Bericht Zogars über die Geschehnisse in den Nebelbergen. Angefertigt für die Chronik des Zwergenvolkes

Bereits in Corinnis hatte mich Elrohir angesprochen, ob ich Tumunzahar kennen würde, ob ich es finden würde, ob es von Orks eingenommen wäre, und weiteres. Ich sagte ihm zu, mich kundig zu machen. Nach einigen Tagen des Überlegens fielen mir wieder Bruchstücke ein. Tumunzahar sollte doch in der Nähe der Orkhöhlen liegen, in denen ich lange Jahre unter den Orks gelitten hatte, bevor ich fliehen konnte. Ja, Tumunzahar war die Stadt, in der mein Volk lebte, bevor Dunkelheit auf Midgard fiel und die Belagerung durch Truppen des Bösen begann. Das Volk wurde verschleppt und mußte von nun an in den Höhlen Frondienste leisten. Auch mir war dieses Schicksal zu lange beschieden. Ich hatte keinen Lust, wieder zu den Orks zu gehen, auch wenn ich in der Zwischenzeit gelernt hatte, mit meinem Hammer umzugehen. Allerdings hatte Elrohir mir auch mehrere Male das Leben gerettet und er war rechtmäßiger Thronfolger in Alba. Als er sagte, er müsse annehmen, daß die Insignien der Herrschaft in Alba genau dort verschollen seien, und vermutlich seien auch noch die Insignien des Zwergenvolkes in der von Orks nie eingenommenen Feste, willigte ich ein, ihn dorthin zu begleiten. Es sollte mein Schaden nicht sein.

Ich will meinen Bericht in @ fortsetzen, bis hierhin haben meine Gefährten Buch geführt und eine Abschrift ihrer Aufzeichnungen lege ich bei. Auf unserem Weg in die Nebelberge wurden wir von einem Schneesturm eingeschlossen. Dabei fürchtete Elrohir, seine Identität sei aufgeflogen und man habe ihn erkannt. Also beschlossen wir uns zu trennen und zu schauen, ob jemand Elrohir folgte. Wir konnten allerdings auch nach Tagen keine verdächtigen Personen ausmachen, obwohl zumindest ich immer ein Auge auf die Straße nach @ hatte. In @ angekommen erhielten wir Nachricht von Elrohir, er sei eine weise Frau aufsuchen gegangen, zusammen mit Sulvahir, Trixom sei er in einen nahen Wald gezogen. Sulvahir hat hierüber genaueres berichtet. Hernach machten wir uns in Richtung Nebelberge auf, ich hatte noch eine Karte gefunden, auf der ein verborgener Gang zur Zwergenbinge verzeichnet war, anscheinend begann er in den Höhlen der Orks. Wir mußten nun noch die Schlucht finden, in der der Eingang lag, aus dem wir Jahre zuvor mit knapper Not den Orks entronnen waren. Kurz bevor die Pflanzen aufhören zu wachsen, mußten wir Trixom und Sulvahir zurücklassen, die einer tückischen Krankheit zum Opfer fielen und nicht weiterziehen konnten. Als es dämmerte fand ich endlich das gewünschte Tal, nicht ohne noch von den riesenhaften Wölfen belästigt zu werden, deren Geheul in den Abendstunden in den ganzen Nebelbergen zu hören ist.

Endlich betraten wir die Höhlen, erbaut von Zwergen, nun bewohnt von Orks. Ich blende meine Fackel größtenteil ab, so daß außer mir und der Elfe niemand mehr etwas sehen kann, aber wir auch schwerer zu entdecken sind. Dies ist bitter für Elrohir und Amoneddthorr, die blind an einem Seil hinterherstolpern müssen und auch noch weniger hören als die Elfe, die sämtliche Geräusche wahrnimmt, bevor sie irgendjemand von uns auch nur erahnen kann.

An der ersten Kreuzung gehen wir geradeaus, sie muß so neu sein, daß sie in der Karte nicht verzeichnet ist. Dann gabelt sich unser Gang hier biegen wir nach rechts ab, noch scheint mein Plan zu stimmen, und gelangen an eine sehr baufällige hölzerne Hängebrücke, wir wagen uns hinüber, nicht ohne allergrößte Vorsicht. Irgendwie kommt mir diese Brücke bekannt vor, aber auf meinen ganz alten Aufzeichnungen, die ich beinahe schon weggeworfen hätte, konnte ich sie nicht entdecken. Wir geraten dann noch an einen Wachtrupp Orks, die wir schnell und ohne Verluste unsererseits an der Hängebrücke überwältigen und in den Fluß werfen.

