Midgard-Kampagne

 

Schriftzeichen der Zweiten

Weltendämmerung

 

Das Zweite Gesicht

 

Datum: Juli 1994

 

Regie:

Thomas Stein, André Paus

 

Starring:

Alessandro Fillipetti als Sulwahîr, Magier,

Thomas Koch als Trixom Kojol, Glücksritter
Malte Thoma als Tuilja, Gauklerin

in den Nebenrollen:

Amonethorr, Schamane von den Vulkaninseln

Huracana, Barbarin von den Vulkaninseln

Gundar MacBeorn, Händlerfürst von Corrinis

Finn Aonai, inoffizieller Sohn Gundars, Steuermann und Abenteurer

 


 

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Unter dem ersten, verfrühten Schnee des kommenden Winters wirkte Corrinis wie in einem friedlichen Schlummer. Geräuschlos umwirbelten Schneeflocken in der Dunkelheit die Türme der Burg Corrinis, fegten über den verlassenen Marktplatz, hinterließen in den Gassen eine dünne Schicht schmelzenden Schnees und ließen von den Fenstern nur kleine, im warmen Licht der Kaminfeuer schimmernde Öffnungen frei.

Hinter einem Fenster des Gasthauses Zur Königlichen Hoheit betrat gerade ein Südländer mit einem Eimer glühender Kohle einen Raum und schüttete sie auf ein Kohleschale. Dann kramte er in seinem Rücksack, holte diverse Beutelchen heraus, warf sich einen eigenartigen schwarzen Fellumhang über und setzte sich schaudernd und leise fluchend vor den Grill. Schließlich stimmte er einen Singsang an, warf Pulver aus einigen der Beutel in die Glut und dichte, farbige Rauchschwaden stiegen empor. Sein Gesang erstarb, nur noch die Lippen bewegten sich geräuschlos, während auf seinem Gesicht viele Mienen sich in schneller Folge ablösten. Nach einiger Zeit erstarrte sein Gesicht plötzlich. Seine Augen waren entsetzt weit aufgerissen. Dann sank sein Körper zu Boden.

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Nicht allzuweit entfernt, in einer düsteren Gasse von Corinnis, lauerte eine dunkel gekleidete Gestalt in einem schattigen Winkel. Als sich leises Keuchen und das Stapfen schwerer Schritte näherte, verschmolz sie mit dem Schatten hinter ihr. Ein in dicken Wintersachen vermummter Mann kam um die Ecke und passierte gerade den Schatten, als er aus dem Augenwinkel das Blitzen des Dolches sah. Doch es war schon beinahe zu spät. Der Dolch schoß aus dem Dunklen hervor und traf den Mann am Hals. Aber er traf nicht so, wie er sollte. Der Mann konnte die düstere Gestalt von sich stoßen. Er stolperte blutend und röchelnd davon, aber er kam nicht weit, denn die Wunde war tödlich. Er sank zu Boden, und versuchte panisch noch weiterzukriechen.

Die schwarze Gestalt hinter ihm stieß einen Fluch aus und eilte dem Mann hinterher. Mit einigen Schritten hatte sie ihn bereits eingeholt und beugte sich über ihn, um ihm den Todesstoß zu geben, als zwei Männer, einer in einem weiten Mantel, und eine Frau die Gasse passierten und Zeugen der Szene wurden. Fluchend floh der Schwarze. Der Mann im Mantel eilte zu dem am Boden liegenden Verletzten, während die anderen beiden der Gestalt nachsetzten. Er rollte den Verletzten vorsichtig auf den Rücken, die Wunde am Hals sah furchtbar aus, aus dem Mund rann Blut. Röchelnd brachte der Sterbende noch hervor:

"Mein Herr...ich habe ihn...oh, diese Verbrecher... was sie wohl mit ihm...wo er wohl ist...bitte helfen Sie ihm!"

Dann erlosch das Leben in seinen Augen.

Er hatte dem Toten gerade seinen Mantel über das Gesicht gezogen, als die anderen beiden zurückeilten.

"Wir haben ihn verloren!", rief die Frau atemlos.

Er blickte zu ihnen auf:" Tuilja, Trixom! Es ist zu spät. Er ist tot."

