreis in dem Sechseck zu bilden und den Spiegel mit einzubeziehen. Dann murmelt er ein paar Worte, und wir finden uns auf der Spitze der Pyramide wieder. Wir schleppen den Spiegel durch den Dschungel und schiffen uns wieder nach Corinnis ein.

 

Nach einem Monat auf See erreichen wir Corinnis, wo wir am nächsten Tag mit einem Flußschiff weiter nach Tidford reisen. Über Land reisen wir weiter nach Sheila. Am nächsten morgen brechenwir auf in den Karmodin. Als wir merken, daß wir dort angelangt sind, die Bäume verstellen uns zunehmend den Weg, breitet Mizquitotl seine Arme aus und ruft ein paar Worte in einer mir unbekannten Sprache. Daraufhin weichen die Bäume zurück und vor uns tut sich ein Weg auf, der direkt zum Zirkel der Elemente führt.

 

Ohne Probleme erreichen wir den Zirkel der Elemente, wo mein Körper immer noch als Eisblock am mittlerren Obelisken klebt. Mizquitotl weist uns an, den Spiegel an einer bestimmten Stelle in einem bestimmten Winkel aufzustellen. Und beginnt seine Vorbereitungen. Währenddessen taucht eine Kiae auf. "Wir Bewohner des Karmodin sind in der letzten Zeit nicht untätig gewesen und haben unsere gesamte Kraft in dieses Stilett gelegt. Vielleicht braucht ihr es, wenn die Zauberrei Mizquitotls fehlschlagen sollte. Sie hält es vor mir, als wolle sie es mir genauer zeigen, dann stößt sie zu. Ich fahre zusammen und erwarte den beißenden Schmerz des Stahls in meinem Bauch zu verspüren, doch dieser bleibt aus. "Das Stilett wirkt nur gegen unbeseelte Wesen und ihr könnt ihn nur einmal einsetzen. Doch nun muß ich euch verlassen. - Viel Glück bei eurem Vorhaben!" Mit diesen Worten verschwindet sie.

 

Ein Kampf zwischen zwei Legenden

 

Inzwischen hat Mizquitotl seine Vorbereitungen abgeschlossen und beginnt das Ritual mit dem Ausruf: "Mein ist die Macht des Karmodin!"

 

Plötzlich taucht eine weißhaarige Gestalt auf. Es ist Sri Lasha, die Nathir-Priesterin aus Sheila und Reinkarnation Liovanns. Amonedthorr fragt den Magier, warum er das mache und dieser antworte, er müsse Hruindhyr ja mit irgend etwas ködern. Da ist aus der Ferne bereits ein markerschütterndes Geheul zu hören - der Seelenwolf!

 

Dann taucht er auf. Der Alte Magier deutet mit seiner Faust auf ihn und murmelt einige fremde Worte. Der Seelenwolf, der auf den Magier zugesprungen ist stockt und man kann sehen, wie er gegen eine unsichtbare Macht ankämpft. Niriel unterstützt seinen Meister bei dem Kampf. Es scheint, als beziehe der alte Magier seine Kraft aus dem Spiegel.

 

Sri Lasha schleppt sich erschöpft und verwirrt aus dem Zirkel heraus und Amonedthorr eilt zu ihr. Da ruft Trixom etwas unverständliches und fuchtelt aufgeregt in der Luft herum. Da sehe ich, was ihn so aufregt, Ein Baumgeist oder etwas ähnliches kommt auf uns zu und greift Trixom an. Es bewegt sich in Richtung Spiegel und scheint diesen zerstören zu wollen. Zogar greift in den Kampf ein und versucht den Baumgeist aufzuhalten. Ihm habe ich auch das Stilett gegeben, da er damit wohl mehr anfangen kann als ich.

 

Der Baumgeist setzt den beiden kräftig zu. Dann löst sich Trixom und ruft, daß wir den Magier aufhalten sollen. Er nähert sich Niriel und versucht ihn anzugreifen. Ich schreie ihn an, "was soll das? Bist du verrückt geworden?" Er holt mit seinem Zweihänder aus und schlägt nach dem Elfen, ohne ihn jedoch zu treffen. Das ist zuviel, ich hole aus und meine Faust landet in Trixoms Gesicht. Daraufhin schaut er mich wütend an und wendet sichwieder dem Baumgeist zu, der inzischen einige schwere Treffer durch Zogar erhalten hat.

