„Öko-Test“-Urteil über den Umgang mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen:

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW): Ungenügend!

Der Geschäftsführer der SDW und Solinger CDU-Fraktionschef Bernd Krebs erneut in der Kritik

In der Öko-Test-Ausgabe 11/2002 wurden 19 Umweltverbände bezüglich ihres Umgangs mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen getestet. Acht von ihnen erzielten ein “sehr gut” oder “gut”, drei schnitten mit “mangelhaft” ab und zwei, der VCD und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) bekamen die absolut schlechteste Gesamtnote “ungenügend”. Der Öko-Test beinhaltet 39 Kriterien wie “Nachvollziehbare Organisationsstruktur”, “Transparenz sonstiger Erträge”, “Transparenz Ausgaben”, “Pauschal über 500 Euro für Ehrenamtliche”, “Personalkosten Verwaltung auf Projekt umgelegt”, “Töchter/Zweckbetriebe” usw.. Die SDW, deren langjähriger Bundesgeschäftsführer der CDU-Fraktions- und Stadtwerkeaufsichtsratsvorsitzende Bernd Krebs ist, weigerte sich selbst gegenüber Öko-Test, Zahlen oder Jahresberichte zur Verfügung zu stellen. Wiederholt hat der Spendenrat in der Vergangenheit die SDW und deren Geschäftsführer Krebs wegen einer solchen Informationsverweigerung gegenüber der Öffentlichkeit gerügt und sogar einen SDW-Geschäftsbericht als unzureichend zurückgewiesen. Als Mitglied im Deutschen Spendenrat hatte sich die Schutzgemeinschaft nämlich verpflichtet, auf Verlangen jedem Einblick in Bilanzen und Geschäftsberichte zu gewähren. Mit dem Hinweis auf die Mitgliedschaft im Spendenrat warb die SDW schließlich intensiv um Vertrauen bei Spendern und Sponsoren und erweckte somit den Eindruck, dass ihre Mitgliedschaft in diesem Verband einen korrekten Umgang mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen garantieren würde. Erst jetzt wurde aufgrund einer erneuten Beschwerde beim Spendenrat über die Schutzgemeinschaft bekannt, dass diese bereits nach der letzten Rüge des Deutschen Spendenrates Ende 1998 ihre Mitgliedschaft dort gekündigt hatte; offensichtlich um ihrer Selbstverpflichtung, Transparenz in ihr Geschäftsgebaren herzustellen, nicht nachkommen zu müssen.

Wo ist die 5-Millionen-Rücklage geblieben?

In die Kritik geriet Bernd Krebs auch bezüglich der verschwundenen Rücklagen der Stadt für den jetzt wieder forcierten Rathausneubau. Ex-Oberbürgermeister Ulrich Uibel sprach im Rat von 5 Millionen Euro, die als “Rücklagen mit Sperrvermerk” versehen waren und von denen heute keiner mehr wissen will, wie und wofür sie zweckentfremdet ausgegeben wurden. Krebs müsste eigentlich genau wissen, wo das Geld geblieben ist. Als CDU-Fraktionsvorsitzender in den 80er Jahren trug er schließlich die politische Verantwortung für die Verwendung der Rücklage.

Frank Knoche

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