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making
of
Ich wollte zeigen, wie es wirklich ist, wenn jemand stirbt...
Ein Film kann nicht die Welt verändern, aber er kann das Interesse an einer Zeit oder einem bestimmten
Ereigniss wecken...
Ich wollte, daß das Publikum in der Arena sitzt und nicht am Rand. Der Zuschauer soll den Blick nicht
einfach abwenden können...
Ich wollte Realität.
(Steven Spielberg)
Die Entstehung des Films
Was Steven Spielberg
sich vorgenommen hat, ist ihm besonders in der 20 minütigen Eröffnungssequenz meisterhaft
gelungen: Die Landung der Alliierten in der Normandie ist die schrecklichste Kriegszene
der Filmgeschichte - und eine der aufwendigsten. Gedreht wurde an einem Strand an der
Südostküste Irlands, die durch einen Steinwall, eiserne Verteidigungssperren und
Miniforts in einen deutschen Stützpunkt verwandelt wurde. Um die Originalausrüstung
aufzutreiben, reiste Spielbergs Team durch die ganze Welt: Die seltenen Landefahrzeuge von
damals entdeckte Produzent Ian Bryce in England und Schottland,
vor allem jedoch im kalifornischen Palm Springs; die Panzer wurden aus der
Tschecheslowakei herbeigeschaft, die Naziausrüstung aus London. 3000 Uniformen wurden
geschneidert sowie 2000 Paar Stiefel angefertigt - nach den Originalschnittmustern und vom
Originalhersteller der amerikanischen Truppenboots. Drei Monate dauerte es, die 2000
Waffen zu entwerfen oder zu beschaffen; jede wurde täglich einer Sicherheitskontrolle
unterzogen. Die irische Armee stellte schließlich 750 Soldaten als Statisten zu
verfügung, die zum größten Teil schon in Mel Gibsons Braveheart Filmerfahrung gesammelt hatten.
Beim Dreh verzichtete Spielberg auf ein Storyboard und
benutzte überwiegend Handkameras. Um den Eindruck eins authentischen Nachrichtenberichts
aus den 20er Jahren entstehen zu lassen, filmte Kameramann Janusz Kaminski (Schindler's Liste) mit einem
Modell, das den Kameras der damaligen Zeit ähnlich war, und entzog dem Negativmaterial
durch eine Spezialbehandlung später Farbe. Die D-Day Szenen entstandenzu Beginn der
Dreharbeiten und liefen so realistisch ab, daß sie für viele Beteiligten zu einer
echten, für die spätere Arbeit hilfreichen "Kriegserfahrung" wurde. Die acht
Hauptdarsteller kamen darüber hinaus in den Zweifelhaften Genuß einer sehr realistischen
Ausbildung: Spielberg schickte sie
für zehn Tage in ein "Bootcamp", in dem der
ehemalige U.S. Marine Corps Captain Dale Dye (betreute u.a. auch schon "Platoon" und "
Geboren am 4. Juli")
für den militärischen Schliff sorgte und keinerlei Rücksicht auf Oscars oder andere
Verdienste seiner prominenten Schützlinge nahm. Das Training umfaßte Waffenkunde,
Nahkampf, individuelle Manöver und Taktiken sowie Handsignale und Militärsprache aus dem
zweiten Weltkrieg. Die letzten fünf Tage verbrachte die Gruppe in der englischen Wildnis,
geschlafen wurde in Zelten, gegessen wurden Armeerationen aus der Dose, alle mußten sich
mit Rollennamen und Dienstgrad ansprechen. Jeden Tag wurde ein Fünf-Meilen-Marsch mit 40
Pfund gepäck durch den von starken Regenfällen aufgeweichten Boden absolviert, bei den
nächtlichen Manövern sank die Temperatur auf 10 Grad, und nach drei Stunden schlaf ging
alles in einer noch feuchten Uniform von vorne los. Die Bilanz: Ein verstauchter Knöchel
von Tom Sizemore, eine versengte Hand,
Bronchitis, Überlkeit und Erbrechen. Doch statt munterer Worte gab es von Dye nur einen
Anschis: Jeder Fehler wurde, auch später am Set, mit einer Extrarunde Liegestütze
geahndet. Viele wollten aufgeben, doch Mustersoldat Hanks überredete seine Kollegen immer
wieder durchzuhalten, weiterzumachen.
