Sitzungsprotokoll 12.Jul 1991 21-3 Uhr (6h) 

 

"Fehlschlag Selfanatil" oder "Wie frustriere ich 5 Spieler ?"

 

Hauptpersonen :

Name Typ Spieler

 

Aurec Engbar incl. Rolf Auelf & Hund Lutz (abwesenderweise)

Berdon Shindul Händler AndrQ al. Sam

Esmeralda incl. Raru Hexe & Rabe i.V. Christof

Faramir, der Weitsichtige Druide Ralf

Kiri Schelmin Stefan

Lailath ??? NSC

Phileasson Foggwulf Kapitän NSC

Raluf, der Kühne Leibwächter NSC

Shaya Travia-Priesterin NSC

Winimay Nivesin Thomas al. Stone

MEISTER : Malte

 

Esmeralda berichtet:

 

Wir waren also im Dorf Nissingen angekommen, fern im ehernen Schwert. Dort sollten wir im Rahmen einer Wettfahrt rund um Aventurien das sagenumwobene Silberschwert Selfanatil finden, welches uns später zur weisen Urima, der Allwissenden, führen würde. Nun alles kam nicht ganz so, wie gedacht. Es begann an jenem denkwürdigen Morgen mit einer Erzählung on Winimay. Letzte Nacht schlafwandelte sie unter merkwürdigen Umständen zu einer Höhle, wo sie beobachtete, daß ein merkwürdiges Wesen - halb Wolf, halb Mensch - die kurz zuvor auf den Altar gelegten Gaben mitnahm. Als sie folgen wollte, konnte sie sich vor Schmerzen, die ich sonst nur als Hexenschuß kenne, kaum bewegen. Wenn ich nicht hierhergekommen wäre, um den Begründer einer Wolfsmenschendynastie zu finden - besser gesagt das, was von ihm übrig geblieben ist, würde ich an einen Vertrauten denken. Ach ja, in der Eingangshöhle müßte das Skelett eines Drachen liegen. Nun das war ja immerhin ein Anfang, nachdem wir hier von den ortsansässigen Bauern mehr schlecht denn recht empfangen wurden. Leider blieben die Bauern sehr zugeknöpft. Tja, auch mit Lailath die sonnengebräunte temperamenvolle Unbekannte (sie hat sich ja mit Berdon angelegt, als er wieder eine seiner frauenfeindlichen Bemerkungen losließ), zu der ich mich hingezogen fühlte, werde ich in Zukunft nicht richtig warm werden. Aber dazu gleich mehr. Immerhin, am Anfang dieser Reise war ich häufig die Zielscheibe des Spottes und auch einiger Versuche, das "schwache Geschlecht" doch endgültig von der Expedition auszuschließen. Jetzt jedoch kamen nach und nach Winimay, die Nivesin, Kiri, das anscheinend nie erwachsene rothaarige Mädchen, und Lailath hinzu und unsere Männer sehen sich in der Defensive. Nun Faramir war nocht recht nett, aber Berdon konnte nicht nur mich mit seiner Arroganz und Ignoranz (schlimmes Paar) auf den Baum bringen. Aber zurück zu dem Drachenskelett; nach einer peinlichen Episode im RondraTempel, wo sie den zum Drachenskelett passenden dritten Schädel aufbewahrten, erfuhren wir vom Tempeldiener, daß der Drache in einem Wald im Westen läge. Die Höhle war also ein Hohlweg mit Lichtungen gewesen ... Ja, so gelangten wir zum Altar, ein weißer Basaltblock mit reicher Verzierung. Reliefs stellten einen Reiter dar, der mit einem Wolf als Gefährten in das Tal Ritt. Dort zog er mit den Bewohnern gegen die Wölfe und wurde nach einer heftigen Schlacht als ihr Anführer anerkannt. So hörten die Überfälle der Wölfe auf die Dörfer - die sogannten vier Türme auf. Auf dem letzten oder vorletzten Bild war er dann zusammen mit einer schlanken Frau auf dem Weg zu einer Burg dargestellt. Moment, auf dem letzten ? Ich glaube dort waren Wolfsmenschen dargestellt. Wolfsmenschen ... das schien auf jeden Fall nicht der Mutter letzte Träne gewesen zu sein, irgendwie mußten sie hier in diesem Tal ihren Ursprung haben, denn Wolfsmenschen sind nicht natürlich geworden. Nun wir versuchten über Nacht aufzulauern und der Kreatur nachzuschleichen. Jetzt fällt mir auch ein, daß das bei dem hervorrgenden Gespür der Wölfe unmöglich ist. Naja, ein Bauer brachte Brot und Wein, aber der Wolf blieb aus. Ich glaube jetzt fast, das war unsere Schuld. Nun, Lailath und ich hatten an der Stelle im Osten Posten bezogen, wo wir die letzten Spuren der vorherigen Nacht entdeckt hatten. Ich versuchte noch mit Lailath zu sprechen und mehr über sie zu erfahren. Leider mußte sie mit irgendeiner Magie in Berührung gekommen sein, so sagte sie, und ihre gesamte Erinnerung verloren haben. Schade, eigentlich war sie doch sehr nett, wenn auch stolz, eine so stolze Frau habe ich selten erlebt. Niemand durfte sie schräg ansehen oder sie beleidigen, einmal hat sie Berdon sogar mit einem Messer bedroht. Aber sie wirkte auch gar nicht so interessiert an ihren Erinnerungen, sie hatte resigniert. Ich beschloß im Stillen Kräuter zu sammeln, die ihr Bewußtsein weiten und den Schleier des Vergessens heben könnten. Nun nach einer eher kalten und feuchten Nacht gelangten wir zu den anderen und beschlossen in der Scheune der vorletzten Nacht zu schlafen. Am Abend dann noch einmal das gleiche Spiel, nur diesmal kamen weder Wolf noch Mensch. Lailath schien allerdings keine gute Nacht erwischt zu haben, denn obwohl ich in dieser Nacht sehr redseelig war und einfach mal nur auf diesem Hügel sitzen wollte und mit einer Freundin Erlebnisse austauschen wollte, kam keine richtige Unterredung zustande. Vielleicht ist sie auch nur zu stolz ... Naja ... OSTEN fiel mir ein, dorthin führten die Spuren, ob Raru dort mal nachsehen würde, wenn er schon die ganze Nacht auf meiner Schulter gepennt hat. Nun ich ging schlafen. Abends kam Raru mit Erfolg zurück, knapp jenseits der Ostwand steht das Schloß, welches wir suchen. Ein Pfad führt dorthin, verborgen aber gangbar. Ich erzählt Kiri, Winimay und Lailath davon. Wir beschlossen auf die Anderen zu warten und dann loszuziehen. Sie kamen nicht ! Sie übernachteten nicht dort und so waren wir etwas verärgert, daß wir abwarten mußten wo sich die Herren der Schöpfung mal wieder rumgetrieben haben. Am nächsten Morgen brachen wir vier nach Glauten auf, wo der Kapitän und Shaya wohnten. Dort trafen wir auf Berdon und den Rest, die versuchten zu vertuschen, daß sie noch nichts herausgefunden haben, obwohl ihrer Erzählung nach wir kurz davor stünden, wir müssen nur irgendwelche Spuren verfolgen, hier und dort die Umgebung erkunden und etwas herumplanen, dann wüßten wir, wo die Burg liege. Ich erzählte dem Kapitän in einer ruhigen Minute, wo die Burg sei. Anlaß für den Kapitän Berdon noch zu einer Unterredung zu bitten, die wie erwartet nur peinlich war - Berdon ist ein nutzloser Schwätzer und Kleinkrämer, noch dazu unfreundlich und goldgeil. Unterwürfig gegenüber dem Kapitän und herablassend allem weiblichem gegenüber. Ach. Wir zogen gen Osten und erreichten nach zwei Stunden Marsch die