Die Handballer der SG Solingen und die Firma Kissel:

Sportlich erstklassig, politisch abstiegsgefährdet?

(HOB/kra) Solingen ist wieder auf dem bestem Wege eine Handballhochburg zu werden. Eine erstklassige Mannschaft, ein Spitzen-Trainer und eine solide, langfristige Arbeit von Vereinsvorstand und Management, die Sponsoren, sowie das treue Publikum haben dafür die Grundlagen geschaffen. Mit der Aufnahme von Gunnar Kissel in den Wirtschaftsbeirat und der KISSEL-HEIMBAU GmbH & Co KG als Top-Sponsor begab sich der Verein jedoch auf ein gefährliches politisches Glatteis. Der Firmenbegründer und Inhaber dieses größten Solinger Bauunternehmens, Günther Kissel, ist ein bekennender Verehrer der Waffen-SS, ein gerichtlich bekannter Auschwitzleugner, rechtsextremer Drahtzieher und Volksverhetzer.

Sicherlich wäre ein erstklassiger Solinger Handballverein ein Imagegewinn für unsere Stadt. Da der Erfolg bekanntlich jedoch viele Neider produziert, könnte die Verbindung zu Kissel schnell kontraproduktiv werden. Fans von konkurrierenden Mannschaften sind da überhaupt nicht zimperlich. Die Horrorvision, daß unsere Handballer auswärtig mit dem Hitlergruß und Sieg Heil begrüßt werden könnten, wäre gar nicht so realitätsfern. In Verbindung mit dem Brandanschlag von 1993 gebracht, bei dem Günther Kissel als zumindest geistiger Brandstifter bezeichnet wurde, entstünde da ein kaum wieder wettzumachender Imageverlust.

Gunnar Kissel, Günther Kissels Sohn, dem man nicht die politische Einstellung seines Vaters unterstellen sollte, hat diese Gefahr übrigens erkannt. Als Mitinhaber der Kissel Firmen bemüht er sich die Rolle seines Vaters in der Firma herunterzuspielen. Ein Blick ins Handelsregister macht jedoch deutlich: Sowohl bei der Firma KISSEL-HEIMBAU GmbH & Co KG als auch in der KISSEL-RAPID GmbH & Co KG hält Günther Kissel 60 % der Kommanditeinlagen (insgesamt liegt die Höhe der Kommanditeinlagen bei 1,6 bzw 1,5 Mio. DM). Sein Sohn Gunnar Kissel hat in  beiden Firmen nur Anteile von 40 %. Für beide Firmen wurden Verwaltungs-GmbHs gegründet, in denen Günther Kissel und Gunnar Kissel als Geschäftsführer fungieren, die jeweils alleinvertretungsberechtigt sind. Das bedeutet, daß sich Günther Kissel ganz und gar nicht aus der Firma zurückgezogen hat und immer noch die Mehrheit der Geldeinlagen hält und somit das Sagen hat. Auszuschließen ist also weiterhin nicht, daß – wie bisher – von Günther Kissel neofaschistische und rassistische Organisationen finanziert werden.
 
 

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