 

Ich schaue mir den Spiegel auf magische Art und Weise an und erschrecke! Es scheint, als wolle sich durch den Spiegel etwas dunkles und gefährliches einen Weg in die Welt bahnen. "Der Spiegel! Zogar, du mußt den Spiegel zerstören! Von ihm geht eine große Gefahr aus! Nimm das Stilett!"

 

Zogar versucht sich von dem Baumgeist zu lösen, doch gelingt ihm das nicht. Mit Amonedthorrs Hilfe gelingt es schließlich, den Baumgeist zu besiegen. Zogar wendet sich dem Spiegel zu. doch in diesem Augenblick tauchen wie aus dem Nichts 5 Kämpfer auf, die sich gegen Amonedthorr, Zogar und Trixom wenden. Gleichzeitig taucht ein weiterer Wolf auf, der aber zu meiner Überraschung auf unserer Seite zu stehen scheint.

 

Inzwischen mußte Hruindhyr immer weiter zurückweichen, und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Mizquitotl ihn niedergerungen hat. Doch in mir keimt der Verdacht auf, daß der Magier es gar nicht darauf abgesehen hat den Seelenwolf dazu zu bringen, meine Seele freizugeben, sondern daß er die Macht über den Zauberwald erlangen will, rief er nicht "Mein ist die Macht des Karmodin?" Die Gestalten, die aufgetaucht sind greifen uns weiter an. Zogar, der von drei Kämpfern zugleich angegriffen wird, gelingt jedoch ein Treffer auf den Spiegel. Dieser zerbirst mit einem großen Krach und die Splitter des Spiegels sind in einem großen um Kreis verstreut. Das Stilett in Zogars Hand ist verschwunden.

 

Mizquitotl, der den Seelenwolf fast besiegt hatte, stutzt. ebenso Hruindhyr. Dann verwandelt sich der alte Magier in eine Fledermaus und fliegt von dannen. Hruindhyr wendet sich Sri Lasha zu, die immer noch neben dem Zirkel liegt. Ein Teil von ihr verwandelt sich in eine weiße Wölfin und zieht mit Hruindhyr in die Wälder. Sri Lasha selbst verliert ihre weißes Haar. Ich finde mich unvermittelt am mittleren Obelisken wieder und mir ist ziemlich kalt.

 

 

Lose Enden

 

Niriel ist auf einmal gar nicht mehr hochnäsig, sondern versucht so wenig wie möglich aufzufallen. Der Wolf, der uns geholfen hat verwandelt sich in einen Menschen. Amonedthorr erkennt ihn als denjenigen wieder, den er im Wald mit einer Pfeilwunde behandelt hat. Es stellt sich heraus, daß er der Sohn Liovanns/Sri Lashas ist und seiner Mutter zu Hilfe eilte. Er sagt uns auch, das Niriel ein Dunkelelf sei und ist verwundert, daß wir dies nicht bemerkt haben. Niriel war es auch, der ihn verwundet hat.

 

Wir schauen uns nach Niriel um, doch der hat sich heimlich still und Leise aus dem Staub gemacht. Wir wollen gerade gehen, als mir plötzlich etwas einfällt:"Amonedthorr, sagt weswegen sind wir eigentlich in den Karmodin gezogen, wolltet ihr nicht das Orakel befragen?" "Oh, fast hätte ich das vergessen!"

 

"Wie können wir die schwarzen Schiffe aufhalten, die uns in der Vision Camazots offenbart wurden?"

Von allen Seiten ertönt plötzlich eine Stimme, die davon spricht, daß uns der "Funke der Götter" zur Quelle der Dunkelheit führen wird und die "goldene Feder" uns bei dem Kampf dagegen helfen würde.

 

Ich vermute, daß es sich bei dem "Funken der Götter" um das Amulett handelt, welches Amonedthorr von der neuen Königin der Huahahatschies erhalten hat, und welches der tote König um Hals trug. Es leuchtet sei dem Moment seit dem die Sonne das Herz der Finsternis erleuchtete. Mit der "goldenen Feder" ist anscheinend ein Kriegerorden gemeint, den Syvann seit langer Zeit sucht. Doch da müssen wir ihn nochmal fragen, was es damit auf sich hat, wenn wir ihn wieder begegnen. Allmählich machen wir uns auf den Rückweg nach Sheila, wo der Shamane verkündet, daß er noch für eine Weile im Karmodin verweilen will, "um von den Geistern zu lernen," wie er sagt. Zogar und Trixom reisen zur Burg Elrohirs und ich mache mich wieder auf den Weg nach Corinnis, um in der Gilde des blauen Vogels Bericht zu erstatten.