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Tuilja, Trixom und Sulwahîr hatten sich immerhin seit fast einem halben Jahr nicht mehr gesehen und es vieles war seither geschehen. Nachdem in dem Aufruhr am Mittsommertag in Tidford Gardwain MacConuilh gestürzt worden war, sprach sich die Nachricht wie ein Lauffeuer in den umliegenden Dörfern und Städten herum. Aus der Umgebung strömten viele Menschen herbei, um das Ende der Herrschaft Gardwains zu feiern. Aber viele kamen wohl auch, weil sie den Gerüchten nicht glauben konnten und sich mit eigenen Augen davon überzeugen wollten, daß tatsächlich die Legende wahr geworden und Elrohir MacConuilh zurückgekehrt war. Obwohl er bei dem Duell gegen Gardwain schwer verletzt worden war, bestand er darauf, sich den Menschen noch am selben Abend zu zeigen. Die Fürsten der beiden Städte Galenstead und Irenspring kamen, um ihrem neuen Baron den Treueid zu leisten. Und selbst aus den Städten Corrinis, Indairne und dem fernen Beornanburgh kamen Gesandte, um ihren Baronen Kunde von den Geschehnissen zu bringen. Das Oberhaupt des Städtebundes des Weald sandte Botschaft, in der er seine Freude über den Herrscherwechsel bekundete, hätte doch die Eroberung von Tidford, die, wie sich später aufgrund der Korrespondenz von Gardwain herausstellte, nahe bevorstand, dem Clan Conuilh übermäßig viel Macht gebracht.

Gardwain aber wurde aber zusammen mit seinen Schergen verbannt. Niemand wußte, wohin er ging, und im Grunde interessierte es auch niemanden. Da Preorlas während des Attentats auf Elrohir zu Tode gekommen war, löste sich auch seine Graue Garde wie ein böser Spuk in Luft auf. Die Oberen der Garde verließen den Hof und dürften in jenen finsteren Zeiten keine Probleme gehabt haben, ihre Fähigkeiten in den Dienst anderer Herrscher zu stellen. Die restlichen Mitglieder durften, so sie wollten, an Elrohirs Hof bleiben. Die Gardisten blieben ebenfalls im Dienste der Conuilhs, sofern sie sich in der Zukunft nichts zuschulden kommen lassen würden. Lugh MacConuilh, der alte Anführer der Leibgarde unter Ythelwin, der sich während der Herrschaft Gardwains nach Tidford abgesetzt und versuchte hatte Widerstand zu organisieren, achtete als neuer Anführer der Gardisten höchstpersönlich darauf, daß sich die Verhältnisse bei den Gardisten wieder besserten. Auch Kaja NiConuilh blieb die Hofmagierin des Clans. Obwohl sie unter Gardwains Herrschaft nicht gerade gelitten hatte, hatte sie viele Freunde, die es nicht zugelassen hätten, hätte Elrohir sie vom Hofe schicken wollen. Aber es gab wohl niemanden am Hof, der sich über den Wechsel mehr gefreut hätte, als die Heilerin Camrane, die einzige, die bis zuletzt an eine Rückkehr Elrohirs geglaubt hatte.

In der folgenden Zeit gab es viel für Elrohir zu tun. Vieles lag in der Stammburg der Conuilhs im Argen. Schmarotzer und Aasgeier hatten Schlupfwinkel auf Burg Conuilh gefunden und sich durch ein Netz von Intrigen und Abhängigkeiten festgesetzt. Es war nicht einfach zwischen den gut gesonnenen und böswilligen zu unterscheiden und jene vom Hofe zu jagen.

Auch gab es viele Gardwain wohlgesonnene, reiche Gutsherren, die von ihm mit Unfreien belohnt wurden, die auf den Höfen Frondienst zu leisten hatten. Unter den Versklavten waren viele Menschen, die Gardwain im Wege gestanden hatten, oder denen er aus bloßer Willkür die Freiheit genommen hatte. Zu diesen gehörten auch die Familien von Trixom und Sulwahîr.

Schon am Tage nach dem Sturz Gardwains waren Trixom und Sulwahîr mit einigen Elrohir wohlgesonnenen Gardisten zu Burg Conuilh gereist, um nach deren Verbleib zu forschen. Zu der Zeit hatte die Nachricht von der Niederlage Gardwains noch nicht die Burg erreicht. Man war zwar unruhig geworden, da der Hofstaat noch nicht zurückgekehrt war, doch als Trixom im Namen von Baron Elrohir MacConuilh Einlaß forderte, verspottete man sie und wollte sie in den Kerker werfen. Als Trixom die Insignie Feondslaga zog, die Elrohir als Zeichen seiner Herrschaft mitgegeben hatte (was eine außerordentliche Auszeichnung war), kam es zum Kampf. Doch die ärgsten Feinde Elrohirs hatten erkannt, daß sie verloren hatten. Und als sie im Galopp von der Burg flüchteten gaben auch Gardwains Gardisten auf.

Schließlich fanden sie einen Gardisten, der sich an die Familien aus Barainholm erinnerte, und auch wußte, wohin sie verschleppt worden waren. Niemals werden Trixom und Sulwahîr den Moment vergessen, als sie ihre Eltern und Geschwister aus der Gefangenschaft befreiten.

Aber dieses war nur ein Teil des Unrechtes, das Gardwain zu verantworten hatte. In der Zeit nach der Rückkehr zu Burg Conuilh wurden viele Untaten aufgedeckt. Gardwain hatte scheints auch Freunde außerhalb seiner Baronie gehabt. Es fanden sich Briefe die nur mit einem D. signiert waren. In einem der Briefe fand sich auch die Aufforderung, die Familien eines Trixom Kojol und Sulvahîr's, die in dem Dorf Barainholm leben sollten, unter einem Vorwand gefangen zu nehmen und Trixom und Sulwahîr selbst zu töten. Erst später wurde auch ein Geheimfach entdeckt, das eine Schriftrolle mit einer Schrift enthielt, die weder Elrohir noch Kaja oder Camrane entziffern konnten. Es waren dieselben Schriftzeichen, die sie schon bei der Hexe in Llansilin und auch in dem Zimmer des Zauberers Thalion gefunden hatten. Keiner wußte, was das zu bedeuten hatte, aber alle waren sich einig, das es äußerst beunruhigend war. Irgend jemand hatte Gardwain unterstützt, und wenn jetzt auch ein Sieg errungen war, so war zu befürchten, daß das nicht der endgültige Sieg gewesen war.

Die Gefährten Elrohirs, die seit seiner Flucht aus dem Barbarendorf Llansilin zu ihm gestanden hatten, fanden nach all den Abenteuern, in die sie in den vergangenen Jahren unentwegt gestolpert waren, endlich in Burg Conuilh zu Ruhe und Sicherheit. Sie fanden dort außerdem Zeit, ihren Interessen nachzugehen, und geduldige Lehrer, die ihnen den Umgang mit Waffen beibrachten oder ihnen Wissen vermittelten. Auch konnte Elrohir auf einer Reise nach Corrinis (diesmal offiziell und nicht als Verschwörer, wie noch vor einem Jahr) bei Baron Bogardin IV. MacAelfin ein Wort für Sulwahîr einzulegen, dessen Wunsch es war, ein Mitglied der Magiergilde des blauen Vogels zu werden. So kam es, daß Sulwahîr endlich die Möglichkeit bekam, jenseits der Bauernhexerei, die er bisher gelernt hatte, systematisch das Studium der Magie zu betreiben. Und genau die feierliche Aufnahme in die Gilde war der Grund, weswegen seine Freunde Tuilja, Trixom und Amonethorr von Burg Conuilhmir nach Corrinis gereist waren.

All das und noch vieles mehr hatte es an diesem Abend zu erzählen gegeben, als sich die Freunde nach so langer Zeit endlich wieder zum "Fingerstechen" in der Fauchenden Katze getroffen und bis zur Sperrstunde gefeiert hatten. Doch jetzt war die ganze Heiterkeit verflogen und sie standen entsetzt im Schneeregen vor dem Toten.

Es war still. Nur das Kläffen eines Hundes wurde von vom Wind aus der Ferne herbeigeweht.

Schließlich überwandte Tuilja die Starre. "Wir können nicht hier stehen bleiben! Wir sind alle Fremde in dieser Stadt, man wird uns diesen Mord anhängen, wenn wir hier nicht schleunigst verschwinden!"

Auch in die anderen beiden kam jetzt wieder Leben. Trixom bückte sich und inspizierte den Toten. Er fand zwei Beutel und nahm sie an sich. Dann blickten sich die drei noch mal um, noch immer regte sich nichts. Schließlich liefen sie lautlos davon. Sulwahîr zur Gilde und Trixom und Tuilja zum Königlichen Hoheit, wo sie sich mit Amonethorr einquartiert hatten. Amonethorr hatte schon am Nachmittag Sulwahîr begrüßt und war heute abend in seinem Zimmer geblieben, da er den Geistern opfern und sie befragen wollte. Tuilja und Trixom hatten sich im Schlafsaal einquartiert, so daß ihnen keine Möglichkeit mehr bot, über das Geschehene zu reden.

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Schwarze Wolken mit einem leuchtenden silbernen Rand jagen über dem Himmel und verdecken den Vollmond wie undurchdringlicher schwarzer Samt. Über die Grasebene am Rande des Waldes fegt der Wind wie über ein düsteres Meer. In das Rauschen des Windes mischt sich das Jaulen von Hunden.

In der Ferne kann man einen Mann aus dem Dickicht des Waldes hervorbrechen sehen. Einige Momente später sieht man eine Meute von Hunde , die hinter ihm her hetzen. Der Abstand schrumpft. Der Tod des Mannes scheint sicher. Bei der Eiche, die alleine auf der Ebene steht , stellen sie ihn. Der größte unter den Hunden fällt den Mann an. Er ist von der Flucht geschwächt und fällt zu Boden.

Der Hund will gerade die Kehle herausreißen, da wird er von einem gewaltigen Arm davongefegt. Ein großes, monströses Wesen, nicht Mensch, nicht Tier, von dichtem schwarzen Fell bedeckt, stellt sich über den Mann und stößt eine ohrenbetäubendes Brüllen aus. Die Hunde weichen knurrend zurück, aber sie scheinen ihre Beute nicht aufgeben zu wollen.