Nach dem Kampf schleichen wir abermals in die Richtung, die auf meinem Plan vezeichnet ist und entdecken, daß wir durch die Wohnräume (vermutlich) der Orks hindurchmüssen, um zum Grab zu gelangen. Ich schlage vor, daß wir versuchen, die Orks zu umgehen, obwohl nichts auf meinem Plan darauf hindeutet, daß es möglich ist. Auf eine Konfrontation mit ihnen habe ich jedoch keine Lust. Wir halten uns also möglichst weit rechts und gelangen nach einer Abzweigung und einer Kreuzung in ein riesiges Pilzfeld. Unterirdisch in einer Höhle versteht sich. Wir brauchen ungefähr eine Viertelstunde, es zu durchqueren und ich möchte nicht wissen, wer sie anbaut, bzw. wovon sie sich ernähren. Wir konnten auch ein Skelett zwischen den Pilzen erkennen, welcher Rasse ist nicht zu erkennen.

Noch etwas weiter wird es merklich kühler, irgendetwas stimmt nicht und tatsächlich einige Sekunden später biegt um eine Ecke eine grauenerregende Erscheinung, ein Zwerg wohl, aber Haß blickt aus seinen Augen und ungeheure Anstrengungen haben ihre Spuren in sein Gesicht gegraben. Er kommt auf uns zu und scheint genau uns zu meinen. Elrohir und Lyranija ergreifen schreiend die Flucht. Dann erhellt sich sein Gesicht, er hat mich wohl als jemanden aus seinem Volk erkannt. Er zeigt auf mich und scheint mich zu fragen, ob ich nach Tumunzahar will. Als ich bejahe, weist er mich an, seine Waffe zu suchen, denn nur mit ihrer Hilfe können wir überhaupt dorthin gelangen. Es sei ein Kriegshammer und nur dieser ist in der Lage den Wächter zu besiegen. Ein alter Feind des Zwergenvolkes. Orks? Nein, viel schlimmer, ein Dämon. Diesen müssen wir überwinden, wollen wir nach Tumunzahar gelangen. Dann verschwindet er.

Meiner Theorie nach sind wir nun in ein gänzlich verlassenes Gebiet der Höhlen gelangt, nahe schon am Zwergengrab, weil schon Geister verstorbener Zwerge auftauchen und diese werden die Gebiete meiden, die oft von Orktruppen begangen werden. Außerdem hatten wir ja eine eingefallene Brücke überquert und waren in der darauffolgenden Stunde keinen Spuren von Orks mehr begegnet. Nach einer kurzen Zeit weckt uns Elrohir, der die zweite Wache übernommen hat, weil er Orks am anderen Ende der Höhle sieht, die auf uns zukommen. Wir flüchten in den Gang, in der uns der Zwergengeist erschienen war und laufen fast mitten in eine Trollsiedlung hinein. Hier gibt es kein Weiterkommen und wahrscheinlich wollen die Orks ja genau hier hin. Wir rennen also zur letzten Abzweigung zurück, sind aber zu langsam und stoßen mitten im Gang auf die Patroullie.

Wie bereits beim letzten Mal rennt Amonedthorr durch die Orks hindurch und verhindert, daß diese flüchten. Wir jedoch machen uns an den Kampf. Ich habe gerade den ersten Ork erschlagen, als Elrohir bereits mit seinem dritten Gegner kämpft. So ist auch der Kampf bereits vorbei, als ich meinen zweiten niederstrecke. Elrohir hat mindestens drei erschlagen, insgesamt waren es sechs Orks. Zum Glück war kein Uruk Hai dabei. Wir beschließen aus dem Stegreif die Orks in die Pilzkultur zu werfen und uns so aller (?) Spuren zu entledigen. Einmal kommt es zu einem Mißverständnis zwischen mir und Elrohir, so daß der Ork allzunahe am Weg aufschlägt. Einige Sporen muß ich dabei in die Nase bekommen haben, denn mir bleibt völlig die Luft weg und ich glaube zu ersticken. Die Pilze unter denen wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben sind also tödlich giftig.

Nach kurzer Diskussion einigen wir uns auf die eingestürzte Brücke als halbwegs sicheres Lager, denn dorthindurch wird bestimmt keine normale Route der Orkwachen führen. Während die anderen bereits schlafen schaue ich mir noch einmal den Plan der Höhlensysteme an, durch die wir nach meiner Flucht geirrt waren, aber ich kann keine Übereinstimmung feststellen. Ja, es deutet nichts darauf hin, daß wir uns überhaupt im gleichen Höhlensystem befinden, denn ich kann keine Übereinstimmungen zwischen der alten und neuen Karte finden. Wie durch Zufall entdecke ich eine alte Schrift. Damals hatte ich aufgeschrieben, was wir von einem Geist gehört hatten, den ein Zauberer damals befragt hatte. Niemand von uns konnte damals mit den Worten etwas anfangen.

Wo die Zähne des Berges sind
zweihundert Schritt gen Mittag
und dann so weit nach Morgen, wie es geht; dort liegt Guthrauk, der Tod der Dämonen.

Ja, diese Waffe war es die ich suchte, die Waffe des Königs Farel, der damals die Zwergenbinge vor den Angriffen der Truppen bewahrt hatte. Nur wo waren die Zähne des Berges, bereits damals waren wir nicht in der Lage, einen Ort zu finden, auf den diese Beschreibung zutrifft. Und wir hatten große Teile der von Orks weniger begangenen Gänge erforscht. Was dieser Beschreibung noch am nächsten kam war eine große Schlucht in der wie ein Atmen zu hören war. Kein so schöner Ort, und wo dort Morgen und Mittag waren war absolut unergründlich, in der Mitte des Nebelgebirgsmassivs. Und ich fand auf meiner alten Karten keinen Hinweis mehr auf diesen Ort. Langsam kamen mir Zweifel, ob unsere Mission jemals Erfolg zeigen würde. Nichts deutete darauf hin, daß wir am richtigen Ort waren und dann noch dieser Zufall, daß ich noch diesen alten Spruch entdeckte.

Gurthrauk, König Farel, Namen aus einer Zeit, in der das Zwergenvolk eine dunkle aber ruhmreiche Periode durchmachte. Und auch die Insignien waren aus jener Zeit, sollte tatsächlich die ruhmreiche Vergangenheit wiederauferstehen. Und welche Rolle sollte ich in jenem Spiel einnehmen, war es an mir mein Volk, von dem nur wenig übriggeblieben war und das immer noch unter den Nebelbergen von den Orks versklavt wird, in jene Zukunft zu führen. Oder sollte ich eher schon hier scheitern, von einer namenlosen Orkwache in den Orkhöhlen erschlagen. So schlief ich ein.

Nach einem unruhigen Schlaf wollten wir weiter. Amonedthorr und ich bogen an der nächsten Abzweigung nach links ab und gelangten an die Hängebrücke. Ach hier waren wir. Sofort wurde mir manches klar und die unbekannten Flecke auf der Landkarte wurden kleiner. Aber was liegt in dem unerforschten Gang bei den Trollen? Wir fanden schürfende Zwerge schikaniert von Orks und Uruks, die die Aufsicht führten. Die Peitschenknalle gehen mir durch Mark und Bein und noch gut kann ich mich daran erinnern, hier gearbeitet zu haben. Völlig niedergeschlagen und hin und her gerissen wandte ich mich ab, mit dem abermaligem Schwur wiederzukehren und mein Volk zu befreien, wenn die Zeit reif ist.

Nun blieb nur ein unbekannter Gang übrig. Direkt am Eingang ging ein schmale Gang nach rechts ab, wie ich mich erinnerte. Dort erblickten wir einen Ort überwältigender Schönheit, eine Tropfsteinhöhle riesigen Ausmaßes. Die Zähne des Berges. Nun noch nach Mittag. Nach so einhundert Schritt geht rechts ein Schürfgang ab. Wir schauen noch etwas nach vorne und stoßen wieder auf Fackelschein und Orkstimmen, zusammen mit Türenknallen und Gelächter. Wieder ein Weg zu den Wohnstätten der Orks. Also wende ich mich in den Schürfstollen, er ist leicht abschüssig und endet abrupt. Hier wurden die Arbeiten eingestellt. Also untersuche ich den Boden und entdecke eine Stelle, an der der Lehmboden, mit dem die meisten Schürfstollen sich anfüllen, etwas lockerer ist. Hier grabe ich mit meinem Schild. Leider haben wir keine Spitzhacke. Es ist unsinnig, aber ich bin mir sicher an der richtigen Stelle zu sein. Gurthrauk...

Lyranija und Elrohir halten am Eingang Wache und ich wechsle mich mit Amonedthorr ab. Irgendwann überkommt mich eine merkwürdige Ahnung, etwas derartiges kenne ich nicht. Ich schaue mich also nocheinmal sehr genau um. Nichts könnte gefährlich werden. Plötzlich stoße ich auf etwas hartes. Ein Stiel. Noch einige Minuten später habe ich den Hammer freigelegt. Eine sehr gute Arbeit, das ist klar, eine sehr edle Waffe, doch die Waffe Farels, das traue ich mich nicht zu glauben. Jetzt stand mir unmittelbar der Kampf mit dem Dämon bevor. Und die Suche nach dem Grab der Zwerge.

Wir gingen schnell weiter, und begannen Pläne zu schmieden, wie wir denn an den Orks vorbeikommen könnten, ohne in Kämpfe verwickelt zu werden. Lyranija schlug vor, dem Wachork Goldstücke hinzulegen und ihn so vom Posten in eine Entfernung zu locken, in der wir ihn ohne Aufsehen töten können. Leider funktionierte das nicht, der Ork folgte uns nicht weit genug, und wir waren nicht nahe genug dran, um ihn erreichen zu können, bis er zurücklief. Nun suchten wir unser Heil in Schnelligkeit, wir stürmten durch den Wachsaal hindurch und in den anderen Gang hinein. Hoffentlich war das keine Sackgasse! Nach einigen Biegungen schoß Elrohir einen Pfeil zurück, um die Orks aufzuhalten, wir krochen durch einen Spalt, und waren in der Gruft der Zwerge.

Diese zumindest sollte hier sein. Außer einigen Ratten und einem verschlossenen Portal blieben nur zwei kleine Türen. Ich entschied mich mit Lyrania für die rechte, Elrohir und Amonedthorr nahmen die linke, denn wir mußten sehr schnell vorgehen. Als ich dann die Klinke der Tür am Ende des Ganges herunterdrückte sauste ein Fallgitter hinter uns herunter und sperrte uns ein. Niemandem von uns, Elrohir und Amonedthorr waren zur Hilfe geeilt, gelang es, es wieder hochzustemmen. So mußten sie im anderen Raum den Mechanismus suchen, mit der es wieder gelöst werden konnte. Es schien überhaupt meine Art zu sein, genau dann untätig verharren zu müssen, wenn es spannend wurde. Überhaupt, am dieser Tür begann Gurthrauk einen rötlichen Schimmer zu bekommen. Lyranija sagte mir später, dies sei auch in der Orkhöhle der Fall gewesen. Amonedthorr gelang es, den Mechanismus zu finden, der das Gitter wieder hinaufzog und so versammelten wir uns alle im Raum des Skelettes.

Hinter der linken Tür öffnete sich nämlich ein gewaltiger Raum, an dessen Stirnseite ein Skelett auf einem Knochenthron saß. Umgeben von Hunderten an Gold- und Silbermünzen. Kurz darauf meldete Amonedthorr, daß Orks das riesige Portal geöffnet hätten und nun jenseits der Türe auf uns warteten. Er würde die Türe noch ein wenig halten können. So schritt ich auf den Thron zu, das Skelett trug eine Plattenrüstung und ein Schwert ruhte auf seinen Oberschenkelknochen. Auf seinem Knochenthron überragte es mich um einige Ellen. Nun, ich schluckte und stürmte mit einem Schlag auf es zu. Daneben. Aber es erwachte und begann nach mir zu schlagen. Ich wich aus, so gut es ging und brachte einige Schläge an. Als es jedoch schon fast geschlagen schien, seine Bewegungen wurden ruckig und abgehackt, das Leuchten in den Augen wurde schwächer, schlug es mit einem fürchterlichen Hieb in meinen rechten Oberschenken, so daß ich stürzte und nicht weiter angreifen konnte. Lyranija deckte meinen Rückzug und ich übergab schweren Herzens den Hammer an Elrohir. Dieser schlug noch einige Male daneben, traf aber dann und das Skelett sank in sich zusammen.

Lyranija sammelte die Münzen ein, während Amonedthorr mir das Bein verbund. Darauf zerlegte ich auf das Schwert meines Gegners gestützt den Thron aus Knochen. Wohin jetzt? Es war keine Tür zu sehen, aber alles war so wie beschrieben. Farels Geist erschien abermals und nickte zufrieden, verschwand dann durch die Wand hinter dem Thronpodest. Als wir uns genau an dieser Stelle dagegenlehnten schwang sie auf und gab einen schmalen Abstieg frei. Der geheime Weg nach Tumunzahar. Durch Amonedthorr und Elrohir gestützt durchquerten wir den Gang, bis wir an eine Treppe gelangten, die uns nach oben, ins Reich von Tumunzahar führen sollte. Ach so, das Schwert, es hieß Feuersblume und war auch von Zwergen geschmiedet.

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