baufällige Zugbrücke, überquerten diese mit einigen nicht ungefährlichen Durchbrüchen und suchten in der Burgruine nach weiteren Hinweisen. Immerhin war mitten in der Burg eine Erdspalte, die ins Bodenlose zu gehen schien. Aber nach einigem Suchen fanden wir den geheimen Eingang in die Stollen unterhalb der Burg. Es ging sehr eng weiter, sehr sehr eng. Häufig nur unterarmbreite Spalten führten abwärts. Doch ohne in die Irre zu gehen, ich weiß bis heute nicht wie, gelangten wir an eine Brücke über die Schlucht, die wir von oben gesehen hatten. Auf der anderen Seite öffnete sich der Gang zu einer Höhle, eisig kalt, kalte Winde bliesen von unten aus der Schlucht herauf. Inmitten dieser Höhle saßen Ern Senn und die Frau. Neben ihnen lag ihr Wolf. Alle drei tot, alle drei gefroren. Und da war das Schwert, unser Auftrag. Ern Senn hielt es in der Hand. Keiner von uns wagte, etwas zu verändern. Dann ein Heulen von hinten - ein Wolf versperrte den Gang durch den wir gekommen waren. Ein Wolf ? Ich weiß es nicht, wir konnten nichts sehen. Nun das Schwert war erst einmal wichtiger ! Ich traute mich als erste, wollte aber keine Gewalt anwenden. Ern Senn hielt mit festem Griff das Schwert umklammert. Schließlich brach Lailath ihm die Hand. Mir schauert noch heute alles zusammen, wenn ich an diesen Laut denke; und dann ertönte noch ein Heulen, der Wolf griff Lailath an - der Wolf ? eher sein Schatten, sein Geist. Er traf. Lailath war jedoch in Bewunderung für das Schwert ersunken; irgendwoher mußte sie es kennen ! Sie kennt es. Berdon riß es ihr aus der Hand und versuchte den Wolf zu treffen, er traf jedoch nur sein eigenes Bein - selbst schuld. Der Wolf biß ihn dann auch noch. Als ich sah, wie die Angriffe der Anderen durch den Wolf hindurchgingen, schlug ich mit meinem Ast auf den toten Wolf ein. Der Spuk, der uns allen das Grauen in Finger- und Haarspitzen gejagt hatte, verstummte schlagartig. Nun blieb also der Weg zurück an die Oberfläche das Problem. Wie gelangen wir an dem unsichtbaren Wolf auf der anderen Seite des Monolithen vorbei. Kiri wollte sich den Wolf einmal ansehen. Sie ergriff eine Fackel und überquerte den Monolithen. Plötzlich ging ihre Fackel aus und sie wurde von Pranken angegriffen. Ich überquerte ebenfalls den Monolithen, um ihr zu helfen, zumindest um ihr Licht zu bringen. Plötzlich erlosch meine Fackel, vor und hinter mir nichts als Finsternis. Ich hatte aber gar keinen Schlag, Zug oder so etwas an meiner Fackel bemerkt und als ich einen Schritt zurückging, erleuchtete meine Fackel wieder den Raum um mich, aber nicht den Weg vor mir. Ich meinte zu Faramir, ob er das kenne und nach kurzer Zeit schnippte er mit den Fingern und die Dunkelheit wich. Aber kein Wolf war zu sehen. Kiri hatte Wunden an Gesicht und Armen davongetragen, ihr Kleid war etwas zerrissen. Doch dann hörten wir Schritte von vorne, wichen etwas zurück und erblickten Beorn, den Blender. Beorn, unser Rivale im Wettrennen, mußte den gleichen Auftrag haben. Er forderte das Schwert heraus, notfalls mit Gewalt, und hinter ihm war eine stattliche Anzahl an Bewaffneten zu sehen. Wir kehrten zurück in die Höhle und berichteten niedergeschlagen den anderen. Was tun ? Mir fiel gegen eine solche Übermacht nichts ein. Auch die anderen waren ratlos. Kiri machte einen sehr verzweifelten Eindruck, grübelte etwas und stieß einen kaum hörbaren Laut aus. Dies würde sich als mittlerer Fehler herausstellen, denn statt uns zu helfen machte sich das herbeigerufene Wesen, ein Kobold, wie ich später erfuhr, daran, sich mit uns so manche Scherze zu erlauben. Nach einem etwas derben Witz von ihm, der Winimay erröten ließ, rutschten ihr auch (fast) wie von selbst die Kleider vom Leib. Nackt raffte sie ihre leider zusammen und war erst einmal beschäftigt. Nun war Bendor das Opfer, er solle das Schwert herausgeben, was er so eifrig zu verbergen suchte, dann werde er so einiges für uns tun. Nun das war leider nicht möglich. Also begleitet von derben Späßen und blöden Kommentaren des Koboldes schmiedeten wir einen Plan, der beide Gruppen dazu verleiten sollte, anzunehmen, daß nun alles verloren sei. Wir wollten das Schwert in die Schlucht schmeißen, gesichert durch ein Seil, das die anderen nicht sehen durften. Nun Faramir und Aurec stritten sich vor dem Monolithen darüber, ob wir ihn rausgeben sollen oder nicht, und Berdon schlich sich an und befestigte das andere Ende des Seils am Monolithen. Sodann schlich er zurück, ergriff das Schwert, erklärte mitten auf der Brücke, daß er es leid sei und es nun hinabwerfen wolle. Er warf es, während ich versuchte unseren gebetenen Gast von einer Bemerkung abzuhalten versuchte, die unser Vorhaben ausplaudern würde. Nun schön und gut, die anderen reagierten wie erwartet entsetzt; dann aber stieß Berdon einen Schrei aus, starrte hinab, ergriff das leere Seil und zog es hoch. Der Knoten mußte sich wohl gelöst haben und das Schwert war durchgefallen. Resigniert packte Berdon sein Seil ein und ohne Bedenken überließen wir Beorns Gruppe den Ort unserer Niederlage. Nun hatte niemand das Schwert. Der Auftrag war geplatzt, wir könnten nach Hause fahren, falls Shaya die Weiterreise für nicht ratsam hielte. Doch Kiri erklärte, sie habe das Schwert verschwinden lassen und es würde in ungefähr dem 300sten Teil eines Tages dort wieder auftauchen. Wir bräuchten das Seil später also nur heraufzuziehen und das Schwert wäre wieder dort. Wortlos zeigte Berdon ihr das Seil... Das hieß, das Schwert werde gleich wieder auftauchen und seinen Sturz nach unten antreten und nichts würde es aufhalten, denn wie Kiri aufging, tauchte der Gegenstand NICHT IMMER genau dort auf, wo er verschwunden war. Bedrückt traten wir den Aufstieg an. Moment, wo war Winimay ? Wie Lailath mir erklärte, wollte sie ihre Stammesbrüder noch verbrennen, denn Ern Senn war Nivese. Wir wollten bei Tage auf sie warten, denn abgesehen von Berdon, der noch warten wollte, konnte keiner von uns ertragen, länger am Ort unserer Niederlage zu verweilen. Oben trafen nach kurzer Zeit Berdon und eine sehr blasse Winimay ein. Berdon war höchst erregt, er hatte das Schwert nicht einmal noch sehen dürfen, da Wachen den Zugang zur Brücke versperrten. Winimay berichtete nach langer Stille, wie ein schreckliches Wesen mit Hörnern das Schwert heraufgeholt habe. Sie zuckte schon bei dem Gedanken daran zusammen. Bedrückt suchten wir Shaya auf, wissend, daß wir dem Auftrag nicht genügen konnten.