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Am nächsten Morgen (es war Cuindag oder Fünfttag der 1. Trideade im Wolfsmond) hatten sie beim Frühstück Gelegenheit, die Ereignisse der letzten Nacht zu besprechen. Silwen tischte ihnen gerade ihr Frühstück auf.

"Habt ihr schon gehört?", fragte sie, "Hier ganz in der Nähe wurde heute nacht ein Mann getötet."

Trixom und Tuilja tauschten Blicke aus.

"So?" antwortete Trixom möglichst unbefangen. "Und wer war der Tote?"

"Breowan, der Hausdiener von Gundar MacBeorn. Wohl ein Raubmord, da dem Armen sein Geld gestohlen worden ist. Wenn ich diese gemeinen Typen zu fassen kriegen würde, ich würde die, ich würde die,... zerkratzen und beißen!"

Silwen wollte wohl sich wohl noch viel schlimmere Sachen einfallen lassen, aber sie wurde zu einem anderen Tisch gerufen.

Tuilja blickte Trixom grinsend an: "Ich sage dir, du befindest dich in großer Gefahr. Gardwain und seine Graue Garde waren nichts gegen die Rache Silwens."

"Immer mit der Ruhe, ich habe den Mann ja nicht getötet, sondern lediglich ... Indizien gesammelt".

"Dann hol doch mal die Indizien hervor!"

Trixom kramte aus seinen Taschen die beiden Beutelchen hervor, aber blickte sich noch einmal ängstlich um, bevor er sie auf den Tisch heimlich öffnete. In einem befanden sich die Geldstücke, immerhin 50 Argent. Im anderen war ein Schlüsselbund, mit einem runden Stück Leder auf dem in drei Farben von unten nach oben die Buchstaben "GMB" aufgestickt waren. Sie packten alles wieder schnell weg.

"Was jetzt?", fragte Trixom, "Sollen wir uns da einmischen? Im Grunde geht uns das ja nichts an."

"Ich weiß nicht.", antwortete Tuilja, "irgendwie wurmt mich das ja. Dieser, wie hieß er noch, Breowan hat uns ja immerhin mit seinen letzten Worten gebeten, seinem Herrn zu helfen. Wir sollten Sulwahîr und Amonethorr fragen. Wo ist Amonethorr überhaupt? Er ist doch sonst immer so früh auf."

Beide waren ein wenig unruhig, also ging Trixom nach oben und klopfte an Amonethorrs Tür, hinter der es nach exotischen Kräutern stank. Die Tür war nicht abgeschlossen, also trat Trixom Ungutes ahnend ein und schrie laut auf, denn er sah seinen Freund vor der Kohleschale wie tot auf dem Boden liegen. Tuilja eilte erschrocken die Treppe herauf. Gemeinsam nahmen sie Amonethorr auf und legten ihn vorsichtig auf sein Bett. Er war noch nicht tot, aber schien in einer Art Koma zu liegen. Noch immer waren seine Augen weit aufgerissen.

"Da stecken mit Sicherheit seine verdammten Hexereien dahinter!", fluchte Trixom.

Sie benetzten sein Gesicht mit Wasser, gaben ihm Ohrfeigen und schüttelten ihn, aber es half nichts. Inzwischen war auch Sulwahîr eingetroffen, aber auch er wußte keinen Rat. Schließlich eilte er zu dem Nathir-Tempel, deren Priesterinnen er von seinem letzten Besuch in Corinnis kannte, da Amonethorr sich eher zum Glauben der Heilerinnen gezogen fühlte, als zu den Göttern Albas. Aber auch sie konnten nicht helfen; alles was sie tun konnten, war, ihnen einige Kräuter dazulassen, die, in heißem Wasser aufgegossen, die stickigen Dämpfe vertreiben konnten. Silwen bot sich an, ab und zu bei Amonethorr nach dem rechten zuschauen.

Tagsüber mußte Sulwahîr dann wieder zur Gilde, da er bis zur feierlichen Aufnahme am Ljosdag, also in neun Tagen, noch tägliche Pflichten zu erfüllen hatte. Als er am Abend dann wieder in der Königlichen Hoheit eintraf, saßen seine Freunde beim Bier am Tisch. An Amonethorrs Zustand hatte sich nichts geändert, und sie besprachen, was weiter zu tun sei.

"Hast du irgend etwas neues erfahren?" fragte Trixom Sulwahîr.

"Nicht sehr viel, ich habe nicht allzuviel Zeit, wenn ich in der Gilde bin. Möglicherweise kann uns die Vraidos-Sekte weiterhelfen. Das ist, wie ihr wißt, der neue Mysterien-Kult, den es auch hier in Corinnis gibt. Seine Anhänger berufen sich auf den Mythanen Vraidex, der vor langer Zeit in Illyion gelebt haben soll. Nach dem Tode seiner Geliebten Deidre soll er wahnsinnig oder zum Gott geworden sein, das ist Anschauungssache. Die Vraidos-Anhänger glauben natürlich das letztere. Der Glaube ist mittlerweile recht verbreitet, sogar der König MacBeorn soll den Glauben angenommen haben. Aber es ist schwierig an die Sekte heranzukommen, da sie sich verschwiegen geben und keinen öffentlichen Tempel haben. Vraidos' Macht soll besonders auf Illusionen und Träume beruhen. Deswegen wäre das ein Gedanke wert."

"Also sich so zwielichtigen Träumern anzuvertrauen, darauf gebe ich nicht viel.", sagte Tuilja. "Aber ich habe gehört es solle hier eine Schamanin aus Amonethorrs Land geben, die sich auf Zauberei und derlei versteht."

"Oh je, lieber nicht", sagte Sulwahîr, "ich glaube, die habe ich gerade getroffen. Wir waren gerade auf der Straße ineinander gelaufen; sie hat mir die fürchterlichsten Flüche an den Hals gewünscht, weil ich ein bösartiger Rüpel sei, der keinen Respekt vor in Ehren ergrauten, weisen Frauen habe. Dabei hatte sie eine solche Alkohol-Fahne, daß auch ich beinahe in ein Koma gefallen wäre!"

"Kann Amonethorrs Koma vielleicht etwas mit dem Toten zu tun haben?", überlegte Trixom. "Ich meine, das ist doch merkwürdig: erst dieser Breowan, und in der gleichen Nacht Amonethorr. Mein Vater, der auch Glücksritter war, hat immer gesagt: 'Zwei Äpfel fallen selten zur gleichen Zeit.'"

Tuilja stimme ihm zu: "Wir sollten auf jeden Fall ein paar Erkundigungen über diesen Breowan einziehen. Ich weiß gar nicht was er damit meinte: 'Mein Herr ... helft ihm' Soweit ich weiß ist Gundar MacBeorn bisher noch gar nichts passiert. Irgendwas mußte Breowan erfahren haben, weswegen er sterben mußte."

Sulwahîr zuckte mit den Schultern. "Vielleicht auch nur ein paar verwirrte Worte, er starb ja, vielleicht hat er nur phantasiert."

So sprachen sie noch den Abend und beschlossen, abzuwarten, was mit Amonethorr passiert, in der Hoffnung, daß er möglicherweise von alleine genesen würde. Am nächsten Tag wollten sie versuchen mehr über Gundar MacBeorn in Erfahrung zu bringen.

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Eine Gestalt sitzt alleine auf einer nächtlichen Waldlichtung. Über Ihr jagen dunkle Wolken über den Himmel und geben nur gelegentlich den Blick auf die volle Scheibe des Mondes frei. Weit entfernt ertönt ein markerschütterndes Heulen. Es nähert sich langsam. Erschrocken greift der Mann nach seiner Waffe. Das Heulen kommt immer näher. Ein kalter Schauer läuft ihm über den Rücken, und sein Herz schlägt ihm bis zum Hals. Er wendet sich zur Flucht.

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Der nächste Tag brachte nicht viel Neues. Sulwahîr lies sich nur einmal kurz morgens blicken und hatte den restlichen Tag in der Gilde zu tun. Tuilja und Trixom streiften den Tag durch Corinnis, in der Hoffnung, Informationen über Gundar MacBeorn zu gewinnen. Als sie zu Mittag in der Bärenkralle saßen, sprachen sie einen Besucher auf das Kürzel "GMB" an, das sie an Breowans Schlüsselbund gefunden hatten. Sie erfuhren, daß Gundar dieses Kürzel für seinen Namen benutze. Sie besaßen also immerhin Schlüssel zu seinem Haus, was sich noch als nützlich erweisen könnte. Des weiteren erfuhren sie im Verlaufe des Tages, daß Gundar ein regelmäßiger Besucher des M., sei, des Bordells Miniariu.

Am Nachmittag schauten sie sich das Haus MacBeorns an. Es lag ein wenig abseits der Stadt, ein großer, sehr reich aussehender Hof. Sie beschlossen Gundar einen Besuch abzustatten. Aber die Wachen MacBeorns ließen sie nicht zu ihm durch. Auf ihre Warnung hin, daß MacBeorn sich in Lebensgefahr befinde, wurde eine Wache zu MacBeorn geschickt und kam mit der Botschaft zurück, daß Gundar zwar der Tod seines Diener betrübe, er ihm ansonsten sehr gut gehe, und er keine Zeit für sie habe.

Dieses ließ den Verdacht von Trixom und Tuilja erhärten, daß Gundar von den Wachen festgehalten würde.

Am Abend hatte sich Amonethorrs Zustand weder verschlechtert noch verbessert.

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Die Gestalt rennt durch den Wald. Hinter ihr hört sie etwas Großes durch das Unterholz brechen. Sie stolpert über Wurzeln; die Äste der Bäume scheinen nach ihrer Kleidung zu greifen. Wie durch ein Wunder entgeht sie einem Sturz. Sie rennt, was ihre Füße hergeben. Das Hecheln und Schnaufen ihres Verfolgers wird immer lauter und lauter.

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Am nächsten Morgen lag Amonethorr schon seit über einem Tag in diesem Zustand in seinem Bett. Die Augen weit aufgerissen, aber ansonsten schien alles an ihm tot zu sein. Er nahm keine Nahrung zu sich, noch konnte man ihm Flüssigkeit einflößen, ohne, daß er daran erstickt wäre. Niemand wußte, wie lange sich dieser Zustand halten würde. Wenn sich nichts ändern würde, so mußte er innerhalb nicht allzulanger Zeit verdursten.

Deswegen brachen Trixom und Tuilja zu dem Alchemisten Pleascar auf, in der Hoffnung, er könne ein Mittel haben, daß Amonethorr Heilung bringen könne. Aber schon als sie in sein Labor eintraten und die verrußten Wände und zerbrochenen Phiolen, die blubbernden Flüssigkeiten überhaupt das ganze Durcheinander bei ihm sahen, zweifelten sie wieder an ihrer Entscheidung. Sie waren überhaupt froh, nach einer kurzen Unterhaltung heil das Labor verlassen zu haben. Pleascar hatte ihnen drei Phiolen mitgegeben und wäre am liebsten gleich mitgekommen, um die Ergebnisse seiner neuesten Rezepte an Amonethorr auszuprobieren, aber Trixom und Tuilja lehnten dankend ab. Sie beschlossen die Phiolen im Tuarisc zu versenken, um möglichen Schaden von der Bevölkerung Corinnis' abzuwenden, waren sich aber nicht im klaren darüber, was sie damit den Fischen im Fluß antaten.

Gegen Mittag trafen sie sich mit Sulwahîr zum Essen Dort beschlossen sie, daß einer ins M. gehen soll, da die Mädchen dort möglicherweise sehr viel über Gundar wissen könnten. Tuilja und Trixom mußten ein Menge Überredungsarbeit leisten, bis sie Sulwahîr soweit hatten, daß er diesen Part übernahm. Aber Tuilja war nunmal eine Frau und außerdem kannten möglicherweise Gundars Wächter Trixom und Tuilja schon, so daß sie vorsichtiger sein mußten.

Am Nachmittag stand Sulwahîr schließlich vor Miniarius. Es lag mitten im besten Viertel der Stadt, am Platz des Barons wo auch das Alt-Corinnis stand. Er blickte sich noch mal schnell um, ob auch niemand in der Nähe war, den er kannte, dann trat er beherzt ein.

Zwei Stunden später traf er wieder, ein wenig derangiert, in der Königlichen Hoheit ein. Das wesentliche, was er erfahren hatte war, daß Gundar MacBeorn wohl nicht gefangengehalten wurde, ein Mädchen habe ihn mit eigenen Augen an demselben Tage noch gesehen. Aber er habe das M. schon seit über einer Woche nicht besucht. Dies war der Grund weswegen Sulwahîr überhaupt etwas von dem ansonsten absolut diskreten Personal Miniarius in Erfahrung bringen konnte. Man ist dort deswegen außerordentlich besorgt, denn ansonsten besuchte Gundar das Etablissement regelmäßig. Und Sulwahîr hatte in Erfahrung gebracht, daß in Corinnis ein inoffizieller Sohn von Gundar lebe. Gundar wurden zwar sehr viele Kinder zugeschrieben, aber dieser, Finn Aonai war sein Name, war aber der einzige, den Gundar unterstütze.

Dies war immerhin ein ganzer Stoß neuer Informationen, so daß alle der Meinung waren, daß das Geld für diesen Besuch (nicht zu wenig!) sich ausgezahlt habe.

Für den Abend planten sie, dennoch mit den Schlüsseln zu versuchen, sich Zutritt zu dem Haus Mac Beorns zu verschaffen. Tuilja hatte schon am Nachmittag die Umgebung des Hauses ein wenig genauer erkundet, und entdeckt, daß es einen Hinterausgang besaß.

Am Abend schlichen sie vom Wald her zu dieser Tür. Sie war unbewacht. Als schlichen sie vorsichtig zum Hintereingang, und probierten die Schlüssel. Aber keiner paßte. Das Schloß sah solide aus, so daß ohne Kenntnisse im Umgang mit einem Dietrich da nichts zu machen war. So entschlossen sie sich, vorerst nicht mehr zu riskieren und das Unternehmen vorerst aufzugeben.

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Es ist sinnlos. Der Verfolger ist unermüdlich. Der Mondschein fällt durch ein Loch in der Wolkendecke, und man kann eine alte Eiche erkennen. Ein guter Platz für den Flüchtenden, der Sache ein Ende zu bereiten. Er eilt zu dem Baum und lehnt sich erschöpft an den Stamm. Er sammelt seine letzten Kräfte und erwartet den Verfolger. Ein Paar rötliche Augen werden sichtbar. Sie nähern sich ihm langsam durch die Dunkelheit.

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Die Lage der Freunde schien sich nicht merklich zu bessern. Weder hatten sie eine konkrete Vorstellung, warum Breowan sterben mußte, noch hatten sie einen Anhaltspunkt, was mit Amonethorr geschah. Ihm ging es schlechter: seine Wangen waren ein wenig eingefallen, er hatte Schatten um seine weit aufgerissenen Augen, sein Gesicht war blaß. Es war ihnen an diesem Morgen gelungen, ihm immerhin ein wenig Wasser einzuflößen.

Sulwahîr schienen seine Vorbereitungen auf die Aufnahme in die Gilde auch mitzunehmen. Er sah blaß und unausgeschlafen aus. Als Tuilja ihn besorgt danach fragte, beschwichtigte er sie und sagte, daß ihm nur ein wenig Schlaf fehle.

Sie beschlossen, diesmal zusammen mit Sulwahîr, an diesem Tag Gundars Sohn Finn Aonai zu besuchen. Sein Haus lag innerhalb der Stadtmauern am Ende des Greifenpfades, also am Rande zu den Armenvierteln. Sie hatten Glück und trafen ihn gerade an, als er von Einkäufen auf dem Markt zurückkam. Als sie ihm erzählt hatten, weswegen sie ihn sprechen wollten, musterte er sie erst genau und ließ sie dann eintreten. Er war groß und mager. Sein dunkles, langes Haar wich an der Stirn allmählich zurück. Er besaß dunkle, wache Augen.

"Ihr seid also wegen Gundar gekommen. Warum kommt Ihr dann zu mir?", fing er nach einigen Höflichkeitsfloskeln das Gespräch an.

"Stimmt es nicht, daß Ihr sein Sohn seid?" fragte Tuilja ihn geradeheraus.

"Oh, Ihr scheint nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Sagen wir, er ist sehr väterlich zu mir." wich er aus. "Aber was geht euch das an?"

"Wir trafen seinen Diener Breowan, kurz bevor er ermordet wurde. Und er erzählte uns, daß sich Gundar in Gefahr befinde."

Finn's Gesichtsausdruck wurde wieder kritischer. "So? Wie kam es dazu er euch so etwas anvertraut hat und warum hat er nicht gleich Gundar gewarnt?"

Trixom und Tuilja zögerten. Konnten sie Finn die Wahrheit anvertrauen? Aber er schien ein ehrlicher Kerl zu sein, als rang Trixom sich dazu durch, die ganzen Umstände zu erklären, wie sie Breowan sterben sahen, warum sie sich nicht der Wache stellten und was sie seither festgestellt hatten.

Nachdem sie geendet hatten grübelte er eine Zeit und antwortete dann. "Ja, ich fand ihn in der letzten Zeit auch verändert. Ich plane zur Zeit eine Expedition im Frühjahr in den Süden Erainns. Gundar war ja früher auch sehr abenteuerlustig, frühe Expeditionen legten den Grundstein zu seinem heutigen Reichtum. Deswegen hatte er schon früher meine Reisen finanziert und hatte mir auch versprochen, diese zu unterstützen. Aber seit einigen Tagen war er nicht mehr für mich zu sprechen. Normalerweise hat er immer für mich Zeit. Obwohl, wenn ich recht überlege, hatte er in den vergangen Jahren schon häufiger solche merkwürdigen Anwandlungen. Mit seinem Alter wird er irgendwie immer kauziger. Oder er hatte in letzter Zeit Sorgen."

Sie spekulierten noch eine Zeit mit Finn über mögliche Ursachen für Gundars veränderten Verhalten und ob es in einem Zusammenhang mit dem Tod Breowans stand.

Schließlich kamen sie überein, Finn auf dem Laufenden zu halten und verabschiedeten sich von ihm.

Sie waren auf dem Weg zu einer Gaststätte, um zu Mittag zu essen, als sie am Goldenen Löwen vorbeikamen. Just in diesem Moment kam, vom Gelächter seiner Kameraden begleitet, ein Matrose aus der Tür gestürzt. Quer durch sein Gesicht schwoll ein Striemen rot an. "Wenn ich diese steinzeitliche Barbarin irgendwann mal in die Hände kriege, dann wird ihr ihre Peitsche auch nicht mehr viel helfen." fluchte er, als er an den dreien vorbeikam.

Trixom runzelte die Stirn. "Das hört sich ja fast an wie..." murmelte er Sulwahîr zu und blieb stehen. Er trat auf die Eingangstür des Goldenen Löwen zu und schaute hinein. Plötzlich rief er aus: "Das gibt's doch gar nicht! Sulwahîr, rate mal wer hier sitzt!" und lief in die Gaststätte hinein. "Huracana!"

Tatsächlich saß da die alte Gefährtin allein am Tresen, gemieden von den anderen Besuchern. Finster fuhr sie sich zu Ihnen herum. Drohend nahm sie ihre Peitsche in die Hand, ihre wilden, schwarzen Augen glühten zornig in dem bleichen, stolzen Gesicht, das umrahmt war von schwarzem, langem Haar. So beeindruckend und gefährlich wirkte sie, daß Trixom mitten in seiner Begeisterung unsicher wurde.

"Huracana! Du kennst mich doch noch? Du kennst mich doch noch? Ich bin es, Trixom!"

Ihr abweisender Blick verwirrte und entspannte sich allmählich. Trixom und Sulwahîr meinten sogar einen Anflug von Freude wahrzunehmen, der aber sofort wieder einem beherrschten Gesichtsausdruck Platz machte.

"Trixom und Sulwahîr. Ich dachte, ihr hättet längst ins Gras gebissen! Kommt her und setzt euch. Ich gebe euch ein Bier aus."

Verwundert über den kühlen Empfang setzten sich Sulwahîr und Trixom mit ihr an einen Tisch. Tuilja setzte sich auch, zögernd ob dieser merkwürdigen Frauengestalt hinzu. Sie hatte schon Amonethorr von Huracana erzählen hören, aber sie hatte sie sich anders vorgestellt.

Huracana beachtete sie gar nicht. "Wie geht es dem Rest von Euch? Wer war noch alles in den Nebelbergen? Syvann, Mundir und vor allem, wißt ihr was aus Amnt'r geworden ist?"

"Syvann und Mundir haben wir aus den Augen verloren, aber Amonethorr ist mit uns hier in Corinnis." antwortete Sulwahîr. "Aber ich fürchte, ihm geht es ziemlich schlecht."

Nun wich aus Huracanas Gesicht endgültig jeder abweisende Zug und tiefe Besorgnis machte sich breit. "Was heißt, es geht ihm schlecht. Wo ist er, was ist ihm passiert?"

Sie erklärten ihr, was geschehen war, und wie alle Bemühungen ihn aus dem Koma aufzuwecken nicht gefruchtet hatten.

"Ich muß sofort zu Ihm. Zeigt mir, wo ihr untergekommen seid!"

Sie wollte nicht warten, bis das Mittagessen kam, und so beschlossen sie, Huracana zu Amonethorr zu bringen und in der Königlichen Hoheit zu essen.

Sie war entsetzt, als sie Amonethorrs Todesstarre-ähnliches Gesicht sah. Als sie die Fassung wieder gewann, fing sie an, ihn leise in ihrer Heimatsprache zu rufen und mit ihm zu sprechen. Sie redete eindringlich auf ihn ein, aber er es half nichts. Die anderen standen eine Zeitlang verlegen dabei. Als sie schließlich eine Mahlzeit zu sich nehmen wollten, ehe die Küche schloß, kam sie mit ihnen herunter. Sie saßen noch den ganzen Abend zusammen und unterhielten sich mit Huracana über alles, was seither geschehen war, wobei Huracana hauptsächlich ihnen zuhörte und von sich selbst nur wenig erzählte.

Sie hatte tatsächlich all die Jahre geglaubt, daß die Gruppe in den Nebelbergen gestorben sei. Ihre Wege hatten sich vor 2½ Jahren in Ealalinn getrennt, nachdem sie dort gezwungen waren, von ihren Abenteuern in den Orkhölen der Nebelberge zu rasten. Der Führer der Ealalinn hatte aber dann von ihnen verlangt, daß sie sich aktiv daran beteiligten (Huracana, die er als südländische Hexe ansah, ausgenommen), die Festung vor dem Frostriesen zu verteidigen, indem sie aus einem alten Tempel den Zweihändigen Engel, einem magischen Zweihänder, bergen sollten. Am folgenden Tag kamen die Krieger, die sie begleitet hatten, mit der schrecklich Nachricht zurück, daß der Tempel zusammengestürzt sei und keiner von ihnen habe überleben können. Seit dem sei sie als Söldnerin über die Runden gekommen, immer in der Hoffnung ihrer Aufgabe in Albion näher zukommen. Worin ihre Aufgabe bestand wollte sie niemandem erklären.

So saßen sie noch bis in den späten Abend zusammen.

Doch schließlich brach eine weitere unheimliche Nacht über Corinnis herein.