Interview mit Tom Hanks
Längst hat sich der 42jährige Hollywoodstar Tom Hanks vom Komödie-Clown zum
Characterdarsteller hochgespielt. Filme wie "Philadelphia","Forrest
Gump" und "Apollo 13" sind Beweise dafür. Für seine Schauspielkunst gab
es schon zwei Oscars und mit "Saving Private Ryan" hat er gute chancen auf einen
Dritten. Für "Saving Private Ryan" wurden Sie und Ihre Schauspielkollegen
zehn Tage auf Soldat gedrillt. Macht das Sinn? Hanks: Ich gluabe bicht, daß ich und die anderen ohne dieses Training den Film
überhaupt durchgestanden hätten. Er war vorallem physisch ungeheur anstrengend. Der
Aufenthalt in diesem Militärlager war die beste Vorbereitung dafür, was ein Soldat im
Kriegsfall alles aushalten muß. Eine Irre Erfahrung, von mir aus hätten es vier Wochen
im Camp sein können! In ihrer Rolle als Captain Miller verkörpern Sie einen ganz neuen Helden-Typus... Hanks: ...was für mich von großer Bedeutung ist. Ich wollte Miller als
Durchschnittstypen darstellen, der in den Krieg hineingezogen wurde und eigentlich nur
versucht den Wahnsinn erhobenen Hauptes zu überleben. Er ist weder ein Feigling noch ein
Draufgänger Mögen Sie Kriegsfilme? Hanks: Ich habe sie mir, wie viele andere Filme auch, eben im Fernsehen angesehen. Als
Kind habe ich das dann zusammen mit meinem Freunden auf der Straße nachgespielt. Ich bin
mir allerdings ziemlich sicher, daß es keinen Jungen in ganz Amerika gibt, der
"Saving Private Ryan" nachspielen wird. Wirklich? In den US-Kinos gibt es Szenen-Applaus, wenn deutsche Soldaten von den
GIs gekillt werden. Hanks: Das sind doch nur ein paar Spinner, die nicht kapieren, worum es geht. Es wird
auch gezeigt, wie GIs deutsche Soldaten, die sich bereits ergeben haben, einfach
abknallen. Das habe ich zuvor noch in keinem US-Kriegsfilm gesehen. Und natürlich gab es
das auch in Wirklichkeit. Hier geht es aber nicht um die "guten Amerikaner" und
die "bösen Deutschen", sondern um den Wahnsinn des Krieges, um seine wahllose
Inhumanität. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum am Ende dieses Jahrtausends das Interesse
am Zweiten Weltkrieg so groß ist? Hanks: Der Zweite Weltkrieg war das wichtigste Ereignis dieses Jahrhunderts, und ich
glaube, daß man jetzt, mit dem gehörigen Abstand, die Katastrophe einfach einmal neu
bewerten und verarbeiten will. Finden Sie die deutschen Soldaten bei Spielberg nicht etwas eindimensional
gezeichnet? Hanks: Wie gesagt, es geht im Film nicht um den bösen Nazi. Immerhin werden Sie im Film von genau so einem erschossen. Für unseren
"Superstar" Til Schweiger war das ein Grund, die Rolle abzulehnen. Hanks: Dazu kann ich nichts sagen. Für mich ist "Saving Private Ryan" ein
großartiger Film. Und ich bin sehr froh, daß Spielberg und ich Zeit hatten, das Projekt
gemeinsam durchzuziehen. Steven suchte schon sehr lange nach einem geigneten
Zweite-Weltkriegs-Thema. Und ich bin ständig auf der Suche nach guten Rollen. Und da kam
uns beide das Script gerade recht. Spielberg meint, daß erinnerung eine Frage der Moral ist. Stimmen Sie ihm zu? Hanks: Vieleicht meint er damit, daß diejenigen, die nicht fähig sind, aus der
Geschichte zu lernen, dazu verdammt sind, sie zu wiederholen - und das halte ich für
absolut richtig. Aber man spricht oft so leichtfertig von Moral. Moral ist meistens Luxus.
Von einer sicheren Warte aus, kann man immer leicht darüber diskutieren, was moralisch
ist und was nicht. Aber oft hat man eben nicht die Wahl. Man verhält sich instinktiv,
will einfach überleben. Wie ist die Stimmung am Set eines Kriegs-Films? Hanks: Wir waren alle sehr ausgelassen. Wir waren jeden Tag in der Natur, es gab bei
jeder Kampfszene viele, großartige Feuerwerke, das Essen war hervorragend, und da wir im
Film einen Haufen dreckiger Soldaten darstellen, konnten wir uns, so wie wir waren
jederzeit für einen kleinen Mittagsschlaf ins Gras legen. Niemand mußte sich sorgen
machen, daß er dabei seine Frisur ruiniert.Und sich tagelang nicht rasieren müssen - was
gibt es schöneres? Klingt ein bißchen nach Lagerfeuer-Romantik! Hanks: Ein bißchen war es das auch. Sind wir doch ehrlich: Wir sind alle Schauspieler.
Keiner von uns hat auch nur jemals eine Sekunde daran gedacht, in einem echten Krieg zu
sein. Natürlich haben wir uns die größte Mühe gegeben, es so real wie möglich
aussehen zu lassen, aber letztlich ist es doch nur eine gigantische Show. Ich war
vielzusehr damit beschäftigt, nicht den rotglühenden Lauf meiner MG anzufassen, nachdem
ich ein Magazin Platzpatronene verschossen hatte, oder mich irrtümlich hinter einer Mauer
zu verschanzen, die genau in dieser Szene in die Luft gejagt werden sollte. Manchmal
wurden ganze zwei Minuten Non-Stop gedreht, und ich wußte am Ende oft nicht mehr, ob ich
das, was ich eigentlich machen sollte, überhaupt gemacht hatten. Stimmt es, daß Sie für Spielberg umsonst gespielt haben? Hanks: Nicht ganz. Ich habe zwar auf meine übliche Gage verzichtet (20 mio. Dollar),
bin aber Prozentual am Einspielergebniss beteiligt. Steven brauchte für "Saving
Private Ryan" keinen Superstar wie mich, keinen des so teuer ist wie ich. Mir ging es
in erster Linei darum, dabei zu sein und ihn mit meinen Mittlen zu unterstützen. |
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| a | 1998 - 2001- - -Thomas Wilden- - -www.Steven-Spielberg